Arcandor muss weiter bangen - Auch Notkredit offen

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Arcandor muss weiter bangen.

Berlin - Arcandor muss weiter bangen: Trotz wachsenden Zeitdrucks war auch am Montagvormittag offen, ob der Bund einen Notkredit von 437 Millionen Euro für den Karstadt-Mutterkonzern billigt.

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Eine endgültige Entscheidung könnte sogar erst Mitte dieser Woche fallen. Eine Insolvenz wird unterdessen auch in der Politik nicht mehr ausgeschlossen. An der Börse brachen Arcandor-Aktien am Morgen um mehr als 40 Prozent auf 1,10 Euro ein. Am Vormittag lagen die Papiere mit 25 Prozent weiter im Minus, erholten sich dann aber wieder.

Bei der von der Karstadt- und Quelle-Mutter Arcandor ebenfalls beantragten Staatsbürgschaft aus dem “Wirtschaftsfonds Deutschland“ zeichnet sich wie erwartet eine Absage ab. Der Lenkungsausschuss wird die Bürgschaft voraussichtlich ablehnen. Dem Vernehmen nach hatte zuvor bereits der Lenkungsrat des Fonds empfohlen, keine Bürgschaft zu geben.

Wirtschaftsprüfer, Experten sowie der Bund und die EU -Kommission sehen dafür wichtige Kriterien nicht erfüllt. Sie bezweifeln, dass Arcandor erst durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise in Schieflage geraten ist. Arcandor hatte am Wochenende den Druck auf die Politik erhöht und angekündigt, rasch einen Insolvenzantrag zu stellen, falls die Bundesregierung den beantragten Notkredit verweigern sollte.

Der Bund verlangt ein stärkeres Engagement auch der Eigentümer und Gläubiger von Arcandor sowie der Vermieter bei der Sanierung des Konzerns. Dem Vernehmen nach ist zunächst nur ein erster Teil der Hilfen dringend nötig. Ein solche erste Summe könnten unter anderem auch von den Eigentümern kommen, die inzwischen bereit sein sollen, die Sanierungshilfen von zuvor geplanten 100 Millionen auf 150 Millionen Euro aufzustocken. Eine endgültige Entscheidung über die Rettungsbeihilfe in Form des Notkredits von 437 Millionen Euro wird bis spätestens Donnerstag erwartet.

An diesem Freitag läuft ein Kredit über 650 Millionen Euro aus. Spätestens dann müsste ein Rettungskonzept für Arcandor stehen. Weiter schwierig gestalten sich die Verhandlungen mit dem Handelskonzern METRO über eine Zusammenführung von Kaufhof- und Karstadt-Kaufhäusern. Knackpunkte sollen dem Vernehmen nach die Zahl der zu übernehmenden Filialen sowie der Kaufpreis sein.

Bei einem Krisentreffen am Sonntag war noch keine Einigung erzielt worden. Finanzminister Peer Steinbrück ( SPD ) schloss ein Insolvenzverfahren nicht aus. Er stelle insbesondere die Frage nach der Besicherung der Hilfen, sagte Steinbrück der ARD . Wenn sie nicht geklärt werden könne, schließe er “auch ein Insolvenzverfahren als letzte Lösung keineswegs aus“. Zudem seien bei einer Hilfsaktion für Arcandor in erster Linie die Alteigentümer und die beiden großen Aktionärsgruppen gefragt, aber auch Vermieter und Warenlieferanten. Es müssten jene Verantwortung übernehmen, die in der Vergangenheit Verantwortung für die schwierige Lage des Konzerns getragen hätten, sagte Steinbrück.

Auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder ( CDU ) sieht staatliche Hilfe für Arcandor äußerst skeptisch. “Wir nehmen natürlich die Sorgen der Mitarbeiter ernst, aber wo es keine Perspektive gibt, nützt es auch nicht, für ein paar wenige Wochen Geld rauszurücken und dann nachher einzusehen, es hat keinen Sinn gemacht“, sagte Kauder vor einer Sitzung der CDU -Spitze. Wenn es möglich sei, solle ein neuer Kaufhauskonzern gebildet werden. Er glaube aber, dass das Kaufhauskonzept der Vergangenheit nicht mehr zukunftstauglich sei.

dpa

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