Ausbildungschance auch für schwächere Bewerber

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Wegen des kommenden Fachkräftemagels soll die Wirtschaft auch geringer qualifizierden Jugendlichen eine Chance geben.

Berlin - Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger hat die Wirtschaft aufgerufen, angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels auch geringer qualifizierten Jugendlichen eine Ausbildungschance zu geben.

Es lohne sich, “ausgetretene Pfade“ der Personalauswahl zu verlassen und sich auch denjenigen Jugendlichen zuzuwenden, deren Talente “nicht gerade auf den ersten Blick“ sichtbar seien, sagte Sattelberger bei der Vorstellung eines einjährigen Projektes der Telekom zur Einstiegsqualifizierung schwer vermittelbarer Jugendlicher am Montag in Berlin.

Bei der Telekom hatten im vergangenem Herbst 61 Jugendliche ein einjähriges integratives Einstiegsqualifizierungspraktikum begonnen. 50 davon werden jetzt in ein festes Ausbildungsverhältnis übernommen. Für 42 der Projekt-Teilnehmer wird es im Herbst sogar voraussichtlich direkt im zweiten Ausbildungsjahr weitergehen. In den nächsten vier Jahren will die Telekom insgesamt 270 Jugendlichen diese Chance geben. Sie hatten nach dem Schulabgang bereits mehrere “Warteschleifen“ vergeblich durchlaufen oder eine Lehre abgebrochen.

In den kommenden Jahren wird laut dem jüngsten Bildungsbericht die Altersgruppe der unter 20-Jährigen um 16,5 Prozent schrumpfen. Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, sagte: Die Demografie gibt eine klare Richtung vor und damit auch eine notwendige Strategie. Kein Talent darf ungenutzt bleiben.“

Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt drehe sich. “Die Sahnehäubchen unter den Lehrlingen werden seltener“, sagte Alt. Über die mangelnde Ausbildungsreife zu diskutieren, führe nicht weiter. Jeder Jugendliche bringe etwas mit. “Unsere Aufgabe ist es, ihre Begabungen zu suchen, zu fördern und sie auf ihrem Weg in den Beruf so gut wie möglich zu unterstützen.“ Dafür würden Unternehmen benötigt, die bereit seien, auch Risiken einzugehen und vermeintlich schwachen Schülern eine Chance zu geben.

dpa

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