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Kein US-Fastfood mehr für Russland - McDonald‘s zieht sich wegen Ukraine-Krieg zurück

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Von: Patrick Freiwah

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Die Einwohner Russlands müssen künftig auf McDonald‘s verzichten. Infolge des Ukraine-Krieges wird die Fast-Food-Kette in dem Land künftig keine Speisen mehr anbieten.

Moskau - Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zieht sich der US-Fastfoodriese McDonald‘s komplett aus Russland zurück. Nach über 30 Jahren werde McDonald‘s „den russischen Markt verlassen und hat einen Prozess eingeleitet, sein Russland-Geschäft zu verkaufen“, ließ die Fast-Food-Kette in einer Stellungnahme wissen.

Infolge der Maßnahme sollen sämtliche Schnellrestaurants des Unternehmens an einen „örtlichen Käufer“ verkauft werden. Überraschend kommt der Schritt nicht: Bereits Anfang März hatte McDonald‘s alle rund 850 Filialen in Russland bis auf Weiteres geschlossen, worauf der Gewinn deutlich schrumpfte. Nun zieht sich die bekannte Burger-Kette also komplett aus dem Land zurück, das gegen die Ukraine eine militärische Auseinandersetzung führt.

„Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste humanitäre Krise und das unvorhersehbare Geschäftsumfeld haben McDonald‘s zur Schlussfolgerung geführt, dass ein fortwährendes Eigentum des Russland-Geschäfts nicht länger haltbar ist“, so der Wortlaut einer Mitteilung. Zudem würde dies auch nicht in Einklang „mit den Werten von McDonald‘s“ stehen.

McDonald‘s verlässt Russland - Kreml hat längst eigene Alternative parat

Doch verkündete der Kreml unlängst, eine eigene Alternative zur US-Fast-Food-Kette als Ersatz zu planen: „Onkel Wanja“. Die verkauften Schnellrestaurants werden künftig nicht mehr Namen, Logo und Menü von McDonald‘s verwenden können, betont das amerikanische Unternehmen. Bislang betrieb McDonald‘s mehr als 80 Prozent der Schnellrestaurants mit seinem Namen in Russland selbst. Das Russland-Geschäft trug bislang neun Prozent des Konzernumsatzes bei.

Die US-Fast-Food-Kette McDonald‘s zieht sich aus Russland zurück
Die US-Fast-Food-Kette McDonald‘s zieht sich aus Russland zurück. © Artyom Geodakyan/Imago

McDonald‘s verlässt Russland: Rückzugs-Arie westlicher Unternehmen

Für die russischen Angestellten der Kette gibt es zum Abschied warme Worte: McDonald‘s-Chef Chris Kempczinski zeigte sich „stolz“ auf die 62.000 Mitarbeiter der Kette. „Ihr Engagement und ihre Loyalität gegenüber McDonald‘s machen unsere heutige Ankündigung extrem schwierig.“ Für den Rückzug wird McDonald‘s angeblich Sonderkosten von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar verbuchen, unter anderem für Abschreibungen und Fremdwährungsverluste.

Wegen des Ukraine-Konflikts haben sich bereits zahlreiche westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen - vorübergehend oder auch für immer. Westliche Staaten haben harte Sanktionen gegen Russland verhängt, die jedoch zu einem großen Teil die eigene Bevölkerung treffen. Vor McDonald‘s zogen sich auch Siemens, Apple, BMW und weitere Unternehmen aus Russland zurück. (PF/AFP)

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