"Detroit Become Human" - Amerikas Sorgenkind in einem Spiel

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In dem Spiel hat die Stadt Detroit eine Arbeitslosenquote von 37 Prozent.

Hamm - Als 2013 der Trailer „Kara“ von dem französischen Spieleentwickler Quantic Dreams erschien, konnten viele Gamer es kaum erwarten, endlich das Spiel dazu zu spielen. Nach dem Motto „Gut Ding braucht Weile“ kam Detroit Become Human, das Spiel zum Trailer, erst ganze fünf Jahre später.

von yourzz-Reporterin Hannah Hartmann

In Detroit Become Human spielt man abwechselnd die Hauptcharaktere Connor, Markus und Kara, drei Androiden aus Detroit im Jahre 2038. Es ist kein Zufall, dass Detroit der Handlungsort des Spiels ist, denn die sogenannte „Motor City“ galt Mitte des 20. Jahrhunderts als der Kern der Automobilindustrie.

Als sich später die Industrie aus der Stadt entfernte, herrschten immer schlimmere Zustände und die Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate stieg stets weiter an. So zeigt das Spiel ein Detroit beherrscht von der Androidenindustrie und einer Arbeitslosenquote von 37 Prozent, da es profitabler ist, die Maschinen als kostenlose Arbeitskraft in gewissen Bereichen wie in der Müllentsorgung oder dem Einzelhandel einzusetzen.

Zu Beginn erlebt man die Geschichten der spielbaren Charaktere separat. Nach und nach lernen sie sich aber kennen und die Schicksale kreuzen sich. Jeder Hauptcharakter hat eine andere Vergangenheit mit den Menschen. So ist Connor darauf programmiert worden, seine Mission zu erfüllen, egal welches Opfer er dafür bringen muss. Markus lebt bei einem zurückgezogenen Künstler, welcher ihn dazu animiert, frei und selbstständig zu denken. Kara wiederum wohnt bei einem gewalttätigen, arbeitslosen alkoholkranken Mann mit seiner kleinen Tochter. Diese Beziehungen zu ihren Besitzern haben einen großen Einfluss auf ihre späteren Positionen im Spiel. Im Laufe des Spiels entwickeln mehr und mehr Androiden ein Selbstbewusstsein und die Stimmung zwischen Mensch und Maschine spannt sich immer weiter an. Rassismus und Gewalt gegenüber den Androiden scheinen kein Ende zu nehmen, da die Bürger aufgrund der hohen Arbeitslosenrate durch die Maschinen einen Hass auf diese entwickelt haben. Der Spieler kann Einfluss auf den Verlauf des Spiels nehmen und somit entscheiden, ob die Androiden friedlich oder feindselig gegen die Ignoranz und Engstirnigkeit der Menschen angehen wollen. Dieser Einfluss kann sich aber auch auf das Schicksal der spielbaren Charaktere auswirken. 

Wer sich voll und ganz auf dieses Spiel einlässt, der kann mit großen Emotionen rechnen. Die Konflikte und Situationen sind dabei teilweise so tragisch, dass man sich als Spieler gar nicht entscheiden will. Man steckt hin und wieder in richtigen moralischen Dilemmas. Hat man sich anfangs nur einmal unglücklich entschieden, kann man schnell das Leben einiger Charaktere auf dem Gewissen haben.

Die Entwickler haben mit dem interaktiven Film Detroit Become Human ein zeitloses Videospiel geschaffen, welches man aufgrund der verschiedenen möglichen Varianten eines Endes immer wieder spielen kann.

Ein interaktives Meisterwerk

Detroit Become Human ist ein interaktiver Film des französischen Spieleentwickler Quantic Dreams und ist allein für die Playstation 4 verfügbar. Bei diesem Konzept hat der Spieler Einfluss auf den Verlauf des Spiels und auf die Schicksale bestimmter Charaktere.
2013 wollte Quantic Dreams mit der Tech-Demo „Kara“ zeigen, was für Leistungen die Playstation 3 erbringen und wie viel Emotion in einem Videospiel stecken kann. In dem Trailer wird der weiblich aussehende Android Kara zusammengesetzt und entwickelt dabei menschliche Emotionen und Gefühle. Da das Video von dem Trailer millionenfach aufgerufen wurde, haben die Entwickler beschlossen ein darauf basierendes Spiel zu programmieren, um zu zeigen, wie es mit Kara weitergeht.
Neben dem Videospiel wurde auch ein interaktives Hörbuch für Amazon Echo-Geräte produziert, bei dem der Hörer nach jeder Szene den weiteren Verlauf der Geschichte bestimmen kann.
Seit dem 25. Mai 2018 ist das Spiel sowohl als Download, als auch als Blu-ray erhältlich.

Yourzz-Meinung - "Der Risiken bewusst sein"

von yourzz-Reporter Robin Funke

Künstliche Intelligenzen (KIs) sind seit einigen Jahren das Top- Thema der modernen Technik. Kein Wunder also, dass sich auch die Videospieleindustrie mit diesem Thema auseinandersetzt. 

Vor wenigen Wochen ist das Spiel „Detroit Become Human“ erschienen, welches Spieler auf der ganzen Welt mit einer bewegenden Geschichte in ihren Bann gezogen hat. In der dort präsentierten Welt sind diese Intelligenzen allerdings wesentlich weiter entwickelt, als in der Gegenwart. Sie haben menschliche Gestalt angenommen und dienen den Menschen in ihrem alltäglichen Leben. 

Doch wie es auch den Robotern in der Spiele- und Filmindustrie der vergangenen Jahre ergangen ist, stellen sich die KIs schon bald die Frage nach einer eigenen Identität und es kommt zum Konflikt. Klar, wir sind noch weit entfernt von einer solchen Realität, allerdings lernen auch die bereits existierenden KIs immer mehr und die Forschung in Richtung eines selbst denkenden Wesens wird weiter vorangebracht. 

Alleine deshalb sollten wir uns der Risiken der KIs bewusst sein und sie weiterhin unter Kontrolle behalten.

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