DIHK-Präsident fordert Verteidigung der Handelswege

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DIHK-Präsident Driftmann

Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat die Bundeswehr offensiv zur Verteidigung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland aufgefordert.

Für Deutschland “wäre es eine Katastrophe, wenn die Handelswege, insbesondere nach Südostasien, dauerhaft eingeschränkt oder bedroht wären“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem Nachrichtenmagazin “Focus“. Die Bundeswehr müsse sich “dringend den neuen Anforderungen stellen“.

Driftmann forderte außerdem eine Halbierung des Personals im Verteidigungsministerium.

Die USA hätten seit der Finanzkrise als Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft an Bedeutung verloren, sagte Driftmann laut Vorabmeldung vom Sonntag. “Stattdessen engagieren wir uns jetzt stärker in Südostasien und Teilen Südamerikas. Wenn also die Schifffahrts- und Handelswege dorthin nicht mehr sicher sind, was glauben Sie, was wir hier zu Lande für Probleme bekommen“, meinte Driftmann: “Nicht nur wirtschaftliche, sondern auch haushaltspolitische, arbeitmarktpolitische und gesamtgesellschaftliche. Auch für diese Aufgabe brauchen wir die Bundeswehr.“

Kritik an der Beschaffung

Driftmann kritisierte, die Bundeswehr sei nur bedingt handlungsfähig. “Wir haben heute eine relativ große Armee allerdings sind von den 250.000 Soldaten auf dem Papier faktisch nur maximal 8.000 einsatzbereit. Mehr kann man zum Beispiel gar nicht gleichzeitig in Auslandseinsätze schicken. Das ist bitter wenig.“

Außerdem müsse die Bundeswehr die Ausrüstungsbestellungen verbessern. “Bisher ordern die Führungsstäbe maßgeschneiderte Ausrüstung am liebsten noch mit Goldrand“, kritisierte er. “Nirgendwo auf der Welt wird so detailliert Ausrüstung bestellt wie hier. Und wenn sie dann endlich fertig ist - nach Jahrzehnten, ist sie unter Umständen schon wieder veraltet. Das müssen wir ändern.“

Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung mit seinen 8.500 Mitarbeitern sei wesentlich größer als die Einkaufsabteilungen deutscher Groß-Unternehmen, sagte Driftmann. Diese wickelten vergleichbare Volumen mit gerade mal zehn Prozent des Personals ab. “Der Tanker Bundeswehr ist zu schwerfällig. Er muss schlanker und effizienter werden“, sagte Driftmann, der auch Vize-Vorsitzender der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr ist. “Das gilt auch für das Ministerium: Wir haben in der Kommission konkrete Vorstellungen davon, wie man das Verteidigungsministerium verschlanken muss. Das ist ja sehr, sehr groß. Das kann man leicht halbieren.“

apn

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