Offenheit für die Technologien

Weltmeister: Deutschland Spitze bei Innovationen

Deutschland ist weltweit die Nummer eins bei Innovationen - und landet im jährlichen Ranking des Weltwirtschaftsforums auch daher in der Gesamtwertung auf Platz drei der wettbewerbsfähigsten Wirtschaften der Welt.

Ganz vorn sehen die Autoren hier die USA, gefolgt von Singapur. Die Schweiz, jahrelang an der Spitze, kommt demnach nur auf Platz vier, weil die Autoren ihre Bewertungsmethoden änderten und neue Technologien stärker berücksichtigten.

Bei der Innovationsfähigkeit - für das Weltwirtschaftsforum eine von zwölf Säulen der Wettbewerbsfähigkeit - geht es um die Entwicklung einer neuen Idee bis hin zu ihrer erfolgreichen Vermarktung. Hundert von hundert möglichen Punkten geben die Autoren Deutschland bei Patentanträgen, der Veröffentlichung wissenschaftlicher Studien und der Qualität der Forschung. Hohe Werte stehen auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung und der internationalen Zusammenarbeit bei Erfindungen.

Insgesamt ziehen die Autoren 98 Kriterien aus zwölf Bereichen heran, um 140 Volkswirtschaften zu vergleichen - darunter die Infrastruktur, die makroökonomische Stabilität, Investitionen und Institutionen. Deutschland landet auch in den Bereichen Unternehmensdynamik, Arbeitskräfte-Qualifikation, Infrastruktur und makroökonomische Stabilität im Ranking weit vorn.

Die USA landen im Gesamtranking bei 85,6 von 100 möglichen Punkten, vor Singapur mit 83,5 Punkten und Deutschland mit 82,8 Punkten. "Die USA sind ein Innovations-Kraftzentrum", begründete Autorin Saadia Zahidi die Platzierung. "Sie sind gut in Sachen Arbeitsmarkt, Marktgröße, ganz gut bei Institutionen." Gefragt, ob Präsident Donald Trump sich dafür feiern lassen könne, sagte Forschungsleiter Thierry Geiger, die meisten Daten seien erhoben worden, bevor Trump ins Amt gekommen sei. "Wir erfassen langfristige Faktoren."

Autorin Zahidi sagte, es gebe auch "besorgniserregende Signale" für die Wettbewerbsfähigkeit der USA - beim Frauenanteil an den Erwerbstätigen komme das Land nur auf Rang 37, bei der Pressefreiheit auf Platz 40. Der Bericht warnt zudem vor einer Schwächung des sozialen Zusammenhalts in den USA und vor einer Verschlechterung der Sicherheitslage. So liegt die US-Mordrate fünf Mal höher als im Schnitt der Industrienationen. Mängel sieht das Weltwirtschaftsforum auch im US-Gesundheitssystem.

Der Bericht betont auch, wie wichtig die Offenheit für Wettbewerb sei - gemessen an niedrigen Zöllen, geringen anderen Handelshemmnissen und dem Zuzug ausländischer Arbeitskräfte. Die "globale wirtschaftliche Gesundheit würde von einer Rückkehr zu mehr Offenheit positiv beeinflusst".

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums und einer der Autoren des Berichts, Klaus Schwab, mahnte die Staaten zur Offenheit für die Technologien, die die "vierte industrielle Revolution" antreiben. "Ich sehe eine neue Spaltung zwischen den Staaten voraus, die innovative Transformationen begreifen, und denen, die das nicht tun." Mitautorin Zahidi ergänzte, Länder müssten gleichzeitig in Menschen und Institutionen investieren, um das Versprechen der neuen Technologien auch wahrmachen zu können.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / A3609 Daniel Karmann

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