Kostenfalle Hauskauf: Wieviel Haus können Sie sich leisten?

Allerdings muss im Vorfeld der Taschenrechner gezückt werden, damit aus dem Traum vom Eigenheim nicht etwa der Albtraum in der Schuldenfalle wird. Wie bekannte finanzielle Größen kalkuliert werden und auf welche versteckten Kosten Kaufinteressenten besser vorbereitet sein sollten, soll dieser Beitrag zeigen.

Zum Status Quo: Niedrige Zinsen sind ein großer Anreiz – und bergen Risiken

Aktuell sind Hypotheken mit zehn Jahren Laufzeit nach Angaben der FMH Finanzberatung mit einem durchschnittlichen Zins von 1,56 Prozent zu haben - vor einem Jahr lag das Niveau noch bei 1,71 Prozent, vor drei Jahren bei 2,54 Prozent und vor fünf Jahren bei 3,72 Prozent“, heißt es in diesem aktuellen Beitrag. Doch der Schein, der suggeriert, dass sich ein jeder auch ohne Eigenkapital und nur aufgrund der günstigen Zinslage ein Eigenheim leisten kann, der trügt, denn die Finanzierung eines Eigenheims ohne angesparte finanzielle Mittel kann schnell zum Risiko werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Thema Finanzierung ohne Eigenmittel für die Eigenheim-Interessenten ad acta gelegt werden muss, denn in Anbetracht der hohen Mietpreise fällt es gerade Familien oft schwer, etwas beiseite zu legen. Sie setzen dann auf eine sogenannte Vollfinanzierung, die von Verbraucherschützern durchaus kritisch beäugt wird.

Der Kostenplan: Wie viel Haus können sich Interessierte leisten?

Ob zehn Euro mehr oder weniger monatlich verfügbar sind, scheint nicht so von Belang, doch wenn es öfter zu Rundungsfehlern im Kostenplan kommt, könnte dies fatale Folgen haben.

Wer sich mit dem Thema Eigenheimkauf beschäftigt, kommt nicht Umhin, bereits im Vorfeld genau zu rechnen, welche Finanzierungssumme langfristig zurückzuzahlen ist. Idealerweise steht diese exemplarische Kalkulation bereits vor etwaigen Kaufüberlegungen, denn nur mit einem realistischen Finanzrahmen können die Objekte bei der Suche ausgewählt werden, die auch finanzierbar sind. Auf diesem Immobilienportal werden vier Schritte ausgewiesen, um zu erfahren, welcher Betrag ganz individuell finanzierbar ist:

  1. Zunächst muss feststehen, welcher monatliche Betrag für die Tilgung der Kreditarten aufegbracht werden kann. Dafür ist eine ausführliche Einkommen-Ausgaben-Gegenüberstellung nötig.
  2. Nun muss die Entscheidung gefällt werden, ob eine Vollfinanzierung berechnet werden soll oder ob Eigenkapital vorhanden ist, das zur Finanzierung der Immobilie beitragen kann.
  3. Im nächsten Schritt soll nun der individuell mögliche Kreditbetrag festgelegt werden.
  4. Bevor ein Kreditvertrag unterschrieben wird, ist es wichtig, sich klar darüber zu werden, ob der gespannte Kostenrahmen über Jahre hinweg gehalten werden kann. Ein Beispiel: Wenn über fünf Jahre hinweg keine Kosten für neue Kleidung einkalkuliert sind, zeugt das nicht gerade von einem realistischen Finanzierungsplan.

Die größte Gefahr ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Was gerade so einfach und simpel unter Schritt 1 abgehandelt wurde, stellt in der Praxis die größte Hürde dar, denn für einen realistischen Finanzplan müssen alle Kostenfaktoren berücksichtigt werden. Was dabei auf der Einnahmen- und Ausgaben-Seite steht, wird im Folgenden beschrieben:

Einnahmen

  •  Nettogehalt (bzw. Nettogehälter eines Paares). Achtung: Möchte das Paar eine Familie gründen, muss einkalkuliert werden, dass ein Partner weniger verdienen wird, um sich für einen gewissen Zeitraum stärker um die Kindererziehung zu kümmern.
  • Nebeneinkünfte. Entfällt das Haupteinkommen eines Ehepartners, weil dieser sich in Familienzeit befindet, gibt es dennoch die Möglichkeit, Einkünfte aus Nebentätigkeiten zu generieren. Auch können hier Einnahmen aus Vermietungen sich günstig auswirken.
  • Leistungen. Wer Kinder hat, bekommt Kindergeld. Zudem gibt es weitere individuelle Leistungen, die die Einnahmenseite begünstigen können.
Ausgaben
  • Wohnkosten. Neben dem Betrag, der aufgewendet werden muss, um den Kredit zu tilgen, fallen Kosten für Nebenkosten, Strom und Heizung hierunter. Auch sollte regelmäßig ein kleiner Betrag zurückgelegt werden, um etwaige Reparaturen am Eigenheim zu ermöglichen.
  • Lebenshaltungskosten. Dieser Posten ist nur schwer pauschal zu halten, denn er ist abhängig von der Bedarfslage der Eigenheim-Interessenten und deren Art zu wirtschaften. Grundsätzlich fallen hierunter Kosten für Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente, Telefonie und Internet sowie Mobilität (Auto, öffentliche Verkehrsmittel).
  • Versicherungen. Auch Versicherungen wie Haftpflicht, Hausrat und mögliche Altersvorsorgen müssen hier (inklusive Dynamikanpassung) mit in die Berechnung einfließen.
  • Leben. Ein Fixkostenbetrag für neue Kleidung, Urlaube, Freizeitgestaltung, Sport und Ausgehen gehört ebenso dazu wie sonstige Ausgaben, unter die beispielsweise Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke fallen.
Tipp:Wer seine Kosten langfristig unter Kontrolle haben möchte, dem kann ein Haushaltsbuch weiterhelfen. Wer dies bereits vor dem Gedanken an ein Eigenheim geführt hat, kann daraus verlässliche Werte für die Kostenkalkulation ableiten. Wer erst mit der Finanzierung des Eigenheims beginnt ein Haushaltsbuch zu führen, kann so langfristig eine Übersicht über die eigene Finanzlage erhalten.

Rubriklistenbild: © AlexanderStein pixabay.com

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