Munich Re erfreut Anleger mit Gewinnanstieg

München - Guter Auftakt für die Munich Re: Konzernchef Nikolaus von Bomhard hat seinen Aktionären knapp eine Milliarde Gewinn für das erste Quartal in Aussicht gestellt und das Jahresziel festgezurrt.

Das Umfeld für die Branche bleibt aber auch wegen der Zinsflaute schwierig.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re erfreut seine Aktionäre mit einem Gewinnanstieg zum Jahresauftakt und nimmt seine Ziele fester in den Blick. „Wir sind sehr gut ins laufende Jahr gestartet“, sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. Auch dank ausgebliebener Großschäden aus Katastrophen dürfte das Unternehmen zwischen Januar und März knapp eine Milliarde (Vorjahresquartal: 780 Mio) Euro verdient haben.

Das wäre bereits ein Drittel des angepeilten Jahresgewinns von annähernd drei Milliarden Euro. „Nach dem guten Resultat des ersten Quartals sind wir zuversichtlich, unser Gewinnziel erreichen zu können“, sagte Bomhard, warnte aber auch davor, den guten Auftakt aufs Gesamtjahr hochzurechnen. „Das Jahr ist noch lang.“

Neben fortwährenden Unsicherheiten durch die Euro-Schuldenkrise verwies Bomhard auch auf die anhaltende Zinsflaute. Auch 2013 sei kein schneller und deutlicher Anstieg der Kapitalmarktzinsen in Sicht. „Die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen werden daher tendenziell weiter sinken.“ Um dies abzufedern, will das Unternehmen seine Investitionen breiter aufstellen was Laufzeiten, Anlageklassen, Regionen und Emittenten betrifft.

Mittelfristig und über die Jahre wolle die Munich Re Ergebnissteigerungen von drei bis fünf Prozent erreichen, sagte Bomhard. Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re wieder 3,2 Milliarden Euro verdient, nachdem 2011 Milliardenbelastungen aus schweren Naturkatastrophen wie dem Erdbeben und Tsunami in Japan und Überschwemmungen in Thailand zu Buche geschlagen hatten. Die Aktionäre profitieren von der Erholung im vergangenen Jahr durch eine Dividendenanhebung von 6,25 auf 7,00 Euro je Aktie.

Anlegerschützer lobten die gute Ergebnisentwicklung und die höhere Ausschüttung. „Wir gehen davon aus, dass Sie damit auf dem richtigen Weg sind“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Sorgen bereite allerdings ein „Anlagenotstand“ für die Munich Re. Auch das Ausweichen auf Infrastrukturprojekte sei keine echte Alternative, weil dieser Markt zu klein sei.

Kritisch sehen die Anleger auch die Entwicklung im internationalen Gesundheitsgeschäft, das unter dem Namen Munich Health zusammengefasst ist. Hier machen dem Unternehmen Probleme bei der 2011 übernommenen Windsor Health Group (WHG) in den USA zu schaffen. „Sie haben sich daran die Finger verbrannt“, sagte Bergdolt. Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re im kleinsten Geschäftsfeld Munich Health einen Verlust von 92 Millionen (Vorjahr: plus 36 Mio) Euro verbucht und auch für dieses Jahr ein erneutes Minus nicht ausgeschlossen.

Auch die Neuaufstellung der Erstversicherungstochter Ergo überzeugt Bergdolt nicht: „So richtig reüssieren kann die Ergo am Markt nicht.“ Seinen Marktanteil habe der Versicherer gerade einmal halten können. Bomhard verteidigte den geplanten Umbau des Ergo-Vertriebs: „Wir haben es viel zu lange nicht gemacht.“ Die Ergo war 1997 aus dem Zusammenschluss der Hamburg-Mannheimer und der Victoria-Versicherung entstanden, die Marken wurden zwischenzeitlich eingestampft. Zum Konzern gehören auch der Krankenversicherer DKV und die D.A.S. Rechtsschutzversicherung. Die Abläufe seien durch die getrennten Vertriebsorganisationen sehr ineffizient gewesen, sagte der Konzernchef.

Bei der Hauptversammlung traten auch Gegnerinnen des brasilianischen Staudamm-Projektes Belo Monte auf. Sie warfen dem Unternehmen vor, mit der Absicherung für das Projekt Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt zu machen. Die Munich Re, die einem Versicherungskonsortium für das Projekt angehört, verteidigte die Entscheidung, die Deckung anzubieten. Dabei seien neben Risikoaspekten auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt worden, die auf Informationen einer zum brasilianischen Umweltministerium gehörenden Behörde basierten. Auch die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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