"Hoeneß-Effekt"

Steuer-Selbstanzeigen erreichen bald Rekordzahl

Berlin - Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern steigt rasant: Im ersten Halbjahr 2014 gingen bislang 22.600 Fälle  bei den Behörden ein - Tendenz steigend.

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern steigt einem Bericht zufolge weiter an. Von Januar bis Juni seien bei den Behörden mehr als 22.600 Selbstanzeigen eingegangen und damit mehr als doppelt so viele wie im ersten Halbjahr 2013, berichtete der "Spiegel" am Sonntag vorab. Im Vorjahreszeitraum habe es lediglich 9200 Fälle mit Bezug zu ausländischen Kapitaleinkünften gegeben. Das Magazin berief sich auf eine eigene Umfrage in allen Bundesländern.

Besonders stark fiel der Anstieg demnach in Thüringen aus, wo sich die Zahl der Selbstanzeigen vervierfachte. Die meisten Fälle habe Baden-Württemberg registriert - dort hätten sich seit Jahresbeginn mehr als 5000 Bürger gemeldet. Insgesamt sei für dieses Jahr ein neuer Rekord abzusehen, schrieb das Magazin. Im Jahr 2010 seien 27.600 Selbstanzeigen eingegangen, nur wenige tausend mehr als im ersten Halbjahr 2014.

Den Anstieg führten die Finanzbehörden dem Bericht zufolge erneut auf die Steueraffären von Prominenten zurück. Die Frauenrechtlerin und Journalistin Alice Schwarzer hatte im Februar ein geheimes Schweizer Konto, eine Selbstanzeige und eine Steuernachzahlung eingeräumt. Im März wurde der frühere Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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