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Butter schmiert im Öko-Test ab – 14 von 20 Produkten nur „ungenügend“

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Von: Simon Stock

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Alles in Butter? Nein, absolut nicht. Öko-Test stellt den meisten Buttermarken ein vernichtendes Zeugnis aus. Es hagelt die Note „ungenügend“.

Hamm - „Gute Butter“ - so hieß es einst in Kriegszeiten, als „echte“ Butter kaum erschwinglich und kaum erhältlich war. Zu kaufen gibt es sie heute in jedem Supermarkt und Discounter, doch „gut“ ist an dem Butter-Angebot wenig, wie ein verheerender Testbericht der renommierten Verbraucherzeitschrift Öko-Test (Ausgabe 12/2022) zeigt. Von 20 Buttermarken fielen 17 durch. 14 erhielten sogar die Note 6.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erscheinungsweisemonatlich
Reichweite1,27 Mio. Leser

Butter im Öko-Test: Fast alle Marken fallen durch

Butter ist für viele ein wichtiger Teil der Ernährung - und bleibt es auch trotz einer Preissteigerung von 72 Prozent innerhalb eines Jahres, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Öko-Test hat nun 20 Butter-Marken durch das Testprogramm geschickt, sieben von ihnen hatten das „Bio“-Label. Was am Ende dabei herauskam, war erschreckend.

Eine einzige Butter bekam die Note „gut“, zwei weitere retteten sich mit den Noten 3 und 4 gerade noch über die „Durchgefallen“-Grenze. 17 Mal hagelte es „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Der Grund für die größtenteils vernichtenden Bewertungen war nicht so sehr der Geschmack. Fast alle Marken im großen Butter-Test waren mit Mineralöl-Rückständen belastet. Teilweise ist die Konzentration so hoch, wie es die Öko-Tester noch nie zuvor in einem Lebensmittel gemessen haben.

Das gilt nicht für den Testsieger, die „Bio-Fassbutter Naturland“ der Gläsernen Molkerei bei einem Preis von 3,49 Euro pro 250 Gramm. Sie war die einzige Butter im Test, in der keine gesättigten Mineralölwasserstoffe (MOSH) gefunden wurden. Zudem wurden keinerlei Rückstände aus Reinigungsmitteln entdeckt.

Butter im Öko-Test: Testsieger ist „Bio-Fassbutter Naturland“

Am anderen Ende des Wertungsspektrums liegt die „ÖMA Allgäuer Bauernbutter Sauerrahm“, die in puncto Mineralöl-Rückstände die Konkurrenz im Butter-Test deutlich übertraf. Die Butter hatte nicht nur den bei Weitem höchsten MOSH-Gehalt. Das beauftragte Labor hat in dem Produkt außerdem einen Wert von 19,8 mg/kg an aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) gemessen - das ist zehnmal höher als der von der EU vorgeschlagene Richtwert für Fette und Öle. „Das ist ein in unserer Testgeschichte noch niemals gemessener Gehalt“, schreibt Öko-Test.

Weitere 13 Buttermarken erhielten die Note 6, auch wenn bei ihnen „nur“ stark erhöhte Mineralölbestandteile per MOSH-Gehalt nachgewiesen werden konnten. Unter ihnen sind bekannte Marken wie:

Butter im Öko-Test: Hohe Belastung mit Mineralöl-Rückständen

MOSH können sich im menschlichen Fettgewebe sowie in Lymphknoten oder Organen anreichern - mit bislang allerdings unbekannten Folgen. MOAH werden besonders kritisch gesehen, da einige Verbindungen der Stoffgruppe krebserregend sind. Auch viele Nuss-Nougat-Cremes haben ein Mineralöl-Problem, aber nicht nur das. Öko-Test watschte Nutella, Milka und Co. ab.

Doch wie kommen die Mineralrückstände, von denen einige Verbindungen als krebserregend gelten, in die Butter? Da werden einerseits Schmieröle von Maschinen als Ursache angenommen. Andererseits hat ein Hersteller laut Öko-Test festgestellt, dass die Verpackung in wachskaschierter Alufolie einen wesentlichen Anteil an der Belastung mit den gesättigten Mineralölwasserstoffen habe. Je näher sich die Butter am Ablaufdatum befinde, desto höher seien die MOSH-Werte zu erwarten, so der Hersteller.

Die Öko-Tester empfehlen, Butter beim Backen von Rührteigkuchen oder Muffins etwa durch neutrales Öl zu ersetzen. Und überall da, wo Buttergeschmack untergeht, sowieso. Wo wir gerade bei fettig und ungesund sind: Stiftung Warentest hat 25 Chips-Sorten auf Geschmack und Schadstoffe untersucht. Ein Klassiker bekommt „mangelhaft“.

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