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360-Grad-Fotos: So sieht es beim WA aus

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WA-Umbau Fassade

HAMM - Das WA-Verlagsgebäude in Hamm hat nicht nur eine neue Fassade bekommen. Auch in der Redaktion hat sich Einiges getan. Wir haben mehrere 360-Grad-Panoramafotos gemacht, sodass Sie einen Blick in unsere Büroräume werfen können. So sieht es nach dem Umbau bei uns aus:

„Der neue Griebsch-Hof setzt städtebaulichen Akzent in Hamm“ titelte am 30. Juni 1967 die Heimatzeitung, die damals noch als „Westfälischer Anzeiger und Kurier“ erschien. Nach wie vor prägt das Verlagsgebäude an der Gutenbergstraße diesen Bereich der Innenstadt – aber jetzt nicht mehr im Stil der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, sondern ganz aktuell mit einem zeitgemäßen Gesicht.

Nicht nur, dass die mit dem Naturstein Nero assaluto erneuerte Fassade jetzt ruhiger und harmonischer wirkt, die Erneuerungsmaßnahme folgt auch

360-Grad-Bilder

Hier geht es zu einer Übersichtskarte mit den Panoramafotos

dem aktuellen Trend zur Energieeinsparung. Das „Facelifting“ des Verlagsgebäudes begann im Mai 2012 und ist bis auf wenige kosmetische Eingriffe jetzt abgeschlossen. So soll bis zum Sommer auch der Eingangsbereich umgestaltet werden.

Dass in den 1960ern sehr solide gebaut wurde, bescherte den Handwerkern eine besondere Herausforderung. Denn beim Neubau wurde sehr solide gebaut, weil damals auch die Rotation am Innenstadt-Standort untergebracht wurde. Und die Kraft der Druckmaschine musste beim gesamten Bau berücksichtigt werden. „Die Fassaden-Spezialisten konnten ihre gewohnte Ankertechnik nicht anwenden, weil die Pfeiler des Gebäudes gut mit Moniereisen bestückt sind“, schildert Martin Schröder, Leiter der Haustechnik. Bei ihren Bohrungen trafen die Handwerker schnell auf massives Metall. Gelöst wurde das Problem dadurch, dass so genannte Ankerplatten an den Pfeilern befestigt wurden, die jetzt die neue Fassade halten.

Immerhin hängen jetzt am Gebäude 120 Tonnen Naturstein, verteilt auf eine Fläche von rund 1 000 Quadratmetern. Rechnet man die auch erneuerten Fenster dazu, kommt die sanierte Fassade auf eine Fläche von 1 600 Quadratmetern. Die Natursteinplatten sind – je nach Position am Gebäude – bis zu ein Meter lang, 80 Zentimeter hoch, vier Zentimeter dick und bis zu 120 Kilo schwer. Die alten Fassadenplatten waren sogar sechs Zentimeter dick. Bei der Sanierung wurde die aktuelle Energieeinsparungsverordnung, kurz EnEV, berücksichtigt. Die neue Dämmung aus Mineralwolle ist 14 Zentimeter stark. Zur Fassade hin wurde eine isolierende Luftschicht von vier Zentimetern gelassen.

Wie der ursprüngliche Bau aussah, geht aus dem Zeitungsartikel vom 30. Juli 1967 hervor: „Wer sich von der Westsestraße dem Markt nähert, blickt an der Pauluskirche vorbei auf den Neubau mit seinen metallisch glänzenden Fensterreihen, den leuchtend blauen Feldern und der aufragenden Fassade aus Naturstein. Formen und Farben setzen anregende Akzente. Der bruchrauhe Naturstein der Außenfront wurde aus Maggia in der italienischen Schweiz geliefert, die blauen Felder unter den mit Aluminium verkleideten Fensterrahmen besteht aus Glasal, das sind wärmeisolierende, mit Kunststoff beschichtete Eternitplatten.“ Der Chronist vermerkte auch, dass der viergeschossige Bau damals eine Höhe von 16,30 Metern erreichte. „Rund 15 000 Kubikmeter Raum wurden umbaut. Verarbeitet wurden dafür 210 Tonnen Baustahl und 1750 Kubikmeter Beton“, so der „Westfälische Anzeiger und Kurier“anno 1967. Der heutige Bau weist neben dem Erdgeschoss nun vier Obergeschosse auf. Das auffallende Dachgeschoss in der blauen „Hausfarbe“ des Westfälischen Anzeigers wurde 2005 errichtet.

Die energetische Sanierung war nur ein guter Grund für den aufwendigen Umbau – zwar war das ehemalige Druckhaus in seinen Grundfesten unerschütterlich stabil – trotzdem haben Wind und Wetter in den vergangenen Jahrzehnten Spuren hinterlassen. War man bei der Einweihung 1967 noch stolz auf die neuartige Thermopen-Verglasung und die Aluminium-Verkleidung der Holzrahmen, so waren es viele der alten Fenster, deren Zustand eine Erneuerung nötig machten. Auch war an vielen Stellen die alte Fassade undicht und marode geworden. „Hier spielte natürlich auch die Verkehrssicherungspflicht eine Rolle“, so Martin Schröder.

Zur Gutenbergstraße und zur Widumstraße hin wurden insgesamt 40 Fenster erneuert – die meisten davon großflächig und bodentief. Weitere 13 bodentiefe Fenster erhielt das dritte Obergeschoss zur Königsstraße hin. Die Fenster darunter waren 1995 nach dem Auszug der Rotation eingebaut worden. „Sie wären auch schwer zu tauschen gewesen, weil damals dort viele Versorgungsleitungen hinter gelegt wurden“, erklärt Haustechniker Schröder.

Zum Innenhof des Verlagsgebäudes hin wurden im Gebäudekörper an der Gutenbergstraße 36 Fenster ausgetauscht. Der Gebäudekomplex des Verlages zwischen Gutenbergstraße und Radio Lippewelle, war bereits 2007 umfassend energetisch saniert worden.

Eine sehr elegante Lösung wurde bei der Eigenwerbung am Gebäude gefunden. Wo bisher herkömmliche Lichttafeln eingesetzt wurden, wird jetzt lediglich elegant der Schriftzug „Westfälischer Anzeiger“ präsentiert. Dabei wurden die Buchstaben aus teilweise lichtdurchlässigem Material auf eine polierte Edelstahlplatte gesetzt. Moderne LED-Technik sorgt nun dafür, dass der Schriftzug im Hellen schwarz erscheint und im Dunklen leuchtet. Erneuert wurde auch auf der linken Seite der Vorderfront die Halterung für Werbebanner. Hier war bisher auf blauem Grund zu lesen „Wir arbeiten an Ihrer Zeitung für morgen“. Ein neues Banner ist in Vorbereitung.

Eine weitere Veränderung soll noch in diesem Frühjahr vorgenommen werden – der Umbau des Haupteingangs an der Gutenbergstraße. Dabei wird die Verkleidung aus weißem Marmor verschwinden und das Vordach seine Neigung nicht mehr zum Gebäude, sondern zum Gehweg hin, erhalten. Das bisherige, dunkle Sonnenschutzglas wird durch moderneres ersetzt, dass die Strahlung auch ohne Tönung dämpft. Dadurch soll der Eingang heller und freundlicher wirken. „Schwellenängste“ soll eine ganz besondere Planung beheben – für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen- und Rollator-Benutzer ist der Einbau einer Liftkonstruktion vorgesehen, die diesen Personengruppen den Weg in die Geschäftsstelle erleichtern soll. Der Grundstein mit der Jahreszahl 1966 wird für die Besucher des Gebäudes sichtbar bleiben.

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