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Attacke vom Discounter: Netto wirft Schoko-Hersteller Mars „Mondpreise“ vor

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Von: Lisa Mayerhofer

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Der Discounter Netto bewirbt seine Eigenmarke auf Facebook – und teilt dabei ordentlich gegen den Süßwaren-Hersteller Mars aus. Dahinter steckt ein knallharter Preiskampf.

Maxhütte-Haidhof – Deutschlands größte Supermarktkette Edeka, zu der auch Netto gehört, ist mittlerweile bekannt für ihre harten Preiskämpfe: Seit Monaten gibt es Auseinandersetzungen zwischen dem Edeka-Verbund und namhaften Herstellern, die Preiserhöhungen durchsetzen wollten. Es kam sogar zu Lieferstopps und Auslistungen. Betroffen davon waren auch bekannte Marken wie Pepsi, Tempo oder Milka und Kosmetikartikel von L’Oreal. Mittlerweile scheint sich dort die Lage wieder beruhigt zu haben.

Facebook-Post: Netto wirft Mars „unangemessene Preiserhöhung“ vor

Doch nun gibt es einen neuen Streit – dieses Mal mit Mars, der beliebte Süßigkeiten wie Snickers, Twix, Airwaves und M&M‘s produziert. Der Discounter Netto attackiert dabei Mars sogar direkt in einem Facebook-Post: „Der Hersteller Mars fordert eine unangemessene Preiserhöhung. Wir von Netto kämpfen für euch und bieten dir mit unseren Eigenmarken eine mindestens 64 Prozent günstigere Alternative, die aber 100 Prozent genauso gut schmeckt.“ Auf dem Bild ist neben einer Tüte M&M‘s die Netto-Kopie „Choco Nuts“ zu sehen, darüber steht: „Keine Lust auf Mondpreise von Mars? Dann geh doch zu Netto!“

Netto: Facebook-Nutzer klagen über fehlende Angebote

So lustig der Facebook-Post klingen mag, so ernst ist der Hintergrund der Auseinandersetzung – auch für Verbraucher: Die Hersteller sehen sich durch den Rohstoffmangel und explodierende Energiepreise mit immer höheren Produktionskosten konfrontiert und wollen diese an die Händler weiterreichen. Dort stoßen sie aber nicht nur auf Verständnis: Es gebe zwar „allgemeine Tendenzen der Preissteigerungen, die unumgänglich sind. Hierzu zählen steigende Rohstoffpreise und Transportkosten“, erklärt Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG, laut Lebensmittelzeitung. Doch es gebe auch „noch einen weiteren, durchaus vermeidbaren Preistreiber: die Marktmacht der globalen Markenindustrie“.  

Die globale Konsumgüterindustrie habe laut Mosa in den vergangenen Monaten die Gewinne gesteigert, während die Verbraucher unter den hohen Preisen ächzen. Deshalb sei es so wichtig, dass der Edeka-Verbund „mit den führenden Markenherstellern zunehmend auf Augenhöhe verhandeln“ könne. So wolle der Handel für erschwinglichere Verbraucherpreise sorgen, zitiert die Lebensmittelzeitung Mosa.

Dass das nicht ganz so einfach ist, legen die Kommentare unter dem Facebook-Post von Netto nahe. Mehrere Nutzer bemängeln, dass in den Netto-Filialen Angebote nicht vorrätig seien oder sie leere Regale vorfänden. „Schöner wäre, wenn es die Aktionsangebote aus dem Prospekt auch wirklich gäbe! Vier Läden angefahren, nicht einer hat die Ware überhaupt geliefert bekommen. Bin echt bedient!“, schreibt eine Frau unter den Post.

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