Statistisches Bundesamt

Corona-Lockdown mit verheerenden Folgen: Lage für viele Gastronomie-Betriebe existenzbedrohend 

Stühle stehen angebunden an Tischen eines Restaurants, das wegen der Coronavirus-Pandemie schließen musste.
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Zusammengebundene Stühle an einem Stuttgarter Restaurant: Angesichts der Corona-Pandemie kämpfen viele Gastronomie-Betriebe um ihre Existenz.

Die Corona-Pandemie hat vielen Gastronomen das Geschäft verhagelt. Die Umsatz-Einbrüche sind dramatisch. Für viele geht es jetzt um die nackte Existenz.

  • Die Corona-Pandemie hat kaum eine Branche so hart getroffen wie Gastronomie und Hotels.
  • Das zeigen auch ein Blick in die am Montag veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes.
  • Jetzt kommt die zweite Corona-Welle. Vielen Unternehmen droht das Aus.

München – Die Corona*-Pandemie und der Lockdown im Frühjahr haben zu drastischen Umsatz-Einbrüchen bei Restaurants, Cafés, Caterern und Bars geführt. Von März bis August sanken die Einnahmen der Gastronomen in Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Regionale Lockdowns*, Kontaktbeschränkungen und Sperrstunden träfen „die Gastronomie besonders hart“, schrieben die Statistiker.

Am stärksten seien die Einbrüche im Lockdown-Monat April gewesen. Damals stürzten die Einnahmen der Branche gegenüber dem Vorjahr um über zwei Drittel ein. Seither hätten sich die Umsätze jedoch allmählich erholt, hieß es.

Die schlimmsten Einbrüche hätten Betriebe zu verkraften, die ihr Geld vor allem mit Getränken verdienen wie Kneipen und Bars. Dort seien die Erlöse von März bis August um knapp die Hälfte weggebrochen. Bei Restaurants oder Gaststätten fiel das Minus mit 29,3 Prozent zwar ebenfalls sehr kräftig aus, aber nicht ganz so stark wie bei Bars. Offenbar hätten die Unternehmen zumindest einen Teil des Gästeschwunds über Take-away-Angebote und Lieferdienste auffangen können, teilten die Wiesbadener Statistiker mit.

Besserung ist derzeit kaum in Sicht. Im Kampf gegen Corona* haben viele Regionen frühere Sperrstunden angeordnet. Dazu kommen umfassende Kontaktbeschränkungen.

Gastronomie: Corona-Pandemie führt zu starkem Stellenabbau

Die drastischen Umsatzeinbrüche haben bereits zu einem kräftigen Stellenabbau in der Gastronomie geführt. Von März bis August lagen die Beschäftigtenzahlen um rund 18 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Bei der Anzahl der Insolvenzen habe sich die Entwicklung aber bislang noch nicht niedergeschlagen. Offenbar mache sich hier die Lockerung des Insolvenzrechts bemerkbar. Die Regelung läuft allerdings zum Jahresende aus. Dann könnte die Lage für viele Betriebe existenzbedrohend werden.

Gastronomie: Hotel- und Gaststättenverband warnt vor Pleitewelle ungekannten Ausmaßes

Angesichts der Entwicklung ist auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) alarmiert: „61,6 Prozent der gastgewerblichen Unternehmer bangen um ihre Existenz“, hatte der Verband Anfang September gewarnt. Es drohe eine „Pleitewelle ungekannten Ausmaßes“.

Um die schlimmsten Folgen abzufedern, müsse die Mehrwertsteuersenkung für Speisen und Getränke über das Jahresende hinaus verlängert werden. Zudem müsse das Miet- und Pachtrecht angepasst werden, forderte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Es könne nicht sein, dass etwa Hotels, die zu 15 Prozent ausgelastet seien, unverändert die Pacht zu entrichten hätten, die bei 80 Prozent Belegung anfiele, sagte Zöllick. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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