LED-Kerzen eine gute Variante?

Teelichter: Darum sollten Sie sich zweimal überlegen, sie zu kaufen oder anzuzünden

Sie sind in jedem Haushalt zu finden, oft in Massen: Teelichter. Doch der Umwelt tun wir mit dem Abbrennen der kurzlebigen Kerzen keinen Gefallen. Was ist die Alternative?

Hamm - Mit der dunklen Jahreszeit kommt die Sehnsucht nach Licht. Am liebsten haben wir gemütlichen Kerzenschein. Die gängigste Lösung: Teelichter. Sie werden häufig in Packungen à 100 Stück verkauft und sind preisgünstig - immerhin haben sie oft nur eine Brenndauer von vier Stunden, der Verbrauch ist dementsprechend hoch. Aber wie umweltfreundlich sind die kleinen Kerzen?

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf
Einwohnerreichste StadtKöln

Teelichter sind umweltschädlich: Was ist die Alternative? Experte klärt auf

Philip Heldt, Umweltexperte der Verbraucherzentrale NRW, erklärt im Gespräch mit wa.de, wieso wir der Umwelt mit den Kerzen keinen Gefallen tun. Der Grund ist die Hülle der Teelichter aus Aluminium. Eine „unnötige zusätzliche Verpackung“, sagt Heldt.

Das Ausgangsmaterial von Aluminium ist Bauxit. Das Erz wird überwiegend im Tagebau in Australien, Brasilien, Guinea und Jamaika gefördert. Laut dem Umweltexperten ist es in der Herstellung sehr ressourcenintensiv und verbraucht viel Energie - kein Verhältnis zur Kurzlebigkeit von Teelichtern.

„Wenn ich also ein Teelicht vermeiden kann, ist das ein guter Punkt für die Umwelt“, sagt Heldt. Lieber solle man auf normale Kerzen zurückgreifen - mit höherer Brenndauer und ohne Verpackung.

Umweltexperte: Beim Kauf von Teelichtern auf das RAL-Gütezeichen achten

Beim Thema Wachs gibt es mit Blick auf die Umweltschädlichkeit von Kerzen generell Diskussionsbedarf. Hier lässt sich laut Heldt nicht zwingend sagen, ob Bienen-, Palmöl- oder Erdölwachs den besseren ökologischen Fußabdruck hat. Bienenwachs sei hier aber mit Sicherheit die umweltfreundlichste Alternative, wenn auch kein Massenprodukt.

Der Umweltexperte rät Verbrauchern beim Kauf von Teelichtern, auf das RAL-Gütezeichen zu achten. „Es zeigt an, dass die Kerzen beispielsweise auf ein sicheres Abbrennverhalten und Schadstoffe geprüft sind“, so Heldt.

LED-Kerzen als Alternative zu Teelichtern? Umweltexperte rät davon ab

Ein absolutes No-Go sind übrigens LED-Kerzen. Diese werden mit Batterien betrieben - und in jeder Batterie stecken wertvolle Rohstoffe. „Davon würden wir abraten. Wenn man die Möglichkeit hat, sind echte Kerzen ökologischer“, sagt Heldt. Eine Batterie verbrauche wesentlich mehr Strom als sie hergebe.

LED-Teelichter sind sogar noch einmal umweltschädlicher: Sie werden mit einer Knopfzelle betrieben, in den sich laut dem Umweltexperten noch mehr Schadstoffe als in einer normalen Batterie befinden.

LED-Lichterketten statt Teelichter und Kerzen

Wer sein Heim rund um Weihnachten schön beleuchten und trotzdem auf die Umwelt achten möchte, dem rät Philip Heldt zu strombetriebenen LED-Lichterketten: „Das wird die bessere Variante sein.“ Der Experte der Verbraucherzentrale gibt aber zu Bedenken: „Bei der Kerze zu sparen ist aus ökologischer Sicht möglich, aber nicht sinnvoll. Genuss ist in diesen Zeiten wichtig. Man sollte lieber das Jahr über schauen, wie man sich ökologisch verhalten kann statt nur an Weihnachten.“

Einen Vorschlag hat Heldt noch: Wer noch viele Wachsreste zuhause hat, kann sie schmelzen und neue Kerzen machen - dies sei gerade in Corona-Zeiten eine nette Beschäftigung.

Von Teelichtern geht eine Brandgefahr aus. Im Dezember 2019 haben die Redakteure des SWR eine wissenschaftliche Überprüfung von den kleinen Kerzen* in Auftrag ergeben: Das Ergebnis ist erschreckend, berichtet merkur.de*. - *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kristina Köller (wa.de)

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