Erste Hilfe aus dem Netz

+
Die „Ersthelfer-App" ist eine gute Möglichkeit im Ernstfall schnelle und kompetente Hilfe zu bekommen.

Hamm - Über Erste Hilfe kann man sich auch im Internet informieren. Yourzz-Reporter Robin Funke hat sich nach Alternativen zum klassischen Erste-Hilfe-Kurs umgesehen.

Tippe ich „Erste Hilfe" in die Suchmaschine, erhalte ich circa 214 Millionen Treffer. Das erste Suchergebnis ist die Anleitung „Erste Hilfe leisten - so geht es" von dern Apothekenumschau. Ich erhalte in einem Überblick Fakten sowie Links zu Unterseiten, die mir Erste-Hilfe-Situationen erklären.

Vorbildlich finde ich, dass die Unterseite "Erste Hilfe für die Seele" verlinkt ist. Allerdings werde ich an eine Telefonnummer und eine Webadresse weitergeleitet. Natürlich ist die Seelsorge unerlässlich. Was mir auf dieser Seite fehlt, ist eine Information, wie ich jemandem im Notfall seelsorgerische Hilfe leisten kann. Schließlich gibt es Kniffe, die im Ernstfall entscheidend sein können. Allgemein finde ich dazu im Internet wenig. Einige Onlinemagazine und Gesundheitsportale informieren zu Seelsorge im Notfall, allerdings finde ich keine Seite, die im Ernstfall schnell helfen kann.

Ich schaue mir den Wikipedia-Artikel an. Dieser ist ausführlich und daher im Notfall ungeeignet. Mir fallen die Einzelnachweise ins Auge. Dort ist die Rede von einer Ersthelfer-App. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine Art Netzwerk von geschulten Ersthelfern, die im Notfall via Smartphone alarmiert werden. Sollte man selbst nicht in der Lage sein, kompetente Ersthilfe zu leisten, können diese Leute helfen, die Zeit bis zur Ankunft des Notarztes zu nutzen.

Eine weitere Seite fällt mir bei meiner Such mehrfach ins Auge. Das Deutsche Rote Kreuz ist sehr detailliert. Hier wird auf unterschiedliche Altersgruppen sowie verschiedene Kleinsthandgriffe hingewiesen, die helfen können. Außerdem kann ich bei meinem Kreisverband eine Liste der Kursangebote für meinen Einzugsbereich auswählen. Preise, Veranstaltungsort und freie Plätze sind hier auf einen Blick einzusehen.

Rescue-Day

Krankenhäuser und Gesundheitsverbände bieten verschiedene Angebote an, um junge Leute in der Ersthilfe zu schulen, etwa wie beim ersten Hammer "Rescue-Day". Dabei konnten Schulen ihre Schüler anmelden, die verschiedene Stationen zu Reanimation und Ersthilfe durchlaufen. Sie üben so alles vom korrekten Informieren der Einsatzkräfte bis zur fachgerechten Wiederbelebung des Patienten.

Interview - „Jeder sollte seine Kenntnisse auffrischen"

Reicht ein erste Hilfe Kurs aus? Jannik Lipke (18), Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, der mehrmals an Erste-Hilfe-Kursen teilgenommen hat, sprach mit yourzz-Reporterin Joelle Thielsch über deren Bedeutung.


Du hast häufiger an Erste-Hilfe-Kursen teilgenommen. Wie beurteilst du sie?
Jannik: Ich habe sieben Mal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, für den Führerschein und um als Betreuer in das KonfiCamp fahren zu können. Auch wenn das Absolvieren eines Kurses keine Pflicht wäre, würde ich dennoch teilnehmen. Im Ernstfall kann ich agieren. Die meisten Leiter des Erste-Hilfe-Kurse besprachen mit uns die Herangehensweise bei einem Unfall. Sie zeigten uns Übungen, die wir wiederholen sollten. So bekam ich einen Eindruck, wie viel zu beachten ist. Das einmalige Absolvieren des Erste-Hilfe Kurses reicht nicht aus. Dass manche Leiter meinen, Kurse auf zwei Stunden begrenzen zu müssen, stimmt mich traurig. Schließlich bezahlt man, um lebenserhaltende Maßnahmen zu erlernen.

Sollte jeder in regelmäßigen Abständen verpflichtet werden, an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen?
Jannik: Jeder sollte nach zwei bis drei Jahren seine Kenntnisse auffrischen. Man weiß nie, wo und wann ein Unfall passiert und wie schnell Rettungssanitäter eintreffen. Ob man im Ernstfall das Gelernte anwenden kann, ist eine andere Sache. Dennoch ist jeder nach einem Kurs in der Lage, den Unfallort abzusichern und die Person zu betreuen.

Was sollte unternommen werden, um die Anzahl der absolvierten Erste-Hilfe-Kurse zu steigern?
Man könnte die Kurse kostenlos anbieten und werben, wie wichtig erste Maßnahmen sind. Ein Leiter sagte uns, wie viele Unfälle passieren, weil die Unfallorte unzureichend abgesichert waren. Ich fand das erschreckend.


yourzz-Meinung - „Routine entwickeln"

von yourzz-Reporter Robin Funke

Ersthelfer bei einem Unfall zu sein ist selbstverständlich und verpflichtend. Doch häufig fühlen sich potenzielle Helfer überfordert und haben Angst, noch mehr Schaden anzurichten. Aus diesem Grund sind regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse so wichtig. So kann man eine Routine beim Helfen entwickeln. Außerdem kommen regelmäßig neue Möglichkeiten auf den Markt, wie man schnelle Hilfe leisten kann. Denn oftmals kann das Verhalten in wenigen Minuten über Leben und Tod entscheiden. Wichtig ist auch die psychische Hilfe. Leute beruhigen zu können ist ebenso wichtig wie physische Hilfe.

yourzz-Umfrage: Warst du schon beim Erste-Hilfe-Kursus?

von yourzz-Reporterin Aleyna Kalayci

Hast du schon mal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht? Wir haben vier Hammer Jugendliche gefragt.

Monique Spitzenberger, 14 Jahre:
„Ich war noch nie beim Erste-Hilfe-Kurs, aber ich stelle es mir interessant vor. Außerdem ist es sinnvoll zu lernen, wie man jemandem bei einem Unfall helfen kann."

Merle Anna Orych, 17 Jahre:
„Ich war wegen der Fahrschule beim Erste-Hilfe-Kurs, doch es war eher chaotisch und schwierig zu folgen. Jedoch ist die Einführung vom Erste-Hilfe-Kurs an sich sinnvoll."

Elias Flessenkemper, 18 Jahre:
„Bis jetzt war ich nur mit der Schule beim Erste-Hilfe-Kurs und es war sehr spannend, da ich viel gelernt habe. Mir persönlich ist es wichtig, Leuten helfen zu können."

Linda Kranke, 17 Jahre:
„Ich war für den Führerschein und mit der Schule beim Erste-Hilfe-Kurs. Ich denke, dass man alles fünf Jahre hingehen sollte, um in Not immer reagieren zu können."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare