Eon-Schock: 50 Prozent der Jobs sind bedroht

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Die Mitarbeiter in der Eon-Konzernzentrale müssen um ihre Jobs bangen.

Düsseldorf - In der Eon-Konzernzentrale droht ein Kahlschlag: Das Management erwägt, jede zweite Stelle zu streichen. Betriebsräte und Beschäftigte sind schockiert. Die Gründe für die radikale Maßnahme

Der geplante massive Stellenabbau beim größten deutschen Strom- und Gaskonzern Eon nimmt Gestalt an: In der Konzernzentrale in Düsseldorf stehen nach Angaben des Unternehmens 40 bis 50 Prozent der insgesamt 800 Arbeitsplätze auf der Kippe - und damit praktisch jede zweite Stelle. In einem internen Schreiben von Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg seien die Mitarbeiter von den Vorüberlegungen des Managements zu den Einsparungen unterrichtet worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Der Betriebsrat nannte das jetzt angekündigte Ausmaß des Stellenabbaus einen “Schock und in dieser Dimension unvorstellbar“.

Als Orientierungspunkt für die Ausstattung von Konzernleitungen verwies Reutersberg vor allem auf andere vergleichbare Konzernzentralen, die mit deutlich weniger Mitarbeiter auskämen. Konkrete Angaben zu den Stellenstreichungen machte er aber nicht. Der Vorstand werde in dieser Frage weiterhin eng und vertrauensvoll mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten. Verdi-Bundesvorstand Erhard Ott forderte den Eon-Vorstand auf, unverzüglich Gespräche mit dem Betriebsrat aufzunehmen. “Wir werden um die Arbeitsplätze kämpfen“, kündigte er an.

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Es sei nicht akzeptabel, bei den Überlegungen zum Stellenabbau nur auf den Vergleich mit anderen Konzernzentralen zu bauen, betonten die Arbeitnehmervertreter. Es sei fahrlässig, lediglich ein Ziel zu setzen und keine Vorstellungen darüber zu haben, wie der Weg dorthin aussehen soll. “Der Vorstand verstärkt die Verunsicherung der Mitarbeiter“, hieß es. Die Konzernzentrale sei in den vergangenen Jahren durch die Übernahme von anderen operativen Aufgaben vergrößert worden.

Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer wandte sich scharf gegen eine frühere Aussage von Reutersberg, in der er Mitarbeiter als “Ballast“ bezeichnet haben soll. In einer Videobotschaft an alle Eon-Beschäftigten hatte der Manager laut Prüfer gesagt: “Bei der Administration gibt es Hinweise, das wir zu viele Kapazitäten vorhalten, zu viel an Ballast haben.“ Die Eon-Mitarbeiter “werden sich nicht als Ballast bezeichnen lassen“, sagte Prüfer.

Anfang August hatte Eon-Chef Johannes Teyssen angekündigt, weltweit den Abbau von bis zu 11 000 der knapp 80 000 Arbeitsplätze zu prüfen. Die Hälfte der Einsparungen sollen nach Angaben des Betriebsrats auf Deutschland entfallen. Seit der Ankündigung wird unter anderem über eine mögliche Schließung der Eon-Standorte in Hannover und München spekuliert. Auch die Zukunft der Zentrale von Eon Ruhrgas in Essen ist ungewiss. Teyssen will bis 2015 jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen.

dpa

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