Heftiger Streit

Lidl: Erbitterer Machtkampf beim Discounter - Konzern-Chef muss gehen - Patriarch übernimmt

Der Discounter Lidl in Marzahn-Hellersdorf. Lidl-Gründer D. Schwarz ist einer neuen Aufstellung der "Welt am Sonntag" zufolge weiterhin der reichste Deutsche.
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Lidl: Bei der Konzernmutter Schwarz tobt ein erbitterter Machtkampf.

Der Chef der Schwarz-Gruppe um Lidl und Kaufland muss gehen: Nach Unstimmigkeiten mit Inhaber Dieter Schwarz tritt Klaus Gehrig ab. Jetzt übernimmt der Patriarch erst mal selbst das Ruder.

Neckarsulm - Machtwechsel bei einem der größten deutschen Handelskonzerne: Der Chef der Schwarz-Gruppe (Lidl*, Kaufland) Klaus Gehrig (73) hat überraschend sein Amt niedergelegt. Der Manager habe sich spontan zu dem Schritt entschlossen, da er sich bezüglich einer für ihn sehr wichtigen Personalie nicht mit dem milliarden-schweren Inhaber Dieter Schwarz habe einigen können, teilte die Schwarz-Gruppe am Freitag mit.

Gehrig gilt als Architekt des Handelskonzerns und hatte die Schwarz-Gruppe mit einem Umsatz von gut 125 Milliarden Euro zu einem der größten Einzelhändler der Welt gemacht.

Schwarz-Gruppe: Jetzt übernimmt der Lidl-Eigentümer das Ruder

Die Schwarz-Gruppe teilte mit, Dieter Schwarz habe Gehrig mit der Maßgabe beurlaubt, die weitere Zusammenarbeit in einem weiteren Gespräch zu regeln. Er habe ihm außerdem für die großartige Aufbauleistung der vergangenen Jahre gedankt. Das Verhältnis zwischen Dieter Schwarz und Klaus Gehrig sei weiterhin ungetrübt.

Schwarz werde jetzt die Funktion des Komplementärs so lange selbst wahrnehmen, bis der designierte Gehrig-Nachfolger und jetzige Lidl-Chef Gerd Chrzanowski das Mandat übernehmen könne.

„Beurlaubt“: Klaus Gehrig galt lange als einer der mächtigsten Manager im deutschen Einzelhandel. Jetzt musste er gehen. (Archivbild)

Lidl: Erbitterter Machtkampf

Der machtbewusste Gehrig hatte zuletzt laut Manager Magazin für wachsenden Unmut in der Konzernzentrale gesorgt, weil er bei der Besetzung von Spitzenposten offenbar vor allem junge Frauen bevorzugt haben soll. Erst vor wenigen Wochen hatte der überraschende Abgang von Melanie Köhler (30) bundesweit für Schlagzeilen* gesorgt. Köhler war binnen weniger Jahre bis zur Vorstandsvorsitzenden von Schwarz Dienstleistungen aufgestiegen und verantwortete damit die meisten Zentralfunktionen der Gruppe, darunter die zentralen Ressorts Finanzen, Produktion und Immobilien. Köhler galt als Protegé von Gehrig. Außerdem soll Gehrig auch den Aufstieg seines designierten Nachfolgers Chrzanowski blockiert haben. Damit habe er zuletzt auch Konzern-Chef Dieter Schwarz gegen sich aufgebracht. Mit einem geschätzten Vermögen von rund 27 Milliarden Dollar gilt der Unternehmer als einer der reichsten Deutschen. (dpa/utz) Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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