Unternehmen stellen Zeugnis aus

Energiewende: Note "4 -" für Bundesregierung 

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Windkraftanlagen drehen sich am 28.02.2013 in der Nähe von Brüssow (Mecklenburg-Vorpommern) in einem Windpark

Berlin - Die Hälfte der Unternehmen in Deutschland hat der Bundesregierung in Sachen Energiewende ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Unterm Strich gab es die Note "Vier minus".

Rund die Hälfte der deutschen Unternehmen stellt Bundesregierung und Ländern bei der Gestaltung der Energiewende die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ aus. Das ergab eine am Montag in Berlin veröffentliche repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Unter dem Strich stehe eine „Vier minus“. Lediglich 3,4 Prozent der Befragten hielten das politische Management der Energiewende für „sehr gut“ oder „gut“. Eine große Mehrheit spricht sich für ein EU-weit einheitliches Fördersystem bei erneuerbaren Energien aus. Seit Monaten warnt die Wirtschaft vor zu hohen Kosten und fordert eine umfassende Reform.

Trotz aller Kosten sind die Verbraucher der Energiewende scheinbar mehr gesonnen als die Wirtschaft. 82 Prozent befürworten den Ausstieg aus der Atomenergie und einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Dachverbands der Verbraucherzentralen. Allerdings halten auch hier 48 Prozent die Umsetzung für schlecht. Als größte Vorteile der Energiewende werden Klima- und Umweltschutz (38 Prozent) sowie eine höhere Sicherheit durch den schrittweisen Atomausstieg bis 2022 (23 Prozent) genannt.

Allerdings wird eine gerechtere Kostenverteilung mit einer Entlastung der Verbraucher gefordert: 62 Prozent lehnen die teils massiven Rabatte für stromintensive Industriebetriebe ab. Diese Rabatte werden auf die Verbraucherstrompreise aufgeschlagen und machen Strom für sie teurer.

Deutsche wollen Energiewenden - kritisieren aber Umsetzung

Die ganz große Mehrheit der Deutschen steht einer Umfrage zufolge hinter der Idee der Energiewende, kritisiert aber deren Umsetzung und steigende Strompreise. 82 Prozent der Bundesbürger befürworten den Ausstieg aus der Atomenergie und einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Montag mitteilte. 48 Prozent der Befragten kritisierten aber die bisherigen Ansätze der Politik, nur 40 Prozent unterstützten sie.

Haupt-Kritikpunkt der Verbraucher ist laut vzbv, dass die Strompreise zu stark steigen. 52 Prozent der Befragten nannten dies demnach als einen Nachteil der Energiewende. Trotzdem überwiegen für mehr als zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) die Vorteile. Als solche nannten die Verbraucher mehr Klima- und Umweltschutz (38 Prozent) sowie eine höhere Sicherheit durch den Atomausstieg.

vzbv-Chef Gerd Billen forderte von der Politik nun Korrekturen, "damit die Stimmung nicht kippt": "Die Energiewende ist richtig und wichtig. Das sehen auch die Verbraucher. Die Akzeptanz darf aber nicht verspielt werden", erklärte er in Berlin. Wichtig sei vor allem, dass die Energiekosten nicht weiter steigen.

dpa/AFP

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