Amtsgericht Köln

Nach Skitour verschollen: Ex-Tengelmann-Chef Haub für tot erklärt

33. Spieltag im RheinEnergieStadion. Gedenken an den in den Alpen verschollenen Karl-Erivan Haub, Vorstandsvorsitzender von Tengelmann.
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Auch ein Jahr nach seinem Verschwinden, suchten Schweizer Bergretter weiter nach dem Ex-Tengelmann-Chef.

Der Ex-Tengelmann-Chef gilt seit drei Jahren als verschollen. Das Amtsgericht in Köln erklärte ihn jetzt für tot.

Köln - Drei Jahre nach dem Verschwinden des Milliardärs Karl-Erivan Haub ist es jetzt offiziell. Der Mitbesitzer des Konzerns Tengelmann wurde vom Kölner Amtsgericht für tot erklärt. „Die zur Begründung der Todeserklärung erforderlichen
Tatsachen sind auf Grund der vorgenommenen Ermittlungen und der beigebrachten Unterlagen für erwiesen erachtet worden“, heißt es in dem veröffentlichten, noch nicht rechtskräftigen Beschluss des Gerichts, teilt die Nachrichtenagentur dpa mit. Am 7. April 2018 kam der damals 58-Jährige Karl-Erivan Haub von einer Solo-Skitour in Zermatt in der Schweiz nicht mehr zurück und galt seitdem als verschollen. Das Gericht hat diesen Tag jetzt als Zeitpunkt des Todes festgestellt.

Es beendete damit das sogenannte Todeserklärungsverfahren, für das die Brüder Christian und Georg sowie die Familienunternehmen Anfang des Jahres einen Antrag stellten*. Später traten diesem auch überraschend Ehefrau Katrin Haub und ihre Kinder bei. Der Antrag wurde von ihr zunächst stark kritisiert. So teilte sie der dpa damals über einen Sprecher mit, es sei sehr befremdlich, dass sich jemand Drittes anmaße, solche Entscheidungen für ihre Familie treffen zu wollen. Georg Haub zog seinen Antrag Mitte Januar wieder zurück. Die Familie geht mittlerweile davon aus, dass Karl-Erivan Haub während des Trainings für ein Skibergsteigerrennen im Matterhorn-Gebiet tödlich verunglückte. Sein Leichnam konnte nie gefunden werden.

Tengelmann: Familienstreit um Unternehmensanteile des früheren Chefs konnte im Vorfeld beigelegt werden

Dem Todeserklärungsverfahren ging zunächst ein Familienstreit um die Unternehmensanteile des früheren Tengelmann-Chefs voraus. Nach dem Verschwinden seines Bruders, übernahm Christian Haub die alleinige Geschäftsführung. Wie die dpa berichtet, werden die Frau und die Kinder des Unternehmers im Mai dieses Jahres ihre Anteile an Christian Haub, den jüngeren Bruder des Milliardärs verkaufen. Eine Absichtserklärung wurde Ende April unterschrieben. Der Verkaufspreis ist nicht öffentlich, zuvor war jedoch bekannt geworden, dass Christian Haub der Familie seines Bruders für die Anteile 1,1 Milliarden Euro geboten hatte.

Mit dem Antrag auf Todeserklärung stieg der Druck auf Katrin Haub und ihre Kinder, die Anteile zu verkaufen, da ansonsten hohe Erbschaftssteuer-Zahlungen im dreistelligen Millionenbereich auf die Nachkommen zugekommen wären. Die zuständigen Rechtsanwälte Mark Binz und Peter Gauweiler sprachen nach der damaligen Einigung von „sehr harten“ Verhandlungen und einem „langen Weg, den die Familien zurücklegen mussten“. (leb via dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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