Apple scheffelt Milliarden mit Handys und Tablets

Cupertino - Knapp 56.000 Dollar - so viel hat Apple in jeder Minute des Ende Juni abgelaufenen Quartals verdient. Verkaufsrekorde beim iPhone und iPad trieben den Nettogewinn des Technologiekonzerns auf rund 7,3 Milliarden Dollar.

Er fällt damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als doppelt so hoch aus. “Wir sind begeistert darüber, dass wir das beste Quartal aller Zeiten abliefern konnten“, erklärte Konzernchef Steve Jobs. Auch die Märkte versetzte das Zahlenwerk in Partystimmung: Nach Bekanntwerden in der Nacht zu Mittwoch durchbrach die Apple-Aktie im nachbörslichen New Yorker Handel zwischenzeitlich die Marke von 400 Dollar. Kurz nach Handelsstart an der Wall Street am Mittwoch notierte das Papier noch mit plus 3,5 Prozent bei knapp 390 Dollar. Geht es so weiter, wäre die Firma mit dem Apfel-Logo bald die wertvollste der Welt. Derzeit ist das der US-Ölkonzern Exxon Mobil mit einem Marktwert von rund 409 Milliarden Dollar.

Apple kam am Mittwoch bereits auf 337,5 Milliarden - und mehrere Analysten haben für die Aktie ein Kursziel von 500 Dollar und mehr ausgegeben. Vor allem die reißenden Absätze des Tablet-PC iPad und des iPhone-Handys trieben den Konzernumsatz mit 28,6 Milliarden Dollar auf einen neuen Rekord. Das Telefon verkaufte sich mehr als 20 Millionen mal und war speziell in China und den USA sehr erfolgreich - obwohl die Ablösung durch die nächste Modell-Generation ursprünglich für Juli erwartet worden war. Beobachter rechnen nun im September mit dem fünften iPhone. Apple-Manager wollten sich dazu in einer Telefonkonferenz mit Analysten wie gewohnt nicht äußern.

“Nur Produkte, auf die wir stolz sind“

 Ob Apple künftig eine günstigere Version des Telefons gegen die Konkurrenz der Android-Handys aufbieten will, blieb ebenfalls offen. “Wir werden nur Produkte machen, auf die wir stolz sind“, sagte Apples Vorstand für das operative Geschäft, Tim Cook. “Wenn wir das tun können und der Preis ist niedriger, dann ist das wunderbar.“ Auch die iPad-Verkäufe zogen kräftig an. Nachdem Apple zuvor mit Lieferschwierigkeiten bei den Rechnern mit berührungsempfindlichem Bildschirm zu kämpfen hatte, setzte der Konzern nach eigenen Angaben nun 9,25 Millionen Geräte ab. Das waren fast doppelt so viele wie noch zwischen Januar und März. Die Produktion wurde weiter hochgefahren. “Bisher haben wir noch jedes iPad verkauft, das wir hergestellt haben“, sagte Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer. Zudem kündigte Oppenheimer den Start der neuen Version des Betriebssystems OS X für Mittwoch an. “Lion“ wird über den konzerneigenen App Store vertrieben und soll verschiedene Funktionen des iPad bieten.

Der Absatz der Mac-Computer verzeichnete derweil mit einem Plus von 14 Prozent den geringsten Zuwachs in zwei Jahren. Für Unruhe sorgte einzig ein Bericht des “Wall Street Journal“, wonach Verwaltungsratsmitglieder auf eigene Faust die Jobs-Nachfolge ausgelotet haben. Der Konzernchef nimmt seit dem Winter eine krankheitsbedingte Auszeit vom Tagesgeschäft und wird seitdem von Cook vertreten. Dem Bericht zufolge ging es zwar nicht konkret um das Anwerben eines neuen Konzernchefs, dennoch sei der Name des Chefs zumindest eines großen Technologiekonzerns gefallen.

Offiziell ist Jobs' Nachfolge ein Tabu-Thema. Der Apple-Gründer und Chef gilt als geistiger Vater des Erfolgs von iPod, iPhone und Co. Woran genau er leidet, ist unklar, die Nachricht von seiner Auszeit hatte Apple aber stark unter Druck gesetzt. Jobs hat bereits eine Krebserkrankung und eine Lebertransplantation überstanden.

dapd

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