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Haus zu teuer: Rentnerin muss auf Campingplatz ziehen – Sie ist nicht die Einzige

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Von: Lisa Mayerhofer

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Campingbranche in MV
Dauercampingplätze werden offenbar stärker nachgefragt.(Symbolbild) © Stefan Sauer/dpa

Die hohe Inflation setzt vor allem Menschen mit geringem Einkommen unter Druck. Eine Rentnerin ist auf einen Campingplatz gezogen, weil sie sich die Kosten für ihr Haus nicht mehr leisten konnte.

Magdeburg – Die Armut in Deutschland hat laut dem Paritätischen Gesamtverband ein Rekordniveau erreicht. 2021 sei die Armutsquote auf den Höchststand von 16,6 Prozent gestiegen. 13,8 Millionen Menschen müssen demnach hierzulande derzeit zu den Armen gerechnet werden, 600.000 mehr als vor der Pandemie.

Wegen der hohen Inflation sei laut Verband mit einer weiteren Verschärfung der Lage zu rechnen. Neben steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen setzen auch höhere Mieten Menschen mit geringem Einkommen unter Druck. Besonders betroffen sind Familien, Hartz-IV-Empfänger und Rentner.

Haus zu teuer: Rentnerin muss auf Campingplatz ziehen

Manche können sich nicht einmal mehr ihr bisheriges Dach über dem Kopf leisten, weil ihnen das Geld dafür nicht mehr reicht: Die Rentnerin Viola H. ist auf einen Campingplatz in der Nähe von Magdeburg gezogen, weil sie sich die Kosten für ihr Haus nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr leisten konnte. „Mit einer Rente mit etwas mehr als 600 Euro und vom Arbeitsamt vielleicht noch die 150 Euro, da kann man das Haus nicht halten. Hier ja“, erklärt die Rentnerin gegenüber RTL.

Die Parzelle, auf der die Rentnerin seit einigen Monaten lebt, kostet auf dem Campingplatz rund 1.000 Euro im Jahr, inklusive Wasser und Müllentsorgung. Viola hat dort knapp 40 Quadratmeter zur Verfügung. Laut RTL leben auf dem Campingplatz etwa 30 Menschen das ganze Jahr.

Platzbetreiberin Doreen Hauke sagte gegenüber dem Sender, dass sie immer mehr Anfragen für ihre Dauercampingplätze bekomme. „Ich hab einige, die sagen: Ich kratz meine ganzen Taler zusammen und hole mir eben einen Wohnwagen oder ein Wohnmodul“, erklärt die Platzbetreiberin. 

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Mieten steigen stärker als im Vorjahr

Dauercampingplätze werden offenbar stärker nachgefragt. Die Situation auf den Mietmärkten bleibt währenddessen angespannt: Laut dem Mietkompass des Immobilienunternehmens immowelt sind die Angebotsmieten dieses Jahr in vielen deutschen Großstädten stärker gestiegen als im Vorjahr.

Grund für die zunehmende Preisdynamik seien unter anderem die stark gestiegenen Bauzinsen. Dadurch wird für viele Menschen der Immobilienkauf immer unrealistischer und der vielerorts angespannte Mietmarkt wird durch die gestiegene Nachfrage zusätzlich belastet. (lma/dpa/AFP)

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