„Fluch und Segen zugleich“

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Wie sehen die Vertreter zweier Generationen Smartphone und Co.? - Werner Schlottmann und Julia Averesch haben mit uns gesprochen.

Hamm - Smartphone, Laptop oder Tablet – der digitale Medienkonsum ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Man hält Kontakt zu Freunden, informiert sich über das aktuelle Geschehen in der Welt. Yourzz wollte wissen, wie die verschiedenen Generationen das Thema sehen, und ob sich ihr digitaler Medienkonsum voneinander unterscheidet. Im Interview sprachen die yourzz-Reporterinnen Joelle Thielsch und Juliane Aldag mit der 24-Jährigen Julia Averesch, Studentin an der HSHL, und dem 68-Jährigen Werner Schlottmann, Rentner und ehemaliger Reisebürokaufmann.

Wie viel wissen Sie über die Generations-Bezeichnungen wie „digital native“ (digitaler Einheimischer) oder „digital immigrant“ (digitaler Einwanderer)?

Julia Averesch: Mit der Bezeichnung digital native sind Personen gemeint, die in einer digitalen Welt aufgewachsen sind. Der Ausdruck digital immigrant bezeichnet Erwachsene, die erst später die Welt der digitalen Technologien kennengelernt haben.

Werner Schlottmann: Ich habe nie zuvor diese Generationsbezeichnungen gehört.

Als „Generation Y” oder „Digital Native” definiert man eine Generation, die mit der digitalen Technik von heute aufgewachsen ist und in den allermeisten Fällen auch mit ihr umzugehen weiß. Im englischen Sprachgebrauch werden die Angehörigen dieser Generation häufig auch als „Millennials” bezeichnet. Es handelt sich damit um alle, die nach der Jahrtausendwende geboren sind. Sie ist außerdem die erste Generation, die mit den sozialen Netzwerken aufgewachsen ist und sie am häufigsten nutzt. Neben ihrem technischen Verständnis gelten die Mitglieder der Generation Y oder Digital Natives auch als die Generation mit der größten ethnischen Vielfalt sowie dem höchsten Bildungsniveau. - rf

Und was macht Ihrer Meinung nach die verschiedenen Generationen aus?

Averesch: Ohne Smartphones sind kaum noch junge Personen zu sehen, ihren Blick können sie kaum vom Gerät abwenden. Andauernd sind sie auf sozialen Plattformen wie Whats App, Twitter oder Snapchat verfügbar. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn es zu Unfällen kommt.

Schlottmann: Auf jeden Fall der selbstverständliche Gebrauch digitaler Technologien. Insbesondere der Smartphones, die überall mitgenommen werden. Schnell und einfach per sozialen Plattformen mit Freunden chatten oder nach Informationen recherchieren. Oft sind junge Personen zu sehen: mit dem Blick auf ihre Smartphones gerichtet, nehmen sie ihre Umwelt kaum wahr, sodass es häufig zu Unfällen kommt.

Wie sinnvoll sind Unterteilungen in verschiedenen Generationen überhaupt?

Averesch: Es ist sinnvoll, Unterteilungen vorzunehmen, aber dann sollte man sich für eine entscheiden. Heutzutage gibt es viele Unterteilungen: born digital, Generation Y oder Generation Internet sind nur einige Beispiele von vielen.
Schlottmann: Für mich ergibt es keinen Sinn, bezüglich des Gebrauchs der digitalen Medien die Gesellschaft oder die Generationen zu unterteilen.

Wie stehen Sie zu der intensiven Nutzung von Technik heutzutage, wie zum Beispiel Smartphones?

Averesch: Ich stehe der intensiven Nutzung kritisch gegenüber. Kein Treffen vergeht, ohne auf das Smartphone zu blicken. In unserer Generation wird Social Media noch nicht so intensiv genutzt, wie es die Jüngeren machen. Sie versenden belanglose Sachen oder klären Probleme über Whats App. Angerufen, wie früher, wird nicht mehr. Ältere Generationen haben für sich entdeckt, Fotos zu teilen und diese den Freunden zu schicken.
Schlottmann: Jeder sollte für sich entscheiden, wie viel Zeit er zum Beispiel am Smartphone verbringt. Allerdings sollte darauf geachtet werden, die Medien sinnvoll zu nutzen, das heißt nur dann zu nutzen, wenn es notwendig ist. Auch sollte die Nutzung der Gesellschaftsnorm entsprechen, wobei die Jüngeren dies oft nicht berücksichtigen. Oft werden Smartphones genutzt im Restaurant oder beim ersten Date. In solchen Situationen haben sie nichts zu suchen.

Wie würden Sie Ihren eigenen digitalen Medienkonsum beschreiben?

Averesch: Als mittelmäßig würde ich meinen technischen Medienkonsum bezeichnen. Als Studentin oder in meinem Beruf arbeite ich hauptsächlich damit. Deswegen benutze ich in meiner Freizeit mein Smartphone so selten wie möglich. Ich lasse es bewusst zu Hause und stelle es auf lautlos.
Schlottmann: Ich bin offen für alles und habe mir technische Fähigkeiten selbst angeeignet. Das Smartphone benutze ich eher selten. Allerdings kommt mein Tablet häufig zum Einsatz, denn ich lese auf meinem Tablet die Zeitung. Ich bin auch auf sozialen Plattformen angemeldet, wie Facebook, und nutze es, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, schreibe auch häufig E-Mails und durchforsche das Internet. Abends kommt der Fernseher zum Einsatz. Meinen Medienkonsum würde ich als Durchschnitt bezeichnen, ca. vier Stunden am Tag.

Sind Smartphones und Co. in Ihren Augen eher Fluch oder Segen?

Averesch: Es ist beides zugleich. Es ist einfacher, an Informationen zu kommen. Ein Nachteil der digitalen Welt ist, dass man immer erreichbar ist. Daher ist es nichts Ungewöhnliches, zum Beispiel um 20 Uhr einen Anruf zu erhalten von der Arbeitsstätte.
Schlottmann: Es gibt immer Vor- und Nachteile, aber meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile. Du kannst immer schnell jemanden erreichen und schnell Hilfe bekommen.


Yourzz-Meinung - "Infos aus Büchern zu holen, dauert länger"

Von Joelle Thielsch 

Die neuen Generationen wachsen im Zeitalter der digitalen Technologien auf. Die Benutzung ist ganz selbstverständlich und nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken.
Die Frage, die man sich stellen sollte, lautet: Ist der Fortschritt ein Segen oder eher mit einem bitteren Nachgeschmack zu betrachten?
Auf allen sozialen Plattformen sind die Generationen vertreten. Rund um die Uhr kann jeder schnell seinen Freunden Nachrichten schreiben und immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Auch wer nach Informationen sucht, wird schnell fündig im Internet. Viele Schü- ler und Studenten wären aufgeschmissen ohne das Internet, denn aus Büchern die Informationen zu entnehmen, dauert wesentlich länger und ist bei weitem nicht so effizient.
Trotz der unzähligen Vorteile, die einem dem Alltag versüßen, verbergen sich auch Gefahren. Bei Treffen nehmen Smartphones immer mehr zu. Es wird viel seinen Freunden auf dem Smartphone gezeigt und nebenbei zum Beispiel auf „WhatsApp“ kommuniziert.
Die persönlichen Kontakte werden dabei vernachlässigt. Dazu werden Unmengen an persönlichen Daten preisgegeben, die oft an Dritte weitergeleitet werden. Nicht zu vergessen: der Facebook Datenskandal.
Fakt ist, die Technologien werden immer fortschrittlicher und nehmen mehr Anteil an unserem Leben.

Yourzz-Umfrage - Wie denkst du über digitale Technologien?

Umfrage von Joelle Thielsch

Wie denkt ihr über digitale Technologien? - Wir haben fünf Hammer Jugendliche gefragt.

Jannik Liple, 18 Jahre:
„Digitale Technologien erleichtern unser Leben. Allerdings sollte man sich eine Grenze setzten un  den Konsum auf ein paar Stunden begrenzen."

Wiebke Sellmann, 16 Jahre:
„Es wird mehr über das Smartphone kommuniziert als vor Ort. Daher sollte jeder seinen Konsum im Auge behalten."

Alexa Altenwirth, 16 Jahre:
„Das Smartphone ist praktisch. Allerdings wird dafür zu viel Zeit investiert, die man eher in das reale Leben investieren sollte."

Jenny Szymczak, 24 Jahre:
„Ohne digitale Technologien wären viele aufgeschmissen. Der Gebrauch digitaler Technologien ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken."

Moritz Bansimir, 19 Jahre:
„Unsere Generation und die der Erwachsenen sind abhängig von modernen Medien. An sich sehe ich keine Probleme in der Nutzungsdauer. Jeder muss das für sich entscheiden."

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