Nach Stahleinigung Forderungen auch in anderen Branchen

München - Nach dem Verhandlungserfolg der IG Metall in der Stahlindustrie fordern auch Gewerkschaften in anderen Branchen gleiches Geld für Leiharbeiter wie für Stammbelegschaften.

Verdi- Vorstandsmitglied Margret Mönig-Raane sagte der “Süddeutschen Zeitung“ (Freitag), “ich gehe fest davon aus, dass die Behandlung von Leiharbeitern künftig in Tarifverhandlungen immer Teil der Forderungen sein wird“.

Auch der stellvertretende IG-Metall-Chef Detlef Wetzel deutete an, künftig auch in anderen Branchen für Leiharbeiter zu kämpfen. “Das ist ein ganz, ganz starkes Signal“, sagte er. “Wir geben den Anspruch nicht auf, das Prinzip der gleichen Bezahlung durchzusetzen.“ In der Metall- und Elektroindustrie stehen Tarifverhandlungen erst 2012 an.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) will schon in der kommenden Woche Ernst machen. Sie hat zu Warnstreiks in der bayerischen Milchwirtschaft aufgerufen, wo es Betriebe gibt, in denen fast die Hälfte der Belegschaft Leiharbeiter sind. Die Voraussetzungen hält sie für günstig: 60 Prozent der insgesamt 14 000 Beschäftigten in der Branche gehörten der Gewerkschaft an, sagte der bayerische NGG-Chef Hans Hartl.

Arbeitgeber und IG Metall hatten sich in der Nacht zum Donnerstag auf 3,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 85 000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geeinigt. Außerdem verständigten sie sich auf den Grundsatz “gleiche Arbeit - gleiches Geld“ für Leiharbeiter.

dpa

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