Name ist nicht gleich Name

Hamm - Wir haben Namen. Auch wenn es im ersten Moment banal klingt, steckt doch etwas dahinter. Wie unsere Namen zu uns gehören und was diese mit unserem Umfeld machen, versuche ich im anschließenden Text herauszufinden.

Ob man seinen Vornamen mag oder nicht: Man muss erst einmal eine Zeit lang mit ihm leben. Unsere yourzz-Reporterin hat die Bedeutung unserer Namen erörtert.

Ich trage einen Namen. Er entspricht, in Kombination mit meinem Geburtsdatum und meinem Geschlecht, meiner amtlichen Identität. Er taucht überall auf, sei es in der Schule, auf Dokumenten, Bewerbungen und selbst in sozialen Netzwerken. Menschen, mit denen ich in Kontakt komme, haben möglicherweise mein Gesicht im Kopf, wenn sie diesen Namen hören.
Doch Name ist nicht gleich Name. Zwischen unseren amtlichen Bezeichnungen finden sich noch eine Reihe von Spitz- und Kosenamen, die uns vertraute Personen geben. Sie zeugen von unserer wahren Identität und von der Beziehung zu dem jeweiligen Menschen, der uns jenen Namen gab. Meine Dozenten würden mich wohl kaum „Baby“ nennen, wenn sie mir auf dem Flur begegnen. Das ist dann doch wohl eher der Job einer Freundin von mir, inklusive der schrägen Blicke die darauf folgen. Woher konnten auch unsere Eltern wissen, ob unser Name zu unserem Charakter passt, wenn sie uns doch noch gar nicht kennenlernen konnten?
Ich frage ein paar Freunde, wie sie ihren eigenen Namen finden und was sie generell von der Idee der Namensgebung halten, obwohl dies etwas Selbstverständliches ist. Eine Freundin erzählt mir, dass sie eigentlich Olaf heißen sollte, und wir sprechen über die Geschichte, die unsere Namen mit sich tragen. Wie sollte man sich auch an uns erinnern, wenn wir etwas Großes vollbracht haben, aber namenlos sind? Eine Andere kann ihrem Namen nichts Gutes abverlangen. Sie findet ihn einfach nicht schön. Viel lieber würde sie Katharina heißen wollen, das würde ihr besser gefallen. Doch alle sind sich einig: Namen sind wichtig und noch viel wichtiger sind Kosenamen, egal wie verrückt diese klingen mögen.
Als ich über meinen eigenen Namen recherchiere, finde ich heraus, dass mein Name ursprünglich aus der Zeit der Römer stammt und so viel wie „die Rivalin“ oder „die Konkurrentin“ heißt. Von wem ich eine Konkurrentin sein könnte, fällt mir recht schnell ein. Schließlich ist das ganze Leben eine Art Konkurrenzkampf.
Trotzdem benennen viele Eltern ihre Kinder nach ihren Idolen oder Persönlichkeiten der Geschichte, wie „Katharina die Große“, bestimmt sogar „Justin Bieber“. Letzten Endes zählt dennoch nur, dass wir einen Namen haben und er für uns und unser Umfeld eine Bedeutung hat – und diese sind wir selbst.

Yourzz-Meinung - Namensgebung - „Eine Frage der Identität"

von yourzz-Reporterin Emely Koldoziej

Namen sind nicht zufällig. Eltern machen sich monatelang Gedanken darüber, wie sie ihr Kind nennen sollen. Es ist mit Sicherheit nicht leicht, die richtige Entscheidung zu fällen, denn wir tragen unsere Namen ein Leben lang. Doch es gibt nicht nur unsere „echten“ Namen. Namen, die wir selbst wählen, zum Beispiel Künstlernamen, spiegeln unsere Identität oder die Identität der Kunstfigur.
Somit sind Namen nur eine Frage der Identität. Unsere Identität spielt sowieso eine große Rolle in unserem Leben. Sie beinhaltet unsere Hobbys, unsere Ausbildung und sonstige Interessen und Beziehungen. Sie ist, was wir sind. Eigentlich sind unsere Namen nichts Anderes als Objektbezeichnungen, doch mit viel mehr Emotionen und Persönlichkeit dahinter.
Schließlich geben wir Kuscheltieren auch Namen, weil sie für uns eine Bedeutung hatten. Und so leben wir in einer Welt, die von Identitäten und Beziehungen nur strotzt.

Yourzz-Umfrage: Seid ihr zufrieden mit eurem Vornamen?

von yourzz-Reporterin Aleyna Kalayci

Was  halten Hammer Jugendliche von ihrem Vornamen? yourzz hat den Test gemacht.

Namen spielen eine große Rolle in unserer Gesellschaft. Zu den vielen verschiedenen Namen findet man meistens die Bedeutung, Herkunft und den Namenstag. Es gibt außerdem für jedes Jahr eine „Hitliste“ mit den beliebtesten Vornamen. Letztes Jahr in Deutschland auf Platz eins: Emma und Ben. Falls sich die Eltern nicht für einen Vornamen entscheiden möchten, können sie dem Kind auch mehrere Vornamen geben. Doch sind die meisten überhaupt zufrieden mit ihrem Namen? Und woher stammt ihr Vorname überhaupt? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich yourzz-Reporterin Aleyna Kalayci beschäftigt. Sie befragte 100 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren und fasste die Ergebnisse zusammen.

In Deutschland können normalerweise problemlos bis zu fünf Vornamen eingetragen werden. 64 Prozent der Befragten haben nur einen Vornamen. Darauf folgen mit 32 Prozent diejenigen, die zwei Vornamen haben. Nur drei von den Befragten haben drei Vornamen und eine Person hat fünf. Von den befragten Jugendlichen haben 19 ihren Vornamen von jemandem aus der Familie geerbt. Wobei 15 ihren Vornamen von den Großeltern geerbt haben, zwei Personen von der Tante, eine Person von dem Vater und eine Person von dem Onkel.
Viele kennen es: Wenn man einen bestimmten Namen hört, kommt einem direkt ein bestimmtes Gesicht in den Kopf. Auch ist es oft so, dass der Name einer Person gut zu ihr oder ihm passt und man sich keinen anderen für die Person vorstellen kann. So sind auch 80 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrem Namen, und 75 Prozent denken, dass ihr Vorname zu ihnen passt. Die restlichen 25 Prozent finden, dass ein anderer Name besser zu ihnen passen würde.
Man könnte denken, dass der Name Auswirkungen auf den Beruf hat. 45 Prozent meinen, dass der Name gar keine Auswirkungen auf den Beruf hat. 35 Prozent denken, dass es eventuell ein wenig Auswirkungen hat und 20 Prozent meinen, dass es auf jeden Fall Auswirkungen hat.
Zusammenfassend gilt, dass die Mehrheit nur einen Vornamen hat und diesen nicht von jemandem geerbt hat. Außerdem sind die meisten zufrieden mit ihrem Namen und sind der Meinung, dass ihr Name zu ihnen passt.

Rubriklistenbild: © dpa

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