So meistert man den Umzug nach Österreich

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Die idyllische Landschaft zieht nicht nur viele Besucher an. Immer mehr Deutsche planen einen dauerhaften Umzug nach Österreich.

Ein Umzug nach Österreich bedeutet für Deutsche keine allzu große Umstellung. Österreicher sprechen dieselbe Sprache und die Gesetze der beiden Länder gleichen sich stark. Trotzdem gibt es für Auswanderer einige Punkte zu beachten.

Österreich belegt Rang acht unter den beliebtesten Ausreisezielen der Deutschen. Das Alpenland lockt mit guten Verdienstmöglichkeiten. Die Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr gerade einmal bei 4,6 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland waren 2011 mit 7,1 Prozent fast doppelt so viele Bürger ohne Job. Viele Deutsche entscheiden sich aber auch wegen der hohen Lebensqualität für einen Umzug nach Österreich. Die Alpenrepublik hat viele Reize: Schneebedeckte Hänge, idyllische Bergdörfer, aber auch weltberühmte Städte ziehen nicht nur Besucher an.

Außerdem ist Österreich Mitglied der Europäischen Union. Das macht den Umzug nach Österreich für deutsche Staatsbürger unkompliziert. Sie benötigen weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis. Privates Umzugsgut kann zoll- und mehrwertsteuerfrei eingeführt werden. Grenzkontrollen werden nicht durchgeführt. Trotzdem gilt bei einem Umzug nach Österreich: Der Wohnortwechsel muss gut organisiert werden.

Wohnungssuche

Wer einen Umzug nach Österreich plant, sollte sich zuerst um eine Wohnung kümmern. Am besten sucht man im Internet. Deutschlands größter Immobilienmarkt, ImmobilienScout24, vermittelt seit kurzem auch Miet- und Kaufimmobilien in Österreich. Die wichtigsten österreichischen Makler und Maklervereinigungen bieten hier ihre Objekte an.

Die Mieten variieren je nach Region. Durchschnittlich sind die Mieten im Burgenland mit rund 4,30 Euro pro Quadratmeter am niedrigsten, in Salzburg mit ungefähr 6,10 Euro pro Quadratmeter am höchsten.

Neben dem eigentlichen Mietzins, der Kaltmiete, wird im Mietvertrag auch die Höhe der Betriebskosten, also der Nebenkosten ver¬einbart. Was genau zu den Betriebskosten zählt, sollte mit dem Vermieter vor dem Umzug nach Österreich geklärt werden, denn die Kosten können sich durchaus von einer deutschen Nebenkostenabrechnung unterscheiden. So dürfen österreichische Vermieter beispielsweise folgende Leistungen in Rechnung stellen:

  • Wassergebühren und Kosten der Wassermesserkontrolle
  • Schornsteinfegergebühren, die in Ös¬terreich Rauchfangkehrerkosten heißen
  • Kosten der Unratentfern¬ung und für Schädlingsbekämpfung
  • allgemeine Stromkosten wie für die Beleuchtung des Stiegenhauses
  • Versicherungsprämien
  • Hausreinigungskosten und solche für Gemeinschafts¬anlagen
  • Verwaltungshonorare

Die Überprüfung der Betriebskostenabrechnungen gehört zu den Aufgaben der österreichischen Mietervereinigung.

Anmeldung in Österreich

Hat man eine passende Immobilie in Österreich gefunden, ist man dazu verpflichtet, sich innerhalb von drei Tagen nach dem Umzug bei den österreichischen Behörden anzumelden. Zuständig ist hier der Meldeservice des Gemeindeamtes oder des Magistrats der jeweiligen Stadt. Zur Anmeldung sind der vom Vermieter unterschriebene Meldezettel, der Reisepass und die Geburtsurkunde nötig. Das Meldeformular kann im Internet heruntergeladen werden und liegt bei den zuständigen Behörden aus. Wichtig: Auch Kinder brauchen für die Anmeldung einen gültigen Reisepass. Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollte dieser frühzeitig in Deutschland beantragt werden.

EU-Bürger, die sich länger als drei Monate in Österreich aufhalten und sich niederlassen wollen, müssen zusätzlich eine Anmeldebescheinigung beantragen. Dazu ist eine Krankenversicherung Pflicht. Hat man eine Festanstellung, ist man - wie in Deutschland - automatisch gesetzlich krankenversichert. Alle anderen müssen sich selbst um eine Krankenversicherung kümmern.

Autofahren in Österreich

Sobald der Hauptwohnsitz nach Österreich verlegt wurde, darf mit einem Fahrzeug mit ausländischen Kennzeichen nur noch ein Monat gefahren werden. Innerhalb dieser Frist muss das Auto ordnungsgemäß umgemeldet werden. Dazu ist es nötig, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Das Fahrzeug kann aber auch bei einem deutschen Versicherungsunternehmen versichert werden.

Der deutsche Führerschein ist in Österreich gültig. Auf Wunsch kann er aber auch umgeschrieben werden. Auf Österreichs Autobahnen herrscht auch für Einheimische Vignettenpflicht. Tipp: Wer ein Abo bei einer Tageszeitung abschließt, bekommt meist als Geschenk eine Jahresvignette im Wert von 77,80 Euro.

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