Karstadt: Wendepunkt für Unternehmen

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Karstadt-Investor Nicolas Berggruen.

Essen - Neuer Anfang für Karstadt: Mehr als vier Monate nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags hat am Freitag der Investor Nicolas Berggruen das traditionsreiche Unternehmen übernommen.

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Weg fei für Karstadt-Investor Berggruen 

“Der heutige Tag markiert einen Wendepunkt in der Geschichte von Karstadt“, sagte der Investor. Leiten wird die Warenhauskette mit 120 Standorten und 25 000 Beschäftigten der Geschäftsführer Thomas Fox. Der Manager war bereits von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eingesetzt worden. Fast alle Arbeitsplätze bei Karstadt hätten erhalten werden können, so Görg. Erst am Donnerstag war der Weg für den Einstieg des Investors endgültig frei geworden. Nach der Rücknahme aller Widersprüche von Gläubigern gegen den Insolvenzplan hatte das Essener Amtsgericht das Insolvenzverfahren am späten Abend aufgehoben. Insolvenzverwalter Görg hatte den Beschluss persönlich im Essener Gericht in Empfang genommen.

In dem seit mehr als einem Jahr laufenden Verfahren hatte das Schicksal von Karstadt immer wieder auf der Kippe gestanden. Auch nach dem Zuschlag für Berggruen hatten zunächst sich über Wochen hinziehende Verhandlungen mit dem Karstadt-Vermieter-Konsortium Highstreet für Aufregung gesorgt. Kurz vor der geplanten Übergabe drohte schließlich eine Blockade durch die Beschwerden von zwei Gläubigern. Als Folge des Insolvenzverfahrens müssen die rund 40 000 Karstadt- Gläubiger nun auf rund zwei Milliarden Euro verzichten. Auch die mit Highstreet vereinbarten Mietsenkungen für die Karstadt-Warenhäuser können damit in Kraft treten. Endgültig besiegelt ist damit auch der bereits laufende Verzicht der Belegschaft im Rahmen des Sanierungsplans auf bis zu 150 Millionen Euro.

In den nächsten vier Jahren sollen nach Angaben des Managements rund 400 Millionen Euro in die Warenhauskette investiert werden. Dieses Geld solle aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden, kündigte Fox in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin “Der Handel“ an. Die von Berggruen zur Verfügung gestellten rund 70 Millionen Euro seien dagegen nicht für das Investitionsprogramm vorgesehen. Für die Warenhauskette kündigte der Geschäftsführer behutsame Veränderungen an. Dazu gehörten gezielte Investitionen in die Verkaufsflächen. Geplant sei etwa eine Stärkung der Bereiche Mode, Sport, Uhren und Schmuck sowie Heimbedarf. Zurückgefahren werden sollen die Sortimente Unterhaltungselektronik und Bücher.

dpa

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