Kein Ende im Wirtschaftskrimi um Porsche und VW

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Im Wirtschaftskrimi um Porsche und Vw ist kein Ende in Sicht.

Wolfsburg - Der Übernahme-Machtkampf zwischen Porsche und VW steuert auf seinen Höhepunkt zu, der Konflikt ist zu einer Art Wirtschaftskrieg entbrannt.

Der sonst eher für leise Töne bekannte Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche wies am Wochenende ein Ultimatum von VW und dem Land Niedersachsen, bis Montag auf ein Rettungsangebot des VW-Konzerns für Porsche einzugehen, mit harschen Sätzen zurück. “Erpressen lassen wir uns nicht. Dies hilft niemandem“, polterte Porsche. “Ultimaten gehören nicht in das 21. Jahrhundert.“

Volkswagen und Niedersachsen hatten dem hoch verschuldeten VW-Großaktionär Porsche nach monatelang andauernden ergebnislosen Gesprächen die Pistole auf die Brust gesetzt. In dieser Woche müsse es eine Entscheidung geben, welchen Weg die Schwaben gehen wollten - gemeinsam mit oder eben ohne VW. Das verlautete aus Konzernkreisen. Danach sei die Tür zu. Dann müsse die Sportwagenschmiede alleine sehen, wie sie ihren gewaltigen Schuldenberg in den Griff bekomme, den sie sich mit der geplanten VW-Übernahme aufgehalst habe.

Wolfgang Porsche platze daraufhin der Kragen. “Ultimaten waren - egal wo - ob im privaten Bereich oder in der Politik, insbesondere aber im Bereich der Wirtschaft nie zielführend.“ Porsche gehe nach wie vor davon aus, “dass wir gemeinsam mit VW zum Wohle beider Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft planen“. Doch VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sind nach einer wochenlangen Hängepartie mit ihrer Geduld am Ende.

Porsche zeigt sich stur

Zielscheibe ihrer Kritik ist vor allem Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der sich mit aller Kraft dagegen stemmt, dass der Sportwagenbauer künftig von Wolfsburg aus regiert wird - aus VW-Sicht ein irrationales Vorgehen. Das Rettungsangebot von VW sieht vor, dass der Wolfsburger Konzern der Porsche Holding für drei bis vier Milliarden Euro einen 49-Prozent-Anteil an der Porsche AG abkauft.

In einem nächsten Schritt würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen übernehmen, die von der Porsche Holding gehalten werden. Zum Schluss würden Porsche und VW fusionieren. Die Familien Porsche und Piëch könnten an einem vereinten Konzern mehr als 40 Prozent der Aktien halten, Niedersachsen 20, Katar rund 15 und ein weiterer Staatsfonds fünf Prozent.

Sollte Porsche nicht auf das Angebot eingehen, müsse der Sportwagenbauer auch damit rechnen, dass VW im September auf der Rückzahlung eines im März gewährten 700-Millionen-Euro-Kredits bestehe. Dies würde die finanzielle Krise von Porsche verschärfen. Wiedeking, der als westfälischer Sturkopf gilt, gab sich am Sonntag kämpferisch: “Ich habe bei Porsche ein Projekt begonnen, nämlich die Schaffung einer starken Allianz von VW und Porsche. Das möchte ich zu Ende bringen“, sagte der 56-Jährige. “Mein Vertrag läuft bis 2012.“

Dabei setzt er vor allem auf das Herrscherhaus von Katar. Das Emirat könnte Porsche Milliarden in die Kasse spülen. Im Rennen sind nach dpa-Informationen weiter drei Varianten: Das Emirat steigt direkt bei der Porsche Holding SE ein, Katar kauft Porsche seine Optionen auf VW-Aktien im Umfang von bis zu 24 Prozent ab oder beide Möglichkeiten werden kombiniert. Der tatsächliche Ausgang: Völlig offen, heißt es in Stuttgart. In der Branche indes sorgt der immer bizarrere Blüten treibende Konflikt längst für Kopfschütteln. Es drohe eine Spaltung der Familien Porsche und Piëch, sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. “Wenn die Waffenscheine hätten, müsste man sie denen abnehmen, sonst schießen sie sich gegenseitig tot.“

dpa

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