Elektronische Lohnsteuerkarte lässt auf sich warten

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Bald soll es keine Lohnsteuerkarte auf Papier mehr geben

Berlin - Die elektronische Lohnsteuerkarte kommt später als geplant. Statt zum 1. Januar soll das neue Verfahren erst im zweiten Quartal 2012 starten. Was in der Übergangszeit geplant ist.

Das bestätigte die Sprecherin des Bundesfinanzministeriums, Silke Bruns, am Dienstag. Hintergrund seien technische Probleme.

 Noch in dieser Woche werde eine Arbeitsgruppe, geführt vom Land Nordrhein-Westfalen, über einen neuen Termin zur Einführung beraten.

Dann werde auch festgelegt, welches Verfahren in der Zwischenzeit verwendet wird, sagte Bruns. Sie betonte, für die Bürger ändere sich durch die Verzögerung nichts. Briefe der Finanzverwaltung zur elektronischen Lohnsteuerkarte, die derzeit bei vielen Steuerzahlern ankommen, sollten unbedingt wie beschrieben bearbeitet werden, sagte sie. In den Schreiben wird dazu aufgefordert, Angaben zur Steuerklasse und andere Informationen zu prüfen und eventuelle Fehler zu melden.

Papierkarten gab es 2010 zum letzten Mal

Das Übergangsverfahren zwischen der Lohnsteuerkarte auf Papier und der elektronischen Version läuft bereits. Die letzten Lohnsteuerkarten auf Papier wurden für das Jahr 2010 ausgegeben und gelten dieses Jahr weiter. Sie sollten zum 1. Januar endgültig von der elektronischen Version abgelöst werden.

Das jedoch verhinderten diverse technische Schwierigkeiten. Es gebe “unterschiedliche Fehlerquellen“, sagte Bruns. Dazu gehörten die Datenübertragung von den Meldebehörden an die neue zentrale Steuer-Datenbank und die Funktionen der Datenbank selbst. Ein pünktlicher Start des neuen Systems zum 1. Januar wäre eventuell möglich gewesen, wenn auf einen Probelauf mit mehreren Unternehmen verzichtet worden wäre, erläuterte Bruns. Diesen solle es aber auf jeden Fall geben.

Die elektronische Lohnsteuerkarte heißt offiziell “ELStAM“. Das Kürzel steht für “Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale“. Künftig muss ein Arbeitnehmer zu Beginn einer neuen Beschäftigung seinem Arbeitgeber nur noch das Geburtsdatum und die steuerliche Identifikationsnummer mitteilen. Alle anderen benötigten Daten, etwa zur Lohnsteuerklasse, kann der Arbeitgeber elektronisch bei der zentralen Datenbank der Finanzverwaltung abrufen.

dpa

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