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Wärmeverzicht und hohe Nachzahlungen für Mieter: LEG-Chef spricht Klartext

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Von: Sven Schneider

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Reduzierung der Wärmezufuhr, hohe Nachzahlungen und Entscheidungen der Politik: Mieter müssen sich laut LEG-Chef Lars von Lackum auf harte Zeiten einstellen.

Hamm - Auf Mieter in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland kommen harte Zeiten zu. Daraus machte LEG-Chef Lars von Lackum kein Geheimnis. Die deutsche Bevölkerung müsse sich nicht nur auf Verzicht, sondern auch auf kräftige Nachzahlungen aufgrund der Gas-Krise einstellen. Einige Mieter könnten von der Entwicklung finanziell völlig überfordert sein.

Wärmeverzicht und heftige Nachzahlungen für Mieter: LEG-Chef spricht Klartext

Die Angst vor der nächsten Nebenkostenabrechnung ist bei den Mietern in Deutschland wohl größer denn je. Schon zu Jahresbeginn folgte doch die eine oder andere böse Überraschung. Für die Mieter des zweitgrößten Wohnungskonzern Deutschland könnte es bald knüppeldick kommen. Denn wegen der hohen Gaspreise müssten sie mit „einer Zahlung von ein bis zwei Monatsmieten zusätzlich“ rechnen, sagte LEG-Chef Lars von Lackum dem Handelsblatt.

Wie schon in der Corona-Krise würde die LEG für alle Mieter Ratenzahlungen anbieten. Eine langfristige Lösung sei dies jedoch nicht, betont von Lackum und fordert staatliche Hilfe. „Wir gehen davon aus, dass bundesweit bis zu 20 Prozent der Mieter das Problem mit den Energiepreisen finanziell alleine nicht mehr in den Griff bekommen“, sagte der LEG-Chef.

Harte Zeiten für Mieter: Pullover und Wolldecke statt warme Wohnung

Doch damit nicht genug. Denn besonders im Winter könnten Mieter die aktuelle Gas-Krise zu spüren bekommen. Stichwort: Wärmeverzicht. Wer seine Wohnung in der kalten Jahreszeit muckelig warm heizt, der wird in Zukunft möglicherweise darauf verzichten und zum Pullover mitsamt Wolldecke greifen müssen. Dies müsse man klar politisch aussprechen, so Lars von Lackum.

Von Lackum betonte, für Deutschland als Industrieland sei es wichtig, in der Gaskrise Wege zu finden, die eigene Wirtschaft produktionsfähig zu halten. Deshalb müsse die Politik den Menschen jetzt rasch reinen Wein einschenken und klar machen das Verzicht notwendig sei. „Wir haben doch nichts davon, wenn wir es privat alle warm haben, aber niemand mehr zur Arbeit geht, weil die Firmen reihenweise die Produktion einstellen.“

Wärmeverzicht: LEG-Chef fordert schnelles Handeln der Politik

Demnach fordert der LEG-Chef schnelles Handeln der Politik. Zumal das Umstellen der Heizungsanlagen einige Zeit in Anspruch nehmen würde. „Ohne harte Entscheidungen werden wir im Winter in große Probleme laufen“, so von Lackum, der anfügte: „Wir brauchen für den Winter eine gesetzliche Möglichkeit, die Temperaturen stärker als bisher absenken zu dürfen.“

Die Nachfrage nach Alternativen zur Gasheizung ist aktuell groß. Eine Wärmepumpe ist jedoch nicht für alle Haushalte sinnvoll und zudem kostspielig. Wer eine Gasheizung besitzt kann im Winter dennoch mit einigen Tipps Geld sparen.

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