Steuern: Zweiter Haushalt leichter absetzbar

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Wer am auswärtigen Arbeitsort in einem Wohnmobil übernachtet, kann entstehende Kosten nicht unbedingt von der Steuer abziehen.

München/Berlin - Berufstätige können einen zweiten Haushalt künftig leichter steuerlich absetzen. Das kann auch gelten, wenn Arbeitnehmer ihren Familienwohnsitz vom Arbeitsort wegverlegen.

Dieser Auffassung folgen nun zwei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) in München (Az.: VI R 23/07 und VI R 58/06).

Eine sogenannte doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn Steuerzahler an einem anderen Ort leben und daher am Beschäftigungsort einen zweiten Haushalt gründen. “Mit diesen positiven Entscheidungen des BFH ergeben sich für Steuerpflichtige neue Abzugsmöglichkeiten“, sagt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine Deutschland (NVL) in Berlin.

Bisher konnten Kosten für einen doppelten Haushalt nur abgesetzt werden, wenn der Umzug aus beruflichen Gründen - etwa wegen einer Versetzung oder eines Arbeitgeberwechsels - erfolgte. Nun stellten die Richter klar, dass Steuerzahler eine doppelte Haushaltsführung auch geltend machen können, wenn sie aus privaten Gründen vom Arbeitsort wegziehen oder die Kosten vermeidbar gewesen wären. Entscheidendes Kriterium sei, dass aus beruflichem Grund eine zweite Wohnung am Tätigkeitsort unterhalten und von dort aus zur Arbeit gefahren wird, erläutert Spargen.

Doch nicht immer lässt sich alles absetzen: Wer am auswärtigen Arbeitsort in einem Wohnmobil übernachtet, kann entstehende Kosten nicht unbedingt von der Steuer abziehen. Vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz hatte im vergangenen Jahr ein Mann geklagt, der während einer Tätigkeit in Hamburg in einem Wohnmobil gelebt hat (Az.: 2 K 1238/08). In der Woche stand das Gefährt auf dem Betriebsparkplatz. Am Wochenende nutzte der Angestellte das Wohnmobil für die Heimreise - genau das war der Grund, warum die Richter seiner Klage nicht stattgaben. Ihrer Ansicht nach könne von doppelter Haushaltsführung nur die Rede sein, wenn das Wohnmobil am auswärtigen Standort verbleibt. Es dürfe demnach nicht für Privatreisen oder andere Fahrten genutzt werden.

dpa

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