Neustart im Alltag

Hamm - Zum Wintersemester 2018 beginnen viele junge Erwachsene ihr Studium an der Hochschule Hamm-Lippstadt. Aber wie sehen die ersten Wochen als Student aus? YourzzReporter Timo Hübert berichtet über den Einstieg ins Studium

Studieren. Zwölf Jahre lang hat mich die Schule vorbereitet. Und plötzlich war es so weit, das Studium fing an.
Für mich begann das Studium ebenso wie für alle anderen Erstsemester an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) mit der Erstsemesterbegrüßung in der Westpress Arena. Eine Bühne und Informationsstände wurden aufgebaut, es gab kostenlose Verpflegung ausgeteilt, zwei Radiomoderatoren moderierten die Veranstaltung. Nachdem der Präsident der HSHL und alle Studiengangsleiter zu Wort kamen, konnten sich die Erstsemester nach Abschluss des Bühnenprogramms alle wichtigen Informationen für den Studienstart holen. Außerdem gab es Kick-Off-Veranstaltungen für jeden Studiengang, in denen es um die wichtigsten Fragen zum Hochschulstart ging.
Gerade durch die Einführungsveranstaltungen lernt man an der Hochschule schnell sympathische und clevere Leute kennen, mit denen man lernen oder in die Mensa gehen kann. 

Timo Hübert ist extra für sein Studium nach Hamm gezogen.

Die erste richtige Vorlesung war von Spannung geprägt, es ging oft Unruhe durch den Hörsaal. Dennoch waren alle aufmerksam und haben mitgeschrieben, die Motivation war vielen anzusehen. Für mich bedeutete der Start der Vorlesungen einen absoluten Neustart. Meine Vorlesungen und Übungen umfassen in der Woche 26 Stunden, es bleibt also noch Freizeit.
Die Vorlesungen sind zwar voll mit wichtigen Inhalten, trotzdem wird man nicht gezwungen, mitzuschreiben, da man sich die meisten Vorlesungsskripte auch im Campus-Portal herunterladen und in eigenem Tempo zu Hause nacharbeiten kann. Manchmal ist in den Vorlesungen die Versuchung groß, mal aufs Handy zu schauen oder einer Nachricht zu antworten, man muss sich selbst oft überwinden, es nicht zu tun. Prinzipiell ist es, im Gegensatz zur Schule, nicht verboten, in der Vorlesung das Handy zu benutzen, aber ein wenig schlechtes Gewissen hatte ich bisher dabei doch immer. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Studieren an der Hochschule zwar anstrengend ist, weil sehr viel Stoff gelehrt wird und man sich selbst noch weiter mit den Themen auseinandersetzen muss, um ihn zu verstehen. Aber grundsätzlich ist dort auch vieles nah am Prinzip des Schulunterrichts, wie zum Beispiel die Übungsstunden, die vom jeweiligen Dozenten oder wissenschaftlichen Mitarbeiter in Gruppen von etwa dreißig Leuten stattfinden.

Oft erklären Professoren und Dozenten unklare oder schwierige Begriffe und Aussagen selbst, ansonsten beantworten sie auch Verständnisfrage. Das Klischee, dass Professoren alles für trivial und selbst herleitbar ansehen, hat sich für mich an der HSHL bisher nicht bestätigt. Eher wird für alles ein praxisnahes Beispiel genannt und der Stoff daran erläutert.
Kleine Probleme beim Zurechtfinden gab es mit dem Stundenplan, da dort keine exakte Uhrzeit angegeben wurde, sondern immer nur ein Zeitraum von zwei Stunden, in denen die jeweils eineinhalbstündige Vorlesung stattfindet. Manche Dozenten beginnen zur vollen Stunde, manche um fünf nach, zehn nach, Viertel nach oder um halb. Bis man das für jede Vorlesung auswendig weiß, dauert es. Deshalb bin ich anfangs oft viel zu früh vor dem Hörsaal gewesen. 

Manches scheint einen am Anfang des Studiums etwas zu überfordern, Angst haben muss man vor dem Studium aber wirklich nicht.

Umfrage - Wieso studierst du an der HSHL?

Warum studiert ihr in Hamm? Timo Hübert und Joelle Thielsch haben für yourzz, Hammer HSHL-Studenten gefragt.

Fabian Hammerschlag, 20 Jahre:

„Mein großes Interesse an einem Studiengang, der nur an wenigen Hochschulen, darunter die HSHL, verfügbar ist, lässt mich täglich große Strecken dafür zurücklegen. Anfangs war es für mich schwierig, die Räume alle auf Anhieb zu finden.“

Daniel Luft, 19 Jahre:

„Für mich ist das Studium an der HSHL genau das Richtige, weil sich meine Hobbys mit dem Studium überschneiden und ich dadurch noch bessere Erfahrungen in meinen Interessensgebieten machen kann.“

Anis Saba, 20 Jahre:

„Durch das Studium an der HSHL kann ich neue Freunde kennenlernen, außerdem sehe ich mein Studium als Möglichkeit der Selbstverwirklichung. An der Hochschule fand ich mich sehr schnell zurecht, sie ist übersichtlich und gut strukturiert.“

Nick Ringelmann, 19 Jahre:

„Ich habe mich entschieden, an der HSHL zu studieren, da Lippstadt von Hamm aus gut zu erreichen ist. Die Hochschule ist die einzige in der Nähe, die das Studium anbietet, für das ich mich interessiere. Bei der Organisation hapert es manchmal.“

Denis Rudi, 23 Jahre:

„Mein Freund hat mir die HSHL empfohlen. Sie ist im Verhältnis zu anderen Hochschulen überschaubar und familiär. Daher hat man sich schnell an der Hochschule zurechtgefunden. Am Studium selbst gefällt es mir, selbstständig zu sein.“

yourzz-Meinung - Ist die Uni anders als die Schule?

von yourzz-Reporterin Hannah Hartmann

Neuanfang Universität: Ist das wie drei Jahre Schule, oder doch ein neues Kapitel?
In der ersten Woche geht es häufig mit wenigen Veranstaltungen los, was den Nachteil haben kann, dass man an einem Tag auch mal von zehn bis 18 Uhr mit sage und schreibe zwei Veranstaltungen an der Uni ist. Allerdings finden in dieser Woche meist die Einführungsveranstaltungen statt, in denen zum Beispiel die Lernplattform oder die Stundenplanerstellung erklärt werden.
Ab der zweiten Woche geht es in der Uni richtig los. Man lernt in einem gewöhnungsbedürftig schnellen Tempo. Es wird oft von den Professoren geraten, sich jeden Tag für drei Stunden an die Nachbearbeitung zu setzen, was gar nicht so leicht ist, wenn man erst nach 19 Uhr zu Hause ankommt. In der Schule hat man mehr Zeit, um Themen zu verstehen.
Anders ist auch der Umgang untereinander. In der Schule wird darauf geachtet, dass Klassenzusammenhalt entsteht und erhalten bleibt. In der Universität ist man auf sich selbst gestellt, muss selbst neue Leute kennenlernen, was dringend geraten wird, damit Lerngruppen gebildet werden können. Diese helfen enorm beim Lernen und werden ebenfalls von Professoren empfohlen.

Rubriklistenbild: © Â© Andreas Rother

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