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Tankrabatt 2022: Darum kann Tanken heute immer noch teuer sein

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Von: Hannah Decke

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Endlich ist er da: der Tankrabatt. Ab heute, 1. Juni, sinken die Spritpreise - oder etwa nicht? Es ist sehr wahrscheinlich, dass Tanken erst einmal teuer bleibt.

Hamm - Lange war er angekündigt, jetzt wird der Tankrabatt endlich kommen. Ab Mittwoch, 1. Juni, sinken die Steuern auf Kraftstoffe. Das bedeutet fürs Tanken: Der Sprit wird günstiger. Genau genommen könnte der Preis für Benzin um mindestens 30 und für Diesel um mindestens 14 Cent günstiger werden. Was wird also in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni an den Tankstellen in Deutschland passieren? Die ernüchternde Antwort: vorerst vermutlich gar nichts.

Tankrabatt 2022: Darum kann Tanken heute mancherorts noch teuer sein

Eine vollständige Preissenkung an allen Tankstellen ist unwahrscheinlich. Die Steuersenkung gilt nämlich für den Kauf des Sprits bei Raffinerie und Tanklagern. Selbst was am Abend vor dem 1. Juni geliefert wurde, beinhaltet also noch die normale - höhere - Steuer. Das heißt, es könnte zu einem verzögerten Sinken des Preises kommen. Auch das Finanzministerium hatte noch einmal darauf hingewiesen, dass Tanken möglicherweise erst nach und nach billiger werden wird.

Wer seinen Tank leer gefahren hat, in der Hoffnung, ab dem 1. Juni billiger tanken zu können, wird also vermutlich enttäuscht. Autofahrer sollten definitiv vor Inkrafttreten des Tankrabatts tanken, da nicht absehbar ist, wie groß der Ansturm auf die Tankstellen sein wird. Bei Shell und Aral stellt man sich lediglich auf eine höhere Nachfrage ein.

Zudem könnten die Vorräte der Tankstellen knapp werden. Dass sie erst ab Mittwoch steuervergünstigten Sprit kaufen können, macht es für sie unattraktiv, ihre Lager vorab noch einmal zu füllen. Es gibt Befürchtungen, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Auch Mineralölgesellschaften schließen dies nicht aus.

Wer trotzdem mal am 1. Juni bei der Tankstelle vorbeischauen möchte, sollte eine Uhrzeit besonders meiden.

Tankrabatt ab 1. Juni 2022: Tankstellen müssen Steuersenkung nicht weitergeben

Übrigens: Ob die Steuersenkung vollständig weitergegeben wird, steht ebenfalls nicht fest. Die Steuerbelastung auf Kraftstoffe sinkt bei Benzin um 35,2 Cent pro Liter und bei Diesel um 16,7 Cent pro Liter. 

Wie viel der Sprit am Ende an der Tankstelle kostet, bestimmen Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne. Sie sind nicht zur Weitergabe der Steuersenkung verpflichtet. Sowohl das Bundeskartellamt als auch der ADAC haben aber bereits angekündigt, die Entwicklung genau zu beobachten. (mit dpa-Material)

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