Amazon Deutschland vs. Dienstleistungsgewerkschaft Verdi

Black Friday: Verdi ruft zu Streik bei Amazon auf

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Verdi hat am Black Friday zum Streik bei Amazon aufgerufen

Am heutigen Black Friday gibt es wieder Angebote verschiedener Unternehmen wie Amazon, Media & Co. Pünktlich dazu ruft Verdi zum Streik bei Amazon auf.

Hessen - Der Black Friday fällt jedes Jahr auf den Freitag nach Thanksgiving, das amerikanische Erntedankfest, also auf den Freitag nach dem vierten Donnerstag im November. In den USA gilt dieser Tag als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison. Viele US-Amerikaner nehmen den Black Friday gerne als Brückentag frei und beginnen an diesem Tag mit ihren Weihnachtseinkäufen. Dadurch werden selbstverständlich große Umsätze in vielen Geschäften gemacht.

Die Unternehmen reagierten auf diesen Tag und bieten seitdem zahlreiche Angebote schon ab dem frühen Morgen an. Am Black Friday, dem Wochenende und dem darauffolgenden Cyber Monday werden in den USA seit 2005 die höchsten Umsätze des Jahres verbucht.

Längst hat der Black Friday auch Europa und Deutschland erreicht. Seit 2013 bieten Branchengrößen wie Amazon, Media Markt oder Saturn Angebote am Black Friday auch hierzulande an diesen vier Tagen mit teilweise enormen Preisnachlässen an. Vor allem Online-Shops, doch auch kleinere Geschäfte bieten am Black-Friday-Wochenende Rabatte an. Wir haben zusammengefasst, wann und wo es am Black Friday die besten Angebote gibt.

Verdi ruft zum Streik bei Amazon auf

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat nun am Schnäppchentag Black Friday hat zum Streik beim Online-Versandhändler Amazon aufgerufen. Verdi rief die Mitarbeiter an den Standorten im hessischen Bad Hersfeld und im nordrhein-westfälischen Rheinberg für Freitag zum Ausstand auf. Die Gewerkschaft kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Amazon lehnt dies bislang ab.

Der Verdi-Landesbezirk Hessen teilte in der Nacht auf Freitag mit, der Ausstand am Amazon-Standort in Bad Hersfeld habe mit dem Arbeitsbeginn der Nachtschicht begonnen und werde bis 24 Uhr weitergeführt. Mit der Angebotswoche rund um den Black Friday als Auftakt des Weihnachtsshoppings gehe es in den "Jahresendspurt", erklärte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Für die Beschäftigten sei das "die stressigste Zeit, Überstunden inklusive".

"Die Beschäftigten gehören besonders an einem Tag wie dem Black Friday in den Mittelpunkt gestellt", erklärte Middeke. "Der Einsatz der Beschäftigten muss besser honoriert werden, durch eine höhere Bezahlung und durch ein tarifliches Weihnachtsgeld."

Amazon vergütet Überstunden deutlich schlechter als andere Unternehmen

Die Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Handel NRW, Silke Zimmer, erklärte, die Black-Friday-Rabattaktion von Amazon gehe einseitig zu Lasten der Beschäftigten: "Die Beschäftigten müssen derzeit sowohl die Regale für das Weihnachtsgeschäft auffüllen als auch tausende Black Friday-Angebote verschicken. Da fallen viele Überstunden an, die deutlich schlechter vergütet werden als dies bei tarifgebundenen Unternehmen der Fall ist."

Gerade hier sei der Stress besonders hoch, der fehlende Tarifvertrag werde besonders deutlich, erklärte Zimmer. "Dies müssen die Beschäftigten dem Online-Riesen leider auch nach vier Jahren Streik immer noch deutlich machen und deshalb werden die Arbeitskampfmaßnahmen heute und morgen fortgesetzt."

Dramatisch: Zum absoluten Wahnsinn am Black Friday kam es in einer TK Maxx-Filiale in Osnabrück, als es unter den Kunden zu einer Massenschlägerei kam. Ein Großaufgebot der Polizei rückte an.

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tf/AFP

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