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Quarantäne während des Urlaubs: Gibt es die Tage zurück? Dieses Detail zählt

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Von: Kristina Köller

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Was passiert, wenn man Urlaub hat und in Quarantäne muss? Bekommt man die Urlaubstage dann gutgeschrieben? Es gibt ein detail, das dabei entscheidend ist.

Hamm - Wer in einem Urlaub in Corona-Quarantäne muss, kann Urlaubstage nachgewährt bekommen. Allerdings nicht in jedem Fall - denn das gilt nur, wenn derjenige auch nachweist, dass er arbeitsunfähig war. Wie die jüngste Rechtsprechung zeigt, bekommt man während der Quarantäne keine Urlaubstage gutgeschrieben, wenn man kein ärztliches Attest vorlegen kann.

Die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) verwies kürzlich auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Düsseldorf (Az. 7 Sa 857/21). Das Gericht in NRW verhandelte den Fall einer Frau, die in einem Produktionsbetrieb arbeitet. Während ihres Urlaubs musste sie Quarantäne, weil sie Kontakt zu ihrer mit Covid-19 infizierten Tochter hatte. Auch die Frau wurde positiv getestet.

Im Urlaub in Quarantäne - werden die Tage nachgewährt?

Die Quarantäne-Anordnung des Gesundheitsamts enthielt laut DAV den Hinweis, dass die Frau als Kranke anzusehen sei. Die Arbeitnehmerin ließ sich aber keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt ausstellen. Der springende Punkt ist, dass eine Erkrankung nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen ist.

Isolation/Quarantäne: Eine Frau am Fenster
In Quarantäne sein, ist für die Betroffenen oftmals eine Belastung. Was ist, wenn die Quarantäne ausgerechnet während des Urlaubs auferlegt wird? Bekommt man die Tage gutgeschrieben? © Fabian Sommer/dpa

Die Frau klagte und verlangte von ihrer Arbeitgeberin die Nachgewährung von zehn Urlaubstagen. Das Gericht entschied jedoch, dass eine Erkrankung nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen sei.

Quarantäne im Urlaub: Erstattung der Tage nur mit Attest vom Arzt über Arbeitsunfähigkeit

Ist bereits Urlaub bewilligt, kann der nur erstattet werden, wenn ein ärztliches Attest vorliegt, das die Arbeitsunfähigkeit belegt. Eine Erkrankung mit Covid-19 führe etwa bei einem symptomlosen Verlauf nicht automatisch zu einer Arbeitsunfähigkeit.

Ganz ähnlich verlief ein Fall vor dem Landesarbeitsgericht Köln (Az. 2 Sa 488/21), auf den der Bund-Verlag (Fachverlag für Arbeits- und Sozialrecht) verweist. Auch in diesem Fall argumentierten die Richter, dass eine Quarantäneanordnung der Behörde nicht mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gleichzusetzen ist. Ein symptomloser Virusträger bleibe grundsätzlich arbeitsfähig, wenn es ihm nicht wegen der Quarantäneanordnung verboten ist zu arbeiten.

Im Urlaub in Quarantäne: Bekommt man die Tage wieder? Möglicherweise Frage für Bundesarbeitsgericht

Laut Bund-Verlag hat das Landesarbeitsgericht Köln in diesem Fall die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen, weil es sich um eine Grundsatzfrage handelt. Es sei davon auszugehen, dass sich das Bundesarbeitsgericht im Jahr 2022 mit der Frage befassen wird.

Übrigens treffen sich Bund und Länder am Freitag (7. Januar) zum nächsten Corona-Gipfel. Gesundheitsminister Karl Lauterbach deutete bereits an, um welche Beschlüsse es geht.

Mit B.1.640.2 ist eine neue Corona-Variante nach Europa vorgedrungen. Die Mutante könnte gefährlicher sein als Omikron. - Mit Material von dpa

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