Discounter profitieren erstaunlich wenig von der Krise

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Die Discounter profitieren nicht wie erwartet von der Krise.

Berlin - Discounter profitieren weit weniger von der Krise als bsiher angenommen. Das liegt vor allem daran, dass die Bürger die Krise noch nicht im eigenen Geldbeutel spüren.

Discounter profitieren erstaunlich wenig von der Krise Von Maren Martell, dpa (Mit Bild) Berlin (dpa) - Die Ringsalami für 3,55 statt 3,79 Euro und der Prosecco für 4,99 statt 5,49 Euro. Mit Preissenkungen ging Deutschlands führender Discounter Aldi bereits Anfang September erneut in die Offensive. Die Konkurrenz reagierte prompt. So setzte auch Lidl wieder den Rotstift an: Eine 1,5 Liter-Flasche Cola kostet derzeit nur noch 44 Cent - 46 Prozent weniger. Ein Karton spanischer Rotwein ist für 16 statt 23,94 Euro zu haben.

Zum Herbst hin hat sich der schon lange andauernde Preiskampf unter den Billigheimern noch einmal verschärft. Diese profitierten aber auch nicht so sehr von der Wirtschaftskrise wie ursprünglich erwartet. “Die Discounter wachsen zwar weiter, aber nicht in dem Maße, wie vermutet“, beobachtet Wolfgang Twardawa vom Marktforschungsinstitut GFK in Nürnberg. Es tobe gerade ein enormer Wettbewerb. Druck käme auch von den herkömmlichen Supermärkten, die ebenfalls ständig die Preis senken. Problem sei zudem, dass die Verbraucher die Krise bislang nicht so stark in ihren Portemonnaies zu spüren bekommen.

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Und auch eine Verschärfung der Situation mit höherer Arbeitslosigkeit dürfte nicht “zu einem größeren Schub zugunsten der Discounter“ führen. “Das potenzielle Klientel ist schon weitgehend ausgeschöpft“, betont Twardawa und beobachtet eine Kannibalisierung. Die rund 15.000 Discounter haben mittlerweile einen Marktanteil von gut 42 Prozent. “Da ist nicht mehr viel zu holen.“ Nun werde versucht, Wachstum verstärkt durch die Eröffnung neuer Filialen zu generieren. Wenn “es aber alle 200 Meter einen Lidl, Aldi oder Norma gibt“, ist ein geringerer Umsatz pro Laden die Folge.

Marktforscher wundern sich

Auch die Marktforscher von Nielsen in Frankfurt überrascht, dass ausgerechnet die preisaggressivsten Anbieter ein nicht so starkes Umsatzwachstum hinlegen. Angesichts der heftigen Preisreduzierungen müsste da nun deutlich mehr über die Menge erlöst werden, heißt es. Das passiere aber nicht. “Der Konsum hat sich insgesamt viel robuster gezeigt als erwartet, deshalb konnten auch die Discounter ihre Wirkung nicht voll entfalten“, betont Hubertus Pellengahr vom Bundesverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Zudem hätten gerade die herkömmlichen Supermärkte viel Boden wettgemacht.

So haben sich viele modernisiert und halten mit mehr Service und Qualität dagegen. Nach GfK-Einschätzung hat Aldi im ersten Halbjahr sogar einen Umsatzrückgang von 4,1 Prozent hinnehmen müssen. Aldi sei aber ein Sonderfall, weil das Unternehmen besonders stark auf niedrige Preise setze, erklärt Twardawa. Problem sei auch, dass das Geschäft mit Strümpfen, Computern und Kettensägen nicht mehr so gut laufe. “Jeder bietet mittlerweile Nonfood beziehungsweise Aktionsware an.“ Ähnlich wie bei Aldi, Lidl und Co. wachsen bei den Textildiscountern wie KiK und Takko die Bäume ebenfalls nicht mehr in den Himmel, beobachtet der Textileinzelhandelsverband. “Die werden in diesem Jahr sicher besser davonkommen als die übrige Branche, doch eine gewisse Sättigung ist zu beobachten“, betont Jürgen Dax.

Auch hier werde Wachstum vor allem noch über die Fläche erzielt. So plant Kik, der immer wieder wegen schlechter Bezahlung und der Überprüfung von Mitarbeitern in die Kritik gerät, in diesem Jahr in Deutschland noch 74 Neueröffnungen. Derzeit betreibt die zu Tengelmann (Obi, Kaisers) gehörende Kette allein hier 2377 Ladenlokale. Auch Takko setzt weiter auf Expansion. Von den europaweit rund 150 neuen Filialen werden bis zu 50 in Deutschland neu öffnen. Das Mode-Unternehmen C&A hat hingegen seinen erst im Frühjahr 2008 gestarteten Minipreis-Discounter “Avanti“ wieder vom Markt genommen. Das Konzept war ein ursprünglich auf zwei Jahre angelegter Test. In der Wirtschaftskrise sei es besser, sich auf eine etablierte Kernmarke zu konzentrieren, begründete das Unternehmen seine Entscheidung.

dpa

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