Carsharing: Praktisch – aber nur in Metropolen

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Alles übers Smartphone: Reservierung, Inbetriebnahme und Bezahlung. Mithilfe der App lässt sich beim modernen Carsharing alles steuern.

Hamm - Carsharing, ob privat oder gewerblich, ist mittlerweile in Deutschland angekommen. Auch in der Politik findet die Alternative zum eigenen Auto immer größeren Anklang. yourzz-Reporter Robin Funke hat im Selbsttest Carsharing ausprobiert.

Beim Carsharing gibt es in zwei Varianten: privat und gewerblich. Wie der Name vermuten lässt, stellen Privatleute ihre Autos für andere Personen zu Verfügung. Über ein Netzwerk kann man das passende Auto finden oder sein eigenes zur Verfügung stellen. 

Beim gewerblichen Carsharing bieten spezialisierte Unternehmen ihren Kunden einen eigenen Fuhrpark aus diversen Fahrzeugen an. Diese Variante des Carsharings habe ich für meinen Selbsttest ausgesucht. 

Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter und auch die großen deutschen Autohersteller fördern das Carsharing

Für einen Kurztrip nach Köln habe ich mich auf der Internetseite des Unternehmens registriert und mir die App heruntergeladen. Um den Dienst zu nutzen, muss ich eine einmalige Anmeldegebühr von 29 Euro zahlen. Ich habe mich für die Variante entschieden, bei der ich einmalig für die Strecke zahle. Tanken oder das Aufladen von Elektroautos sind mittels einer Tank- oder Ladekarte komplett kostenfrei. Sobald Registrierung und Anmeldung abgeschlossen sind, sehe ich auf einer Karte, welche Fahrzeuge in meiner Nähe sind. Ein Klick auf das jeweilige Auto zeit mir, um welches Modell es sich handelt und ob es zur Verfügung steht. Über einen Button kann ich das Auto buchen, so dass dieses für 15 Minuten für mich reserviert bleibt. Sobald ich im Auto sitze, muss ich ein Passwort in den Bordcomputer eintippen, um es nutzen zu können. 

Mein Fazit

Mich hat Carsharing überzeugt. Die Verknüpfung des Smartphones mit dem Auto ist praktisch und leicht zu bedienen. Man ist unabhängig von den Geschäftszeiten eines Leihwagendienstes. Auch der Preis stimmt. Sowohl für das gelegentliche Fahren als auch für die häufigere Nutzung lohnen sich Carsharing Dienste finanziell. 

Sollte mir ein Dienst nicht gefallen, kann ich den Anbieter wechseln, da ich in meinem Fall an kein Abomodell gebunden bin und ich aus verschiedenen Diensten wählen kann – aber nur, sofern ich in einer verhältnismäßig großen Stadt lebe. 

Denn das ist der große Kritikpunkt am Carsharing: Noch liegt der Fokus auf den Millionenstädten. In kleineren Städten ist es meist schwierig, ein Auto zu bekommen, da entweder kein Dienst vor Ort vertreten ist oder nur wenige Autos zu Verfügung stehen. Die Lage in kleineren Städten wird sich in den nächsten Jahren aber bestimmt verbessern: Schließlich unterstützt die Politik Carsharing und hat im August 2016 über einen umfangreichen Gesetzesentwurf abgestimmt.

Info - Carsharing in Hamm

von yourzz-Reporterin Emely Kolodziej

Carsharing – Auto teilen – gilt als Trend und ist eine fixkostensparende Alternative zum eigenen Auto. Über verschiedene Portale kann man ein Auto buchen und nutzen. Immer mehr Städte bieten dieses Angebot an, inzwischen auch Hamm, hat yourzz-Reporterin Aleyna Kalayci herausgefunden. Momentan gibt es in Hamm vier Carsharingstationen mit insgesamt sechs Autos. Da es keine Öffnungszeiten gibt, können Carsharing Nutzer zu jeder Zeit unterwegs sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich im Gegensatz zum eigenen Auto nicht um Anschaffungskosten, Steuern, Versicherung und Co. kümmern muss. Und man bezahlt nur das, was man verbraucht hat. Neben Carsharing gibt es auch Mitfahrzentralen. Beide Möglichkeiten des Autoteilens lassen sich flexibel und günstig nutzen.

yourzz-Meinung: „Sharing is Caring“ – oder doch nicht?

Mal eben kurz ins Auto gesprungen, um kleine Besorgungen zu machen oder die nächste Pizzeria anzusteuern. Nichts gibt einem mehr Freiheit als ein eigener fahrbarer Untersatz. Allerdings hat das Ganze durch Steuern, Versicherung und momentan hohe Spritkosten einen bitteren Beigeschmack – nicht zu vergessen drohende Fahrverbote. Schon ist durch die Kompliziertheit die Freiheit vergraben. Abhilfe sollen sogenannte Carsharing-Dienste schaffen, die versprechen, dieselbe Freiheit unkomplizierter genießen zu können – zumindest in den Metropolen. Doch funktioniert es wirklich, einfach in das nächstmögliche Auto zu steigen und den Motor anzuschmeißen? Etwas Kriminelles hat es schon, schließlich ist es ja nicht das eigene „Heiligtum“. Zudem kann man auch nicht durch die Gegend flitzen, bis das Auto dem Verschleiß erliegt. Man kann es vergleichen mit einem Mietwagen: Ausleihbar nur für eine bestimmte Zeit. Klar ist es praktisch, gerade für Studierende, die sonst mit Bus und Bahn unterwegs sind und nur für den Weg in die Heimat ein eigenes Auto brauchen. Sonst ist statt Freiheit Einengung angesagt.

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