So dreckig sind Hamms Schultoiletten

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HAMM - Kaum jemand geht gerne hin, aber manchmal muss es eben sein. Welcher Schüler jetzt an die Schule denkt, liegt nicht unbedingt falsch. Schultoiletten haben einen schlechten Ruf - verdreckt, kaputt, weder Papier noch Seife vorhanden. Auch an Hammer Schulen ist der Zustand der Toiletten ein Dauerthema.

Von Susanne Romanowski

Ein pauschales Urteil erübrigt sich, wie so oft gibt es große Unterschiede. Besonders schlecht kommt bei Schülerbefragungen das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium weg. Die Rede ist von fortwährendem Gestank, die Sauberkeit lässt dementsprechend zu wünschen übrig. Am Beisenkamp-Gymnasium ist die Bilanz gemischt, oft genug warten Schüler auch dort lieber, bis sie wieder zu Hause sind. Die Friedrich-Ebert-Realschule verbesserte erst kürzlich den Zustand ihrer Toiletten, indem dort die vollgeschriebenen und -gemalten Wände auf Vordermann gebracht wurden. Wie lange die Klos dort in gutem Zustand bleiben, ist fraglich.

So dreckig sind Hamms Schultoiletten

So dreckig sind Hamms Schultoiletten

„Man kann nicht ausschließen, dass es an manchen Schulen bauliche Mängel gibt, aber im Wesentlichen sind die Probleme der Gemeinschaftstoiletten nutzungsbedingt“, so Christian Strasen, Pressesprecher der Stadt Hamm. Schmutzige Schultoiletten sind ein Problem, das sich nur schwer beheben lässt. 2009 von einer Schule in Solingen initiiert, hält sich die Idee vom „Pay-per-Pee“-Konzept hartnäckig. Dieses sieht kostenpflichtige Toiletten vor, welche häufiger gereinigt werden. Schüler, die diesen Betrag nicht zahlen wollen, können nach wie vor die anderen Toiletten benutzen. Zu diesem Schuljahr wollte auch eine Bochumer Gesamtschule die Bezahl-Klos einführen - und bekam prompt das Verbot von der Bezirksregierung Arnsberg auferlegt. Diese begründete die Absage damit, dass an Schulen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft bestehen darf.

Die Friedensschule vor Ort führte ein ähnliches Modell ein. Jedoch finanziert sich die zusätzliche Reinigungskraft hier durch Spenden. Der empfohlene Betrag beläuft sich auf einen Euro im Monat, sei aber keine Verpflichtung. Einen anderen Weg geht das Märkische Gymnasium. Es ist nur noch möglich, die Toiletten mit einem gültigen Schülerausweis zu betreten. Durch den darin enthaltenen Chip lässt sich Vandalismus überdies zurückverfolgen. Trotz all dieser Maßnahmen müssen vor allem die Nutzer der Toiletten ein Bewusstsein für die Sauberkeit der Klos entwickeln. Erst kürzlich bemalten Schüler des Beisenkamp-Gymnasiums die Wände der Toilettenräume. Ziel der Aktion war es, das Verantwortungsbewusstsein der Schüler zu fördern, sodass die Sauberkeit der Klos länger erhalten bleibt. Die Stadt Hamm zeigt sich zuversichtlich: „Man kann natürlich nicht so tun, als sei alles gut. Die Sanierung von Toiletten ist eine Daueraufgabe, aber es hat sich schon eine Menge getan.“ Der Traum von sauberen Toiletten bleibt. 

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