Projekt "Saubere Leitung"

Telekom will Spionage-Schutz für Unternehmer bieten

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Das Schlagwort "Clean Pipe" - "Saubere Leitung" kommt eigentlich aus der Wasserreinigungstechnik. Künftig soll es Internetnutzer vor Spionage bewahren.

Bonn - Die Deutsche Telekom hat angekündigt, mittelständische Unternehmen besser vor Spionage aus dem Internet zu schützen: Sie erarbeite eine technische Lösung für "saubere Leitungen".

Die Deutsche Telekom arbeitet an einem Internet-Schutzschild für deutsche Unternehmen zur Abwehr von Wirtschaftsspionage und anderen Online-Attacken. Derzeit laufe der Test für eine entsprechende technische Lösung unter dem Schlagwort "Clean Pipe" (englisch für "saubere Leitung"), die sich an mittelständische Unternehmen richte, sagte ein Telekom-Sprecher am Montag in Bonn. Mittelständler sollen sich damit so gut wie Großkonzerne vor Internet-Bedrohungen schützen können.

"Mittelständler können es sich nicht unbedingt leisten, Millionen für Cyber-Sicherheit auszugeben", sagte der Telekom-Sprecher am Rande einer Internet-Sicherheitskonferenz. "Clean Pipe" solle deswegen bei der zum Großteil mittelständisch geprägten deutschen Wirtschaft dafür sorgen, dass "ein Schutzniveau aufgebaut werden kann, das sich bislang nur Großkonzerne leisten können". Mit der technischen Lösung übernehme die Telekom für die Firmen Aufgaben, für die Großunternehmen einen Stab an Spezialisten beschäftigten, sagte der Telekom-Sprecher. Das Produkt für Sicherheit im Datenverkehr funktioniere "ähnlich wie ein Wasserfilter, der Wasser vor dem Trinken von Schadstoffen reinigt".

Derzeit werde "Clean Pipe" in einer Pilotphase von zwei mittelständischen Unternehmen getestet, sagte der Telekom-Sprecher. Dabei handle es sich um einen Tankstellen-Betreiber und einen Betrieb aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Ein Termin für einen Verkaufsstart sei noch nicht bekannt. Genaue Preisangaben wollte der Konzern ebenfalls nicht machen. Es solle sich jedoch um eine Lösung handeln, "die einfach und bezahlbar ist". Die Clean-Pipe-Lösung bestehe aus einer Reihe von Komponenten, die den Internet-Verkehr für Unternehmen sicherer machten, sagte der Telekom-Sprecher. Die Firmen würden mit einem "Hochleistungs-Router" aus deutscher Fertigung ausgestattet, mit denen sie an das Internet angebunden würden. Die Daten selbst würden über verschlüsselte Leitungen übertragen. Auf Telekom-Rechnern im Internet wachten dann spezielle Programme über die Sicherheit im Datenverkehr.

Bei "Clean Pipe" handle es sich um eine "deutsche Lösung", betonte der Telekom-Sprecher. Der Konzern reagiert mit dem Produkt auch auf die Enthüllungen rund um den US-Spionageskandal. Um den Dienst nutzen zu können, müssten Unternehmen kein zusätzliches Personal einstellen. Die "Wirtschaftswoche" hatte am Wochenende von entsprechenden Plänen der Deutschen Telekom berichtet. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete außerdem davon, dass die Telekom eine Art "deutsches Internet" aufbauen will. Dabei sollen Datenpakete mit Sender und Empfänger in Deutschland nur über deutsche Leitungen verschickt werden. Entsprechende Gespräche führe der Konzern mit verschiedenen Netzbetreibern. Dabei hoffe die Telekom auch, dass die Bundesregierung einen entsprechenden Rechtsrahmen schaffe, berichtete der "Spiegel".

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Dies solle Klagen von Wettbewerbern oder Nutzern wegen der Eingriffe in den Datenverkehr vorbeugen. Telekom-Techniker hielten es technisch sogar für möglich, ein Internet für die Staaten des Schengen-Raums zu schaffen. Der Schengen-Raum setzt sich aus einer Gemeinschaft europäischer Staaten zusammen, zwischen denen es keine Grenzkontrollen gibt. Großbritannien, das eng mit dem US-Geheimdienst NSA kooperieren soll, gehört nicht zu diesem Raum.

afp

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