Ex-Bundesbankchef Weber muss bei UBS früher ran

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Axel Webers Wechsel zur UBS wird kritisch gesehen.

Frankfurt/Main - Der ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber wird früher als geplant für die in Turbulenzen geratene Schweizer Großbank UBS arbeiten. Wann der Volkswirt seinen neuen Job antritt:

Die Bundesbank erteilte dem 54-jährigen Volkswirt die Erlaubnis, das durch einen Zockerskandal gebeutelte Geldhaus bereits ab Februar 2012 zu beraten, bestätigte die Notenbank am Mittwoch einen Bericht der “Welt“. Webers Engagement bei den Schweizern vor Ablauf der einjährigen Schamfrist stieß auf deutliche Kritik. Notenbanker haben nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt eigentlich eine Frist von einem Jahr einzuhalten, bevor sie eine neue Tätigkeit übernehmen. Weber hatte die Bundesbank im April verlassen.

“Er hat uns vor eine unglückliche Entscheidung gestellt“, sagte ein Bundesbanker der “Welt“. Rechtlich hätte die Bundesbank aber keine große Handhabe gegen Webers Antrag gehabt. “Wir hätten es allerdings besser gefunden, Weber hätte sich so kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt etwas ruhiger verhalten.“

Weber, der die Bundesbank im Streit um das Krisenmanagement im Euro-Staatschuldendebakel verlassen hatte, galt zeitweise auch als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Im Mai 2012 soll er wie geplant Mitglied des UBS-Verwaltungsrats werden und später Präsident des Gremiums.

Insider-Informationen über die Konkurrenz

“Aus seiner Zeit als Bundesbankchef nimmt Axel Weber sensible Insider-Informationen über die deutsche Konkurrenz mit zu seiner künftigen UBS-Beratertätigkeit“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick der “Welt“. Schließlich habe die Bundesbank als Finanzaufsicht und Krisenmanager wichtige Einblicke in Geschäftsgeheimnisse von deutschen Banken erhalten.

Die Bundesbank knüpfte an den Weber-Wechsel allerdings klare Bedingungen: “Bei nachfolgenden Tätigkeiten ist auf die Interessen der Bundesbank Rücksicht zu nehmen“, hieß es in einer Stellungnahme. “Weiter darf das Ansehen der Bundesbank nicht beschädigt und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank nicht beeinträchtigt werden; Interessenkonflikte sind zu vermeiden.“

Die UBS wollte laut “Welt“ keinen Kommentar abgeben. Das Institut ist in Turbulenzen geraten, nachdem UBS-Vorstandschef Oswald Grübel nach einem Zockerskandal bei der Bank zurückgetreten war.

dpa

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