Geldstrom seit April

Japans Notenbank bietet Deflation die Stirn

Tokio - Seit April pumpt die japanische Notenbank Milliarden in die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, um die Deflation im Land zu bekämpfen. Bislang hat die riskante Maßnahme Erfolg.

Die japanische Notenbank gewinnt im Kampf gegen die Deflation zusehends an Boden. Nach Angaben der Regierung vom Freitag legte die Teuerung im Oktober spürbar zu. Die sogenannte Kerninflation, die den Preisauftrieb ohne stark schwankungsanfällige Komponenten wie Energie oder Lebensmittel abbildet, war erstmals seit fünf Jahren positiv. Mit 0,3 Prozent blieb der Anstieg zwar moderat. Für japanische Verhältnisse ist das aber nicht wenig, höher hatte die Rate zuletzt im Jahr 1998 gelegen.

Die Verbraucherpreise inklusive Energie und Nahrung stiegen um 1,1 Prozent - der höchste Wert seit Herbst 2008. Die Chancen, dass die japanische Zentralbank das Land aus dem Teufelskreis sinkender Preise und lahmender Konjunktur befreien kann, scheinen damit gut zu stehen.

Seit April flutet die Notenbank die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt mit Geld. Mit massiven Wertpapierkäufen über monatlich sieben Billionen Yen (etwa 50 Mrd Euro) will sie die Geldmenge bis 2015 verdoppeln. Das soll die Inflationsrate auf zwei Prozent heben.

Skeptiker bezweifeln, dass dies gelingt - in Japan stagniert das Lohn- und Gehaltsniveau. Pessimistisch bleiben auch die Finanzmärkte: Den Volkswirten der Commerzbank zufolge rechnen professionelle Anleger allenfalls auf mittlere Sicht mit stärkerem Preisauftrieb.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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