Wie sicher ist die Luftfahrtbranche?

Budgetkürzungen und Konkurrenzkampf: US-Behörde gerät wegen Abstürzen unter Druck

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Die amerikanische Luftfahrt-Behörde gerät wegen ihrer Zulassungspraktiken um die Boeing 737 Max 8 unter großen Druck (Symbolbild).

Innerhalb kurzer Zeit stürzen zwei neue Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8 ab. Die zuständige Zulassungsbehörde gerät wegen zweifelhafter Praktiken ins Visier. Auch Airbus scheint hierbei eine Rolle zu spielen.

  • Eine Boeing 737 ist am Sonntagmorgen in Äthiopien abgestürzt.
  • 157 Menschen starben, unter den Todesopfern sollen fünf Deutsche sein.
  • Mindestens ein Dutzend UN-Mitarbeiter waren an Bord der Unglücksmaschine.
  • Bei der Absturzmaschine handelt es sich um eine Boeing Typ 737 Max 8 - eine Maschine desselben Typs war im Oktober in Indonesien abgestürzt.

+++AKTUALISIEREN+++

Update vom 18. März 2019: Nach den jüngsten Abstürzen von Flugzeugen des Typs Boeing 737 MAX 8 gerät die US-Luftfahrtbehörde FAA wegen ihrer Zertifizierungspraktiken unter Druck. Während des vergangenen Jahrzehnts ließ sie neue Flugzeuge großteils von externen Experten und den Herstellern selbst testen. So halfen auch Boeing-Mitarbeiter dabei, die Maschinen des US-Konzerns sowie die Trainings-Prozesse für Piloten zu genehmigen.

Eine Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines stürzte Anfang März 2019 ab (Symbolbild).

Wegen Budgetkürzungen und dem stetig zunehmenden Luftverkehr habe die FAA immer mehr Prüfprozesse ausgelagert, berichteten Quellen aus der Branche der Nachrichtenagentur AFP. Boeing habe bei der Zertifizierung seines Unglücksmodells 737 MAX besonders Druck gemacht, weil Konkurrent Airbus mit seiner A320-neo-Familie kurz zuvor ein vergleichbares Mittelstrecken-Modell auf den Markt gebracht hatte. Die 737 MAX wurde als Variante ihres Vorgängers 737 Next Generation zertifiziert, obwohl sich ihre Motoren und Flug-Kontrollsysteme deutlich von dieser unterscheiden.

Zwei Flugzeug-Abstürze: "Glaubwürdigkeit der FAA und von Boeing stehen auf dem Spiel"

Die ursprüngliche Sicherheitsanalyse seiner neuen Flugzeuge, die der Flugzeugbauer Boeing an die Luftfahrtbehörde überstellte, enthielt laut der "Seattle Times" mehrere entscheidende Mängel. Zudem habe es starke Meinungsverschiedenheiten zwischen den FAA-Mitarbeitern am Boeing-Produktionsstandort Seattle und der Behördenzentrale in Washington gegeben, berichtete ein US-Regierungsinsider AFP.

"Das Zertifikationsprogramm für die 737 MAX erfolgte nach dem standardisierten FAA-Genehmigungsprozess", verteidigte sich die Behörde in einer E-Mail. Beobachter kritisieren jedoch, dass das möglicherweise für die Abstürze verantwortliche Trimmsystem MCAS grünes Licht bekam, obwohl US-Piloten mehrfach ihre Besorgnis über dieses geäußert hatten.

Die FAA wies Boeing nach dem Lion-Air-Unglück lediglich an, ihre Flughandbücher anzupassen und das Pilotentraining umzustellen. Boeing-Chef Dennis Muilenburg kündigte zuletzt ein Software-Update für MCAS an. Laut Branchenkreisen soll es innerhalb von zehn Tagen fertig sein.

Derweil will der demokratische Vorsitzende des Transport-Komitees im US-Repräsentantenhaus, Peter DeFazio, die Zertifzierungspraktiken bei der 737 MAX genauer untersuchen lassen. "Die Glaubwürdigkeit der FAA und von Boeing stehen wirklich auf dem Spiel", sagt Luftfahrt-Analyst Richard Aboulafia von der Teal Group. Öffentliche Anhörungen sind laut Kongress-Insidern nicht ausgeschlossen.

Video: Auch in den USA bleibt die 737 Max 8 am Boden

Lesen Sie außerdem: Schock für 164 Passagiere an Bord einer Boeing beim Anflug auf den Flughafen in Memmingen, weil die Cockpit-Besatzung einen technischen Defekt feststellt, wie Merkur.de* berichtet.

Zwei Abstürze von Boeing 737 Max 8: Flugschreiber-Daten zeigen Ähnlichkeiten

22.29 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien arbeitet Boeing noch an der Modernisierung einer möglicherweise fehlerhafte Software an Bord des betroffenen Flugzeugtyps. Nach Angaben des Unternehmen ist die Schlussphase der Modernisierung erreicht. Das Software-Update und das Piloten-Handbuch zur Bedienung des sogenannten Trimmsystems MCAS seien auf der Zielgeraden, sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg am Sonntag, 17. März 2019.

Nach zwei Abstürzen einer Boeing 737 Max 8 zeigen die Flugschreiber der Unglücke ähnliche Daten. (Symbolbild)

Boeing hatte in der vergangenen Woche angekündigt, innerhalb der kommenden zehn Tage die Software-Modernisierung abschließen zu wollen. Die Überarbeitung der Software hatte den Angaben zufolge bereits vor dem jüngsten Unglück begonnen.

MCAS ist in den Verdacht geraten, für den Absturz am vergangenen Sonntag der Boeing 737 Max der Ethiopian Airlines mit 157 Toten verantwortlich zu sein. Auch der vorherige und ähnlich verlaufene Absturz einer Maschine des gleichen Typs der Gesellschaft Lion Air im Oktober in Indonesien könnte durch einen Fehler in diesem System ausgelöst worden sein. Darauf deuten die bisherigen Untersuchungsergebnisse hin.

MCAS soll verhindern, dass der Schub der Triebwerke im Steigflug derart stark wird, dass sich die Maschine nicht mehr gerade ausrichten lässt. Beide Unglücksmaschinen waren nach dem Start mit äußerst unregelmäßiger Flugkurve und -geschwindigkeit aufgestiegen, sanken anschließend unkontrolliert ab und schlugen steil auf dem Boden auf.

Flugschreiber-Daten zeigen Ähnlichkeiten bei Abstürzen zweier Boeing 737 Max 8

17.55 Uhr: Nach ersten Ermittlungsergebnissen ähneln die Flugschreiber-Daten der am vergangenen Sonntag abgestürzten Ethiopian-Airlines-Maschinen denen der im vergangenen Oktober verunglückten indonesischen Lion-Air-Passagiermaschine. Die "eindeutigen Ähnlichkeiten" würden noch näher untersucht, sagte die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Mogesam am Sonntag und kündigte zugleich die Veröffentlichung eines vorläufigen Untersuchungsberichts "in 30 Tagen" an.

Bei dem Absturz der äthiopische Maschine vom Typ Boeing 737 MAX 8 waren 157 Menschen ums Leben gekommen, bei dem Lion-Air-Unglück mit einer Maschine desselben Typs 189 Menschen.

Abstürze von Boeing 737 Max 8: Jetzt droht größte Strafe in der Luftfahrt-Geschichte

16.56 Uhr: Die Abstürze der Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8 könnten zu einem Schadensersatzanspruch führen, der in der Luftfahrtgeschichte bisher einmalig ist. Das erklärt Elmar Giemulla, Luftfahrtexperte und Honorarprofessor für Luftverkehrsrecht an der TU Berlin, gegenüber welt.de. Der Experte für die juristische Aufarbeitung von Flugzeugabstürzen erklärt, dass „der offensichtliche Designfehler“ der Flugzeuge der Anlass für seine Einschätzung ist.

Spätestens nach einem ersten Absturz in Indonesien hätte der Hersteller Boeing von den Problemen der 737 Max 8 wissen müssen. „Sie haben riskiert, dass ein weiterer Absturz passiert, und da sind US-Gerichte ganz ungnädig“, erklärt Giemulla. Nun sei es sehr wahrscheinlich, dass US-Gerichte zum „punitive damage“ greifen. Dieses Konstrukt um US-amerikanischen Recht macht es möglich, dass sich der normale Schadensersatz im Zivilprozess verdoppelt oder verdreifacht. Das Ziel ist eine bestrafende Wirkung über den Schadensersatz hinaus. Da bei beiden Abstürzen zusammen 350 Menschen ums Leben kamen, müsse Boeing vermutlich eine Multimilliardensumme zahlen.

Dramatische Details zum Boeing-737-Absturz - Pilot wollte notlanden

12.50 Uhr:Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien kommen immer mehr Details ans Licht. Wie die Bild unter Berufung auf die New York Times berichtet, wollte der Pilot der Unglücksmaschine kurz nach dem Start notlanden. Demnach sendete der Pilot der Ethiopian Airlines-Maschine bereits direkt nach dem Start die ersten Notsignale ab und bat darum, eine Notlandung durchführen zu dürfen. Doch der Kontakt zwischen dem Pilot und den Lotsen brach bereits nach wenigen Minuten ab. Außerdem sei Fluglotsen ein starker Wellenflug der Maschine aufgefallen, was ein deutliches Signal für Probleme ist.

Trauer bei Hohenloher Firma: Flugzeugabsturz in Äthiopien - Auch ein Mann aus der Region ist unter den Opfern

Boeing 737 Max 8: US-Konzern setzt Auslieferung aus

Update vom 15. März 2019, 07.10 Uhr: Nach dem Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine will der US-Flugzeugbauer Boeing vorerst keine Maschinen vom Typ 737 MAX mehr ausliefern. "Wir setzen die Lieferung der 737 MAX aus, bis wir eine Lösung finden", sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Produktion des Maschinentyps werde fortgesetzt, "aber wir bewerten unsere Kapazitäten neu".

17.15 Uhr:  Nach dem zweiten Absturz einer Boeing 737 MAX 8 innerhalb weniger Monate könnte Konkurrent Airbus von der Krise beim US-Flugzeugbauer profitieren. "Dauern die Flugverbote länger an als ein bis zwei Wochen, wäre das für Boeing schon bedenklich", sagt Klaus-Heiner Röhl, Luftverkehrs-Experte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der Nachrichtenagentur AFP. Schon jetzt hänge Boeing auf der Kurz- und Mittelstrecke hinter Airbus zurück.

Am Sonntagmorgen war eine 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt, 157 Menschen kamen ums Leben. Erst im vergangenen Oktober war eine Lion-Air-Maschine des gleichen Typs vor der Insel Java verunglückt, damals gab es 189 Tote. Es ist höchst ungewöhnlich, dass binnen kurzer Zeit zwei Flugzeuge eines neuen Modells abstürzen. Zahlreiche Länder sperrten ihren Luftraum für Maschinen des betroffenen Typs.

"Das kostet natürlich Vertrauen", sagt Röhl. Für Boeing drohen die Abstürze jetzt zum finanziellen Desaster zu werden, denn die 737 MAX 8 ist der Verkaufsschlager des Konzerns. Seit 2017 erhielt Boeing 5111 Bestellungen für das Modell, 350 Maschinen lieferte der Konzern bislang aus. Viele Airlines warten laut Röhl auf Modelle, die vorerst nutzlos geworden sind. Der Billigflieger Norwegian Air Shuttle, der 18 Maschinen des Unglücksmodells besitzt, kündigte bereits Entschädigungsforderungen an. Der IW-Experte hält es für "nicht unwahrscheinlich, dass Fluggesellschaften zu Airbus wechseln".

Dabei verkauft sich das direkte Konkurrenzmodell A320 neo des europäischen Luftfahrtkonzerns mit 6500 Bestellungen und 687 Auslieferungen seit 2016 ohnehin besser als die 737 MAX 8. "Airbus war einfach schneller im Markt und hat daher einen Vorteil", fasst Röhl zusammen. Boeing habe nur noch auf die A320-neo-Familie reagieren können. Dabei hätten viele Experten zunächst Zweifel gehegt, ob sich die alte 737-Serie wegen ihres kurzen Fahrwerks überhaupt würde modernisieren lassen.

Boeing 737 Max: Monatelange Stilllegung droht - Das passiert mit dem Flugschreiber 

8.38 Uhr: Die Flugschreiber der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 sind zur Auswertung nach Frankreich gebracht worden. Der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder seien zu Ermittlungen nach Paris geflogen worden, teilte Ethiopian Airlines am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die beiden Flugschreiber waren am Montag am Absturzort geborgen worden. 

Update vom 14. März, 6.30 Uhr: Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellt sich auf eine längere Stilllegung der Maschinen des Typs Boeing 737 Max ein. Er rechne mit einer Wiederaufnahme der Flüge „innerhalb von ein paar Monaten“, sagte der amtierende Behördenchef Daniel Elwell vor Journalisten, wie unter anderem das „Wall Street Journal“ in der Nacht zum Donnerstag berichtete.

Abstürze der Boeing 737: Auch Trump ordnet nach massiver Kritik Flugverbot an - „Neue Indizien“

Update vom 13. März, 22.25 Uhr: Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines in Äthiopien sollen die beiden Flugschreiber in Frankreich ausgewertet werden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Mittwochabend unter Berufung auf die französische Luftsicherheits-Behörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses (BEA). Die Flugschreiber sollten am Donnerstag zur BEA gelangen. Die äthiopischen Behörden hätten um Unterstützung gebeten.

Video: Trump verhängt Flugverbot für Boeing 737 Max 8

Abstürze der Boeing 737: Auch Trump ordnet nach massiver Kritik Flugverbot an - „Neue Indizien“

Update vom 13. März, 21.45 Uhr: Nach dem Flugunglück in Äthiopien müssen Flugzeuge vom Typ Boeing 737 MAX nun auch in den USA am Boden bleiben. Die US-Flugaufsichtsbehörde begründete das am Mittwoch mit "neuen Indizien", die am Ort des Absturzes gesammelt worden seien. US-Präsident Donald Trump sagte, das Flugverbot gelte ab sofort. Boeing-Chef Dennis Muilenburg sagte, er unterstütze die Entscheidung. 

Die US-Luftfahrtbehörde FAA, die zuvor unter massiven Druck geraten war, folgte damit am Mittwoch dem Beispiel der EU, Kanadas und zahlreicher anderer Staaten. In einer Dringlichkeits-Anordnung verfügte die FAA ein Startverbot für alle Boeing 737 Max, die in den USA fliegen oder von US-Fluglinien betrieben werden. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing empfahl am Mittwoch als Vorsichtsmaßnahme ein vorübergehendes Startverbot für alle 371 Flugzeuge der Baureihe 737-Max weltweit.

Die FAA teilte mit, Ermittler hätten am Mittwoch neue Hinweise an der Unfallstelle gesammelt und analysiert. Diese Hinweise sowie neue Satellitendaten hätten zu der Entscheidung geführt. Das Startverbot bleibe in Kraft, solange weitere Untersuchungen wie etwa die Auswertung der Flugdaten der abgestürzten Maschine liefen. Die Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines war am Sonntag kurz nach dem Start abgestürzt. Knapp fünf Monate zuvor war in Indonesien eine baugleiche Maschine ebenfalls kurz nach dem Abheben abgestürzt.

Update vom 13. März, 19.41 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, alle Maschinen des umstrittenen Flugzeugtyps Boeing 737 Max in den USA am Boden zu lassen. Die Order gelte ab sofort, teilte der Präsident am Mittwoch mit.

Abstürze der 737: Erste Airline will Entschädigung von Boeing fordern

Update vom 13. März. 12.21 Uhr: Der Absturz von zwei nagelneuen Maschinen des Typs 737 MAX 8 binnen fünf Monaten könnte sich für Boeing zum finanziellen Desaster entwickeln. Am Mittwoch kündigte eine erste Airline, der Billigflieger Norwegian, Entschädigungsforderungen an. Zahlreiche weitere Länder sperrten ihren Luftraum für das Modell, während die US-Luftfahrtbehörde auch weiterhin keinen Anlass für ein Flugverbot sah. Das sorgte in den USA für Kritik.

Update vom 13. März. 11 Uhr: Das weitgehende Flugverbot für das Mittelstreckenflugzeug Boeing 737 Max bleibt für die Passagiere zunächst ohne gravierende Folgen. Nach Einschätzung von Experten sind derzeit ausreichend Ersatzflugzeuge und Reserven vorhanden, so dass größere Störungen im Flugbetrieb verhindert werden dürften. Das erst 2017 eingeführte Modell sei noch nicht so stark im Markt vertreten, sagte der Airline-Berater Gerd Pontius der Deutschen Presse-Agentur

5 Piloten beschwerten sich über Sicherheitslücke bei der 737 Max 8

Update vom 13. März, 07.45 Uhr: Wie die „Dallas Morning News“ berichtet, gab es bereits vor dem Flugzeugabsturz in Äthiopien Hinweise dafür, dass es Probleme bei der Boeing 737 Max 8 geben könnte, diese bezogen sich auf die Steuerungssoftware MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System). Die  „Dallas Morning News“ fand demnach in der staatlichen US-Datenbank „Aviation Safety Reporting System“ Beschwerden von fünf Piloten, die sch auf Autopilot-Flüge mit der Boeing 737 Max bezogen. Die Probleme beim Autopilot-Flug traten vor allem kurz nach dem Start auf!

Ein Co-Pilot schreibt, dass sich die Nase des Flieger plötzlich während des Steigfluges wieder absenkte. Erst als der Autopilot abgeschalten wurde, konnte das Problem behoben werden. Ein weitere Pilot befindet das Steuerungssystem des Flugzeuges als zu komplizierte und würde ein Training vor dem ersten offiziellen Flug empfehlen. Das Handbuch sei „mangelhaft und fast kriminell unzureichend.“ 

Die Fälle wurden bereits im November und Dezember 2018 gemeldet und von der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) an die NASA zur Prüfung weitergegeben. Ergebnisse sind aktuell keine bekannt. 

Unglücksjet Boeing 737 auch auf drei deutschen Flughäfen präsent

Update 20.02 Uhr: 350 Tote innerhalb von sechs Monaten: Das neue Flaggschiff des Flugzeugherstellers Boeing, die 737 MAX 8, sorgt für ein mulmiges Gefühl an deutschen Flughäfen. Drei Airlines flogen bislang mit dem Typ, der in Indonesien und in Äthiopien abstürzte, den Flughafen München an. „Zumindest noch im Winterflugplan“, so Pressesprecher Stefan Steuer. Noch bis 31. März sollte zweimal wöchentlich die skandinavische Billig-Linie Norwegian Airlines zwischen Oslo, Stockholm und München pendeln. Zudem flog eine Maschine desselben Typs bislang für die russische Globus Airlines einmal in der Woche vom Freistaat aus Moskau an. Die dritte war bislang die isländische Iceland Air, die einmal pro Woche im Winterflugplan von München Richtung Reykyavik abhebt.

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Sperrung für Boeing 737 MAX gilt für drei Monate

19.22 Uhr: für das Boeing-Modell 737 Max gilt für drei Monate. Bis einschließlich 12. Juni dürfe kein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 und Max 9 über der Bundesrepublik fliegen, erklärte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt am Dienstagabend. Die Anordnung gelte ab 18.30 Uhr. Nur Flugzeuge, die sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch im deutschen Luftraum befänden, dürfen den Flug bis zum Ausflug beziehungsweise bis zur Landung fortsetzen.

Gesamter EU-Luftraum für Max 8 gesperrt

18.51 Uhr: Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den gesamten europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Die Ankündigung am Dienstagabend kam nur wenige Stunden, nachdem bereits mehrere EU-Länder ihren Luftraum für die Boeing-Maschinen gesperrt hatten, darunter auch Deutschland und Großbritannien. Das Verbot gelte als „Vorsichtsmaßnahme“ für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. Als Grund führte die Behörde den Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien an. Dabei kamen 157 Menschen ums Leben. Ein Flugzeug des gleichen Typs war bereits im Oktober in Indonesien abgestürzt.

18.39 Uhr: Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Äthiopien ist auch eine Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das teilte die Entwicklungshilfe-Gesellschaft mit Sitz in Bonn und Eschborn am Dienstag auf Anfrage mit. Keiner der 157 Insassen, darunter insgesamt fünf Deutsche, hatte den Absturz der Boeing 737 Max 8 am Sonntag kurz nach dem Start überlebt.

17.33 Uhr: Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien haben auch Italien und die Niederlande ihre Lufträume für Flugzeuge dieses Typs gesperrt. Die Maßnahme trete am Dienstagabend in Kraft, meldete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die italienische Luftfahrtbehörde Enac. Zuvor hatte die Behörde mitgeteilt, dass in Italien lediglich die Fluggesellschaft Air Italy drei Maschinen dieser Art in ihrer Flotte habe. Zuvor hatten unter anderem Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich die Lufträume für diese Flugzeuge gesperrt.

Welche Auswirkungen hat das Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 in Deutschland?

17.15 Uhr:

Das weitgehende Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 hat nach Einschätzung des Verbandes ADV keine allzu großen Auswirkungen auf den Betrieb an den deutschen Flughäfen. „Bei uns herrscht keine Krisenstimmung wegen dieses Fliegers“, sagte Hauptgeschäftsführer Ralf Beisel am Dienstag unmittelbar nach der Sperrung des deutschen Luftraums. Deutsche Fluggesellschaften nutzen den in Äthiopien verunglückten Typ bislang noch gar nicht, die Tuifly sollte in diesen Tagen eine erste Maschine erhalten.

Nur wenige Gesellschaften sind bislang mit dem neuen Boeing-Jet an deutsche Ziele geflogen. Im Wesentlichen waren das die Norwegian, Icelandair, die polnische LOT und Turkish Airlines. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt landete die Maschine nur drei Mal in der Woche, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport sagte. In Düsseldorf waren neben Turkish und LOT auch die Gesellschaften Smart Wings und Corendon mit den neuen Boeings vertreten.

Politischer Druck auf US-Flugbehörde FAA steigt

17.10 Uhr:

Nach dem zweiten tödlichen Boeing-Absturz binnen eines halben Jahres werden die Forderungen von US-Politikern nach Konsequenzen der Luftfahrtbehörde FAA lauter. Spitzenvertreter beider großer Parteien sprachen sich am Dienstag für ein Startverbot des betroffenen Flugzeugtyps Boeing 737 Max 8 aus.

Die FAA solle als vorläufige Vorsichtsmaßnahme anordnen, dass die Flieger am Boden bleiben, bis die Ursachen der jüngsten Abstürze und die Flugtauglichkeit geklärt seien, forderte der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bei Twitter.

Alle notwendigen Änderungen müssten geschehen, bevor weitere Flüge unternommen und möglicherweise mehr Leben gefährdet würden, appellierte die linke Senatorin und Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten Elizabeth Warren an die FAA. Auch die demokratischen Senatoren Richard Blumenthal und Dianne Feinstein forderten ein vorläufiges Startverbot für den Boeing-Jet.

Boeing-Absturz: Neue Erkenntnisse 

17.01 Uhr: Die Piloten der in Äthiopien verunglückten Boeing 737 Max 8 haben der Flugsicherung kurz vor dem Absturz von Problemen berichtet, die Maschine unter Kontrolle zu halten. Das sagte der Vorstandsvorsitzende von Ethiopian Airlines, Tewolde GebreMariam, am Dienstag dem Nachrichtensender CNN. Welche Probleme es genau waren, blieb aber zunächst unklar. Ethiopian hatte bislang noch keine Details preisgegeben, was in den letzten Minuten im Cockpit passiert ist.

Der Airline-Chef sagte weiter, die am Montag gefundenen Flugschreiber würden nun zur Auswertung ins Ausland geschickt. Normalerweise werden sie ins Herstellerland geschickt, in diesem Fall die USA. Der Flug ET 302 von Addis Abeba nach Nairobi war am Sonntag aus bislang ungeklärter Ursache mit 157 Menschen an Bord in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt abgestürzt.

Auch Frankreich sperrt Luftraum für Boeing 737

16.40 Uhr: Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien sperrt Frankreich seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs. Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC am Dienstag mit. Französische Fluggesellschaften hätten keine Boeing 737 Max in ihren Flotten.

Boeing reagiert nach Luftraum-Sperrungen für 737

16.37 Uhr:

Der US-Flugzeugbauer Boeing beharrt auf der Sicherheit seiner nach zwei Abstürzen innerhalb eines halben Jahres stark in die Kritik geratenen Baureihe 737 Max. „Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit“, teilte der Konzern am Dienstag mit. Boeing äußerte aber nach etlichen Startverboten weltweit Verständnis dafür, dass Aufsichtsbehörden und Airlines „Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten“.

Das Unternehmen arbeite weiter mit Regulierern und Kunden zusammen, damit diese die nötigen Informationen erhielten, um Vertrauen in den Betrieb der Flotte zu haben. Boeing verwies erneut darauf, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA derzeit keine weiteren Maßnahmen fordere. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen gebe es keine Grundlage, neue Anweisungen für den Betrieb der 737-Max-Flotte auszugeben.

Verkehrsministerium sperrt deutschen Luftraum für Boeing 737 Max 8

16.09 Uhr: 

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien wird der deutsche Luftraum für Maschinen dieses Typs gesperrt. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin auf Anfrage. Die Unglücksursache stehe derzeit nicht fest. Zurzeit gebe es mehr Zweifel als Erkenntnisse.

Zuvor hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem Sender n-tv gesagt: „Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird.“

Zuvor hatte bereits die britische Luftfahrtbehörde mitgeteilt, dass sie den Luftraum Großbritanniens für Maschinen dieses Typs sperrt. Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. Auch andere Länder hatten dies angeordnet.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat für Dienstagabend eine Mitteilung angekündigt.

Tui verhängt Startverbot

15.34 Uhr: Nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX 8 in Äthiopien mit 157 Toten lässt auch der weltgrößte Reisekonzern Tui ihre Maschinen vorerst am Boden. Davon betroffen ist auch die deutsch-britische Fluggesellschaft Tuifly. "Wir haben entschieden, alle Boeing 737 MAX 8 in unserer Flotte am Boden zu lassen", sagte ein Tuifly-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP

Der Schritt umfasse alle Fluggesellschaften des Konzerns Tui, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Hannover mit. Kunden, die von diesem Mittwoch an auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren.

Tui hat bei seinen Airlines in Großbritannien und den Benelux-Ländern insgesamt 15 Maschinen des Typs im Einsatz. Die deutsche Tochter Tuifly soll ihre erste Maschine der Reihe erst in einigen Wochen bekommen.

Nach mehreren Flugzeugabstürzen des Typs Boeing 737 Max 8 reagieren Fluggesellschaften und Luftfahrtbehörden.

Europäische Luftfahrtbehörde EASA kündigt Reaktion an

15.22 Uhr: Nach dem Absturz eines Flugzeugs vom Typ Boeing 737 Max 8 hat die europäische Luftfahrtbehörde EASA für Dienstagabend eine Bewertung der Situation aus ihrer Sicht in Aussicht gestellt. Ein Sprecher der Behörde widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraums für den Maschinentyp geplant sei.

Für Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8 gibt es nach dem Absturz in Äthiopien Startverbote auf mehreren Flughäfen 

Norwegian stoppt Einsatz von Boeing 737 Max 8

15.14 Uhr: Die norwegische Fluggesellschaft Norwegian stoppt nun doch den Einsatz ihrer Boeing-Flugzeuge des Typs 737 Max 8. Aufgrund von Empfehlungen der europäischen Luftfahrtbehörden blieben die Maschinen bis auf Weiteres am Boden, teilte die Airline am Dienstag mit. Man entschuldige sich bei den betroffenen Kunden. Die Sicherheit von Fluggästen und Besatzungsmitgliedern werde aber niemals in Gefahr gebracht.

Großbritannien verbietet vorerst Flüge von Boeing 737 MAX 8

15.11 Uhr: Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien hat Großbritannien seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs geschlossen. Die britische Luftfahrtbehörde teilte am Dienstag mit, sie habe vorsorglich verfügt, alle kommerziellen Flüge von allen Airlines zu untersagen, die im Vereinigten Königreich landen, starten oder das Land überfliegen. 

Die britische Luftfahrtbehörde sprach am Dienstag ausdrücklich von einer "Vorsichtsmaßnahme". Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. Die Behörde betonte, sie stehe in engem Kontakt mit der europäischen Luftaufsicht EASA. Derzeit nutzen fünf Maschinen des Typs 737 Max Flugbasen in Großbritannien.

Boeing 737: Wachsende Flugangst - Luftfahrt-Koordinator mahnt zu Besonnenheit

10.03 Uhr: Der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, hat nach dem zweiten Absturz einer Boeing 737 Max 8 vor übereiltem Handeln gewarnt. Der CDU-Politiker sagte am Dienstag im rbb-Inforadio: „Man muss jetzt keine Schnellschüsse machen, wenn man noch gar nicht weiß, was die Ursachen für den Absturz gewesen sind.“ Die Gründe seien nicht immer ganz so einfach, wie sie vielleicht zunächst auf der Hand lägen. „Da kann man nicht direkt hingehen und Verbote erteilen. Am Ende braucht man doch ein Stück Beleg.“ Flugschreiber und Flugrekorder seien gefunden worden. „Ich denke, es wird jetzt eine relativ kurze Zeitdauer sein, um herauszufinden, was da wirklich passiert ist.“

12. März, 9.56 Uhr: Auf dem Flughafen Singapur - einem der größten weltweit - dürfen bis auf Weiteres keine Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 mehr starten und landen. Der südostasiatische Stadtstaat verhängte am Dienstag mit sofortiger Wirkung ein vorübergehendes Verbot. Das Verbot soll nach einer Mitteilung der nationalen Flugsicherheitsbehörde solange gelten, bis „weitere Informationen gesammelt und das Sicherheitsrisiko neu bewertet“ ist. Auch Australien lässt auf seinen Flughäfen keine Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 mehr starten und landen. Die nationale Flugsicherheitsbehörde verhängte nach dem Absturz eines Boeing-Flugzeugs in Äthiopien am Dienstag für alle solche Maschinen ein vorübergehendes Verbot.

Video: Suche nach der Ursache der Abstürze

Flugzeugabsturz von Boeing 737: Startverbote für Flugzeugtyp - Boeing-Aktie bricht ein

16.17 Uhr: Der Absturz der Boeing 737 Max 8 auf dem Flug ET 302 wirft viele Fragen auf. Die Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Ein Routine-Check unmittelbar vor dem Start am Sonntag habe keine Probleme aufgezeigt, sagte Airline-Chef Tewolde GebreMariam. Seit dem Kauf des Flugzeugs Ende 2018 sei es rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen. Der Pilot hatte seit 2010 für die Airline gearbeitet.

Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und die Freigabe zur Rückkehr erhalten, erklärte Ethiopian Airlines.

14.37 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien, bei dem 157 Menschen ums Leben kamen, ist der Aktienkurs des US-Flugzeugbauers Boeing eingebrochen. Die Titel des Konzerns gaben am Montag vor Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street im vorbörslichen elektronischen Handel um mehr als zehn Prozent nach. Gegen 13.20 Uhr MEZ notierten die Aktien bei 379,25 Dollar (rund 337 Euro) - ein Minus von 10,25 Prozent.

14.22 Uhr: Die norwegische Fluglinie Norwegian lässt seine Boeing 737 Max 8 weiter fliegen. Alle Boeing-Flugzeuge des Typs 737 Max 8 befänden sich normal im Betrieb, erklärte die Billigfluggesellschaft am Montag. Der Konzern stehe in engem Dialog mit Boeing. 

Norwegian verfügt laut seiner Webseite über 18 Boeing 737 Max 8. Insgesamt haben die Norweger demnach rund 160 Maschinen in ihrer Flotte, auf Langstrecken setzen sie auf ihre Boeing 787 Dreamliner und ihre 737 Max 8.

Flugzeugabsturz von Boeing 737 in Äthiopien: Tui prüft Konsequenzen - Startverbot in China

12.25 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien prüft die Tui die Notwendigkeit eines vorläufigen Startverbots für seine Maschinen des betroffenen Typs Boeing 737 Max 8. „Wir stehen in engem Kontakt mit Boeing und werden mit dem Hersteller die Situation bewerten“, sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Zur Flotte des weltgrößten Reisekonzerns Tui gehören mittlerweile 15 Jets dieses Typs, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten im Einsatz sind. In Deutschland steht die Einführung der jüngsten Version des Boeing-Verkaufsschlagers Mitte April an.

12.05 Uhr: Experten hoffen, dass die Blackbox Hinweise über die Unglücksursache geben kann. War es ein Pilotenfehler oder ein technisches Problem?  

Boeing veröffentlichte nach dem Lion-Air-Absturz im Oktober eine Anweisung für Piloten einer Boeing Typ 737 Max 8, wie diese beim Ausfall von Geschwindigkeits- und Lagesensoren zu reagieren haben, berichtet Welt.de. Boeing habe demnach in seine 737-MAX-Modelle eine neue Flugsoftware installiert, die einen Strömungsabriss und damit einen Absturz verhindern soll. Die Maschine führt automatisch ein sogenanntes „Nase runter“-Manöver durch, falls Piloten nicht eingreifen würden. 

Die abgestürzte Lion-Air-Maschine hätte damals aufgrund technischer Mängel nicht starten dürfen. Auf eine Absturzursache legten sich die Ermittler aber damals nicht fest. 

Laut Welt.de sei eine Klage von Hinterbliebenen des Lion-Air-Absturzes gegen Boeing bekannt geworden. Die Kläger würden dem US-Unternehmen vorwerfen, dass die Piloten nicht ausreichend über die neue Flugsoftware informiert worden wären.  

Nach Boeing-Absturz - Blackbox gefunden

11.44 Uhr: Der Flugschreiber der verunglückten Boeing wurde, laut der Nachrichtenagentur dpa, gefunden. Die Blackbox der Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8 sei ersten Erkenntnissen zufolge beschädigt. Es sei daher noch unklar, wie viele Informationen daraus zu gewinnen seien.

10.47 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien suchen Experten suchen nach der Unglücksursache. Der Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 ist relativ neu und gelten als besonders spritsparend. Die MAX-Versionen verfügen über größere, leistungsfähigere Triebwerke, welche aus Platzgründen weiter vorne installiert sind.

Startverbot für Boeing 737 Max 8

Der Reisekonzern Tui prüft die Notwendigkeit eines vorläufigen Startverbots für seine Maschinen des betroffenen Typs Boeing 737 Max 8. Tui gehören mittlerweile 15 Jets dieses Typs, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten im Einsatz sind. In Deutschland steht die Einführung der jüngsten Version Mitte April an.

In China dürfen 96 Boeing-Flugzeuge vorerst nicht mehr starten

10.39 Uhr: Fünf Deutsche sind, nach bisherigen Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes, bei dem Flugzeugabsturz in Äthiopien ums Leben gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Das hätte eine Sprecherin am Montag in Berlin mitgeteilt. 

8.14 Uhr: Nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX 8 in Äthiopien dürfen chinesische Fluggesellschaften Maschinen gleichen Typs vorerst nicht mehr einsetzen. Das ordnete die chinesische Luftfahrtbehörde am Montag an. Am Sonntag waren beim Absturz einer Boeing 737 MAX 8 der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines 157 Menschen ums Leben gekommen. Erst im Oktober war zudem ein Flugzeug dieses Typs in Indonesien verunglückt.

Das waren die News vom Sonntag zum Flugzeugabsturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien

21.32 Uhr: An Bord des Passagierflugzeugs waren auch mindestens zwölf Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Sie seien auf dem Weg zu einer Konferenz des UN-Umweltprogramms in Nairobi gewesen, sagte ein UN-Vertreter am Sonntag in New York. Zu den Opfern gehörten etwa Mitarbeiter des Welternährungsprogramms WFP und des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, erklärten die beiden Organisationen.

Flugzeugabsturz einer Boeing in Äthiopien: Offenbar fünf Deutsche unter den Opfern

18.12 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien geht das Auswärtige Amt davon aus, dass auch Deutsche unter den Opfern sind. „Das Auswärtige Amt und die Botschaft Addis Abeba stehen mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, um dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten“, teilte das Ministerium in Berlin mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

17.11 Uhr: Bei der in Äthiopien abgestürzten Passagiermaschine handelt es sich nach Angaben von Boeing um einen Flieger vom Typ 737 Max 8. Das teilte der Flugzeugbauer am Sonntag mit. 

Demnach würde es sich um denselben Flugzeugtyp handeln wie bei dem Absturz einer Lion-Air-Maschine im Oktober in Indonesien, bei dem 189 Menschen ums Leben gekommen waren. Boeing äußerte sich dazu konkret zunächst nicht. Bei dem Absturz in Äthiopien kamen am Sonntag alle 157 Insassen ums Leben.

Update von 15.38 Uhr: Bei dem Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine sind nach Informationen der Airline auch fünf Deutsche ums Leben gekommen. Generell waren Menschen aus mehr als 30 verschiedenen  Ländern an Bord des Unglücksflugzeugs. Doch ein griechischer Passagier überlebte den Absturz, weil er vorher unglaubliches Pech hatte.

Die Airline veröffentlichte auf ihrer Twitter-Seite eine Tabelle mit der jeweiligen Anzahl der Todesopfer aus den einzelnen Ländern:

Flugzeugabsturz von Ethiopian Airlines: 157 Menschen sind tot

Nairobi - Eine Boeing 737 ist auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi abgestürzt. Der Kontakt mit der Maschine sei kurz nach dem Start in der äthiopischen Hauptstadt abgebrochen, teilte die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines am Sonntag mit. An Bord waren demnach mutmaßlich 149 Passagiere und acht Crewmitglieder. Derzeit werde die Passagierliste überprüft, hieß es. Die Insassen hätten 33 verschiedene Nationalitäten gehabt. Die Rettungsmaßnahmen liefen noch, hieß es am Vormittag in einer Mitteilung.

Boeing 737 von Ethiopian Airlines auf dem Weg nach Nairobi abgestürzt

"Wir bestätigen hiermit, dass unser planmäßiger Flug ET302 von Addis Abeba nach Nairobi heute in einen Unfall involviert war", erklärte die Airline. Die Maschine hob demnach um 8.38 Uhr vom Flughafen Bole International ab, sechs Minuten später brach der Kontakt zu ihr ab. Such- und Rettungsmaßnahmen seien eingeleitet worden. 

Die Maschine befand sich demnach auf einem Linienflug zwischen Addis Abeba und Kenias Hauptstadt Nairobi und stürzte etwa 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt ab. Der Flughafen in Addis Abeba eröffnete erst im Februar ein neues Terminal. Der Funkkontakt zu der Maschine sei wenige Minuten nach dem Start am Sonntagmorgen abgebrochen, erklärte die Airline. Zur Absturzursache war zunächst nichts bekannt.

Im Januar saß Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erst in Äthiopien fest

Keine Überlebenden nach dem Flugzeugabsturz 

Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed sprach den Angehörigen sein Beileid aus. "Wir möchten den Familien von denen, die heute auf einem planmäßigen Ethiopian-Airlines-Flug nach Nairobi in Kenia ihr Leben verloren haben, unser tiefes Mitgefühl aussprechen", hieß es in einer Beileidsbekundung im Kurzbotschaftendienst Twitter.

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AFP/dpa

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