Edeka-Märkte werden größer

Hamburg - Die Edeka-Gruppe hat sich an die Spitze des Lebensmittel-Einzelhandels in Deutschland gesetzt. Mit hohen Investitionen will sie in dem hartumkämpften Markt ihre Position halten und ausbauen.

Die 4500 selbstständigen Edeka-Kaufleute haben im vergangenen Jahr ein kräftiges Wachstum von 8,8 Prozent erreicht und erstmals mehr als 20 Milliarden Euro umgesetzt. „Unser Modell des Unternehmer-Unternehmens funktioniert so gut wie noch nie“, sagte Markus Mosa, der Vorstandschef der Edeka-Zentrale, am Dienstag in Hamburg. Die selbstständigen Kaufleute bilden den Kern der genossenschaftlichen Handelsgruppe.

Der Verbund wird ergänzt von Regiebetrieben und regionalen Großhandelsgesellschaften sowie der Discount-Kette „Netto“. Insgesamt erzielte der Verbund einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro, 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 306 000 Mitarbeitern ist Edeka einer der größten Arbeitgeber in Deutschland.

Im laufenden Jahr erwartet Mosa sowohl für die Edeka-Kaufleute als auch für „Netto“ abermals ein Umsatzplus von zwei oder drei Prozent. „Wir stärken das unternehmerische Element, indem wir Märkte privatisieren und Existenzgründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten“, sagte er.

Die Struktur der Edeka-Märkte sei in einem ständigen Wandel begriffen, die Läden werden im Durchschnitt immer größer. So wurden im vergangenen Jahr 191 neue Edeka-Märkte eröffnet, aber noch mehr kleinere Märkte geschlossen. Doch auch auf vergleichbarer Fläche habe Edeka mit einem Wachstum von 3,6 Prozent bei den Märkten branchenweit Maßstäbe gesetzt.

Die zweite Säule des Geschäfts, die Discount-Kette „Netto“, erreichte ein Erlösplus von 3,3 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Trotz der Umsatzsteigerungen ist der Gesamtgewinn des Verbundes mit 1,13 Milliarden Euro vor Steuern nur konstant geblieben. „Wir hatten allein für Energie Kostensteigerungen im dreistelligen Millionenbereich zu verkraften, deshalb ist das ein erheblicher Erfolg und eine enorme Leistung“, sagte Mosa.

Edeka wolle seine ohnehin schon hohen Investitionen im laufenden Jahr nochmals steigern, um die Struktur der Märkte, die Logistik und die Informationstechnik zu modernisieren. Im laufenden Jahr will die genossenschaftliche Gruppe 1,4 Milliarden Euro investieren, nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Zu den Preisen im Einzelhandel ließ sich Vorstand Gert Schambach keine eindeutige Aussage entlocken. Einige Produkte könnten wegen höherer Kosten teurer werden. Bei anderen seien die Rohstoffkosten nach den Spitzenwerten im vergangenen Jahr wieder rückläufig, so dass sie auch billiger werden könnten - wie zum Beispiel Kaffee.

Angesichts des harten Wettbewerbs im Lebensmittel-Einzelhandel könnten die Kunden jedoch sicher sein, dass Kostensenkungen auch bei den Endverbrauchern ankommen würden. Das Kartellamt hat sich verschiedentlich mit der Branche auseinandergesetzt. Die vier größten Handelsunternehmen vereinen inzwischen rund 85 Prozent des Absatzmarktes in Deutschland auf sich. Das führt unter anderem zu einer großen Einkaufsmacht.

dpa

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