„Hier sieht man Leben“

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Hamm - Viele Menschen pflegen ihre Verwandten zu Hause. Oftmals sind die Möglichkeiten der medizinischen Versorgung dort stark eingeschränkt. Gerade im fortschreitenden Krankheitszustand reicht diese Versorgung oft nicht mehr aus. Was gibt es also für Mittel und Wege, seinen Lieben trotzdem eine schöne letzte Zeit zu bescheren?

Das Christliche Hospiz in Hamm bietet all diese Möglichkeiten. „Wir können den Gästen ein Stück Lebensqualität erhalten und die Angehörigen wesentlich entlasten, sodass sie sich auch einmal Zeit für sich selbst nehmen können.“, sagt Carmen Hammerl, die mittlerweile seit über einem Jahr ehrenamtlich im Hospiz tätig ist. „Ich habe schon immer ehrenamtlich gearbeitet und bin nun sehr glücklich, hier im Hospiz helfen zu können.“ Aus privaten Gründen wurde sie selbst im Jahr 2015 mit dem Hospiz konfrontiert und meldete sich, nach einem Seminar zur Sterbebegleitung, zur Arbeit im Christlichen Hospiz.

Carmen Hammerl arbeitet seit über einem Jahr als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Christlichen Hospiz Hamm.

Wie können Sie Arbeit und Privates trennen?

„Aktuell habe ich das Gefühl, dass ich den Menschen hier mehr geben kann, als mir abverlangt wird und ich daher noch keinen Ausgleich brauche“, antwortet Carmen Hammerl.

Susanne Müllers, die seit den Anfängen der Einrichtung ehrenamtlich in Hamm dabei ist, sagt, dass es natürlich Augenblicke gebe, in denen man selbst von schwierigen oder sehr tragischen Fällen mitgenommen wird. „Mir persönlich hilft dann die Arbeit in meinem Garten, um einfach auch mal den Kopf freizubekommen.

Welchen Einfluss hat die ehrenamtliche Arbeit im Hospiz auf das eigene private Leben?

„Die Beschäftigung mit dem Tod trifft bei den Freunden und Bekannten oft auf großes Unverständnis, welches aber mit gezielten Informationen über die Hospizarbeit aus der Welt geschaffen werden kann“, so Carmen Hammerl. 

Das Hospiz bietet neben einer engmaschigen medizinischen und pflegerischen Versorgung, die den Gästen das Leben in großem Maße erleichtert, auch noch weitere wohnliche Vorzüge. Neben einem schönen und privat eingerichteten Wohn- und Essbereich, den alle nach Belieben nutzen können, gibt es auch zahlreiche Annehmlichkeiten.

Der offene Wohn- und Essbereich, sowie die freundliche Einrichtung, vermitteln eine gemütliche Atmosphäre.

 „Wenn die Gäste das möchten, können sie mit den Angehörigen und Freunden im wunderschönen Wintergarten oder auf der Terrasse sitzen oder bei einem wohltuenden Bad Musik hören und entspannen“, merkte Carmen Hammerl bei der Führung durch die Räumlichkeiten an. 

Das Zimmer jedes einzelnen Gastes, kann mit persönlichen Dingen, wie Bildern, eigener Bettwäsche und Ähnlichem eingerichtet werden. Zusätzlich verfügt jedes Zimmer auch noch über einen privaten Außenzugang, entweder mit einer kleinen Terrasse oder einem Balkon. 

Das Christliche Hospiz bietet eine individuelle und kompetente Pflege, dient aber gleichzeitig als ein schönes „Zuhause auf Zeit“, sowohl für die Gäste, als auch für die Angehörigen, die auf Wunsch die Möglichkeit haben, im Haus zu übernachten.

Das Hospiz ist auch medizinisch sehr gut aufgestellt.

Was ist für die Mitarbeiter das Beste an dem Hospiz?

Carmen Hammerl: „Wir haben hier einen ganz engen und persönlichen Kontakt zu jedem Gast und deren Familien, durch die wohnliche und persönliche Atmosphäre wird den Gästen ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt: ,Hier sieht man Leben!’“


Yourzz-Thema: Kinderhospiz

von Aleyna Kalayci

Kinder-und Jugendhospize begleiten Familien, deren Kinder eine lebensverkürzende Erkrankung haben. Die Begleitung beginnt bei der Diagnose und geht über den Tod des Kindes hinaus. Man unterscheidet zwischen ambulanten und stationären Hospizdiensten. Die ambulante Hilfe erfolgt durch einen Pflegedienst oder im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung. Eine stationäre Versorgung ist dagegen meistens mit dem Umzug in eine entsprechende Einrichtung verbunden. 

Laut dem Bundesverband Kinderhospiz, der 2002 gegründet wurde, leben in Deutschland ungefähr 40 000 Kinder und Jugendliche mit lebensbegrenzten Erkrankungen und jährlich sterben davon 5 000. Die hauptsächlichsten Aufgaben der Dienste sind, dass sie die Familien in alltagspraktischen Dingen unterstützen und in vielen Fragen beraten. Des Weiteren fördern sie die Selbsthilfe. 

Durch den gemeinsamen Austausch der Familien mit ähnlichen Lebenssituationen unterstützen sich die Familien untereinander und knüpfen neue Kontakte. Da die Mitarbeiter eng mit den Familien zusammenarbeiten, können die Familien durch Einbringen ihrer Wünsche die Angebote verbessern. Unterstützt werden können die Dienste durch ehrenamtliche Helfer oder mit Spenden.

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