Fridays for Future

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Jeden Freitag gehen Schüler während der Schulzeit mit solchen selbstgemachten Plakaten auf die Straße und demonstrieren für den Klimaschutz.

Jeden Freitag aufs Neue „schwänzen“ Jugendliche in Deutschland und ganz Europa die Schule. Dabei lungern sie nicht im Bett herum oder spielen Computerspiele – sie versammeln sich und machen auf die Folgen einer verfehlten Klimapolitik aufmerksam. So geschieht es auch in Hamm, besonders am heutigen Freitag sollen es noch mehr junge Menschen werden, die am Bahnhof zusammenkommen. Yourzz-Reporterin Leona Hermanowski hat sich um Vorfeld umgehört.

yourzz-Umfrage - Wie bewertest du die enorme Entwicklung von Fridays for Future?

von Leona Hermanowski

Wie bewertest du die enorme Entwicklung von Fridays for Future? - yourzz hat nachgefragt.

Janna Achenbach, 15 Jahre:

„Es sollte endlich etwas gegen den Klimawandel getan werden, und wenn Schüler auf die Straße gehen müssen, um eine Zukunft zu bekommen, dann unterstütze ich das zu 100 Prozent. Je mehr Schüler, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt die Lösung des Problems.“

Paul Effert, 15 Jahre:

„Ich finde es echt gut, dass mittlerweile so viele Schülerinnen und Schüler protestieren. Die Klimapolitik muss sich jetzt verändern! Wir sind doch diejenigen, die betroffen sind, und wahrscheinlich die letzten, die noch etwas dagegen übernehmen können.“

Jannik Bäumer, 16 Jahre:

„Es ist sehr gut, sofern man wirklich aus Überzeugung protestiert. Ich finde, es ist wirklich Zeit, gegen die jetzige Klimapolitik aufzustehen! Und da findet ein Protest, der in der Schulzeit stattfindet, viel Aufmerksamkeit und ist für die Politiker schmerzhaft.“

Henrike Blikslager, 15 Jahre:

„Ich finde es super, dass ein so großer Teil unserer Generation sich weltweit gegen eine so gravierende Problematik einsetzt. Die Forderungen sollten außerdem ernst genommen werden, anstatt die Streiks nur als Vorwand zum Schwänzen abzustempeln.“

Vivien Brandebura, 15 Jahre:

„Meiner Meinung nach ist dies eine gute Entwicklung, da das Schützen der Umwelt wichtig ist. Vor allem dadurch, dass in der Schulzeit gestreikt wird, kann Druck auf die Politik erzeugt werden, und ich denke, dass das starke Auswirkungen haben kann.“


yourzz fragt nach: "Im Streik - Schüler zur Klimaaktion

von Leona Hermanowski

Der 15-jährige Schüler Leander Kim Lionel Frömming engagiert sich gegen den Klimawandel und ist der Meinung, dass sich unbedingt etwas in der Politik, aber auch im Bewusstsein des Einzelnen ändern muss. Deshalb macht er bei „Fridays for Future“ mit und streikt jeden Freitag, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Wie bist du auf Fridays for Future aufmerksam geworden? Warum hast du dich entschieden, dabei mitzuwirken?
Ich bin durch die Linksjugend aufmerksam geworden. Als ich dort eingestiegen bin, wurden die Fridays for Future an meinem ersten Tag thematisiert. Ich hielt diese Aktion für sinnvoll und wollte mich auch engagieren. Es muss Leute geben, die mit Veränderungen anfangen.

Leander Kim Lionel Frömming engagiert sich regelmäßig für den Klimaschutz und geht dafür auch regelmäßig demonstrieren.

Denkst du, es ist wichtig, während der Schulzeit zu streiken?
Ja! Wenn man während der Schule streikt, werden die Lehrer darauf aufmerksam, danach die Ministerien, sie versuchen, die Streiks zu unterbinden. Wenn wir weitermachen, geht das an den Bundestag; dann ist es dort, wo wir es haben möchten.

Was sagst du dazu, dass die Schulministerin die Streiks „verboten“ hat?
Ich finde das traurig. Aber andererseits ist es unser Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen. Und wenn die Schüler wieder zur Schule gehen sollen, muss eben in der Politik etwas verändert werden.

Was denn?
Zum einen müssen die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, da dadurch so viel Dreck in unsere Luft ausgestoßen wird. Zum anderen sollten Gesetze erlassen werden, damit Firmen nicht so billig wie möglich, sondern so effizient und nachhaltig wie möglich produzieren.

Jeden Freitag gehen Schüler während der Schulzeit mit solchen selbstgemachten Plakaten auf die Straße und demonstrieren für den Klimaschutz.

Was tust du persönlich gegen den Klimawandel?
Demonstrieren natürlich. Ich engagiere mich auch politisch, zum Beispiel haben wir Kreideaktionen in der Fußgängerzone gemacht oder an Infoständen Flyer verteilt, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Außerdem können Kleinigkeiten große Unterschiede machen. Zum Beispiel einmal mehr das Licht ausmachen, auf so etwas kann jeder achten.

Wie war die Resonanz zu der ersten Fridays for Future Demo am 8. März in Hamm? Wird es weitere Demos in Hamm geben?
Es waren 25 bis 30 Leute dort, mehr, als wir erwartet hätten. Es wird ab jetzt jeden Freitag Demonstrationen in Hamm geben, und wir hoffen, dass bei den nächsten mehr kommen werden.

yourzz-Meinung - „Jeder Einzelne kann etwas tun“

von Emely Kolodziej

Als Anfang des Jahres eine junge Schwedin in der Presse erschien, die auf der Klimakonferenz forderte, das Klimaschutzabkommen von Paris einzuhalten, wusste keiner, wer sie ist. Wochen spä- ter folgten Berichte von Demonstrationen. Schüler und Studenten gingen nicht zum Unterricht. Stattdessen stehen sie auf für ihre Zukunft und die Zukunft des Planeten. Freitag für Freitag. Weltweit. 

Fridays For Future löst Debatten unter Eltern, Lehrerverbänden und Politikern aus, weil junge Erwachsene es satt haben, ihre Heimat verrotten zu lassen. Federführend ist die junge Schwedin Greta Thunberg. Doch auch im Alltag kann jeder Einzelne etwas dazu beitragen, damit unser Planet entlastet wird. Vieles hängt mit unserer Gewohnheit und unserem Geldbeutel zusammen. 

Das sollte uns aber nicht abhalten – damit sich unsere Kinder und Enkelkinder noch an den kleinen Sachen der Flora und Fauna in unserer Heimat erfreuen können.

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