China will Kopplung des Yuan an den Dollar aufgeben

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Der Yuan soll nicht mehr direkt an den Dollar gekoppelt sein.

Peking - Eine Woche vor dem Weltwirtschaftsgipfel in Toronto teilte die chinesische Zentralbank am Samstag mit, sie wolle ihr Wechselkursregime für die auch Renminbi genannte Währung lockern.

Peking reagiert damit auf internationale Kritik an seiner Währungspolitik. China koppelt den Yuan seit zwei Jahren fest an den Dollar und hält seine Währung damit künstlich niedrig. Obwohl die chinesische Wirtschaft selbst während der internationalen Finanzmarktkrise weiter wuchs, verharrte der Wechselkurs bei rund 6,83 Yuan pro Dollar. Die US-Regierung, aber auch viele europäische Politiker werfen Peking vor, auf diese Weise chinesischen Exporteuren einen unfairen Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt zu verschaffen.

US-Präsident Barack Obama begrüßte den von der chinesischen Zentralbank angekündigten Politikwechsel. “Chinas Entscheidung, die Flexibilität des Wechselkurses zu erhöhen, ist ein konstruktiver Schritt“, erklärte das Weiße Haus in einer Pressemitteilung. Er könne den weltweiten wirtschaftlichen Aufschwung unterstützen “und zu mehr Gleichgewicht in der Weltwirtschaft beitragen“. Ähnlich äußerte sich die EU-Kommission. Eine Aufwertung des Yuan sei “vorteilhaft für die chinesische Wirtschaft und die Weltwirtschaft“, erklärte die Brüsseler Behörde. Zwtl: US-Finanzministerium bliebt skeptisch Auch US-Finanzminister Timothy Geithner begrüßte die chinesische Ankündigung, betonte aber, Peking müsse seinen Worten auch Taten folgen lassen. “Der eigentliche Test wird sein, wie stark und wie schnell sie ihre Währung aufwerten lassen“, erklärte Geithner am Samstag.

In China selbst stieß die Entscheidung auf Kritik. Der Wirtschaftswissenschaftler Ye Tan schrieb in einem Kommentar für die Online-Ausgabe der Zeitung “National Business Daily“, die chinesische Exportwirtschaft leide bereits unter steigenden Lohnkosten und der Aufwertung des Yuan gegenüber dem schwächelnden Euro. Eine Aufwertung gegenüber dem Dollar “muss warten, bis sich die Inlandsfrage in China ausgeweitet hat“, kritisierte der Wissenschaftler.

apn

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