Takko Fashion

Beliebter Mode-Discounter vor Corona-Aus - Weit über 100 Filialen in NRW

Takko steht vor dem Aus. Die Führung des Modediscounters macht den Corona-Lockdown verantwortlich - und kritisiert die NRW-Landesregierung. Von dort kommt Gegenwind.

Düsseldorf/Telgte - Der bliebte Modediscounter Takko steht vor dem Aus. Die Verhandlungen des Unternehmens mit dem Land Nordrhein-Westfalen über eine Bürgschaft über mehrere Millionen Euro sind nach Takko-Angaben „de facto gescheitert“.

Textildiscounter Takko
HauptsitzTelgte
Gründung1982 in Münster

Takko vor dem Corona-Aus: Verhandlungen mit dem Land NRW gescheitert

Takko müsse sich „nun um eine andere Lösung bemühen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern“, hieß es in einer Mitteilung am Montag. Während Takko die Schuld dem Land NRW zuschrieb, wehrte sich die Regierung: Takko selbst habe das Angebot der staatlichen Bürgen nicht angenommen.

Am Montagmorgen hatte Takko zunächst mitgeteilt, der derzeitige Corona-Lockdown habe das vor der Pandemie „kerngesunde Unternehmen“ in eine „wirtschaftliche Extremsituation gebracht“. Die zuletzt geltenden Beschränkungen hätten Takko „Woche für Woche zehn Millionen Euro gekostet“.

Takko betreibt rund 2000 Filialen in 17 Ländern. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Telgte im Münsterland und beschäftigt etwa 18.000 Mitarbeiter, davon etwa 14.000 in Deutschland. In jeder größeren Stadt gibt es mindestens eine Takko-Filiale. In NRW sind über 100 Geschäfte betroffen, schreibt msl24.de*.

Takko-Chef enttäuscht über Land NRW wegen fehlender Bürgschaft

Karl-Heinz Holland, Interims-Vorstandschef des Unternehmens mit Sitz in Telgte, sagte: „Ich bin mehr als enttäuscht darüber, dass uns das Land NRW in dieser Situation nicht unterstützt.“ Die Bürgschaft hätte dem Unternehmen „wieder Luft zum Atmen verschafft, um kurzfristig die operativen Kosten zu decken. Um mehr wäre es nicht gegangen.“ Nach Angaben von Takko seien die Bedingungen einer von Land und Bund beauftragten Wirtschaftsprüfungsfirma nicht zu erfüllen gewesen.

Mode-Discounter Takko steht vor Corona-Aus. Allein in NRW gibt es weit über 100 Filialen.

Die NRW-Landesregierung wiederum, die sich zu Bürgschaften aus rechtlichen Gründen normalerweise nie konkret äußert, teilte am Montagnachmittag mit: Man bedauere, „dass Takko das Angebot der staatlichen Bürgen, einen Kredit für die betriebsnotwendige Liquidität zu besichern, nicht angenommen hat.“

Takko aus Telgte: 2000 Filialen in 17 Ländern

Ohne die Firma Takko beim Namen zu nennen, hieß es weiter, dass „in derartigen Fällen“ eine Bürgschaft auf die Kreditmittel beschränkt sei - „Boni, Beratungskosten und Anleihezinsen, die aus dem Anteilserwerb resultieren, können nicht Gegenstand staatlicher Unterstützung sein.“ Der Steuerzahler und die Mitarbeiter könnten nicht die Hauptlast tragen, so das Wirtschaftsministerium.

Das Land habe seit Beginn der Corona-Krise 48 Bürgschaften zu Krediten oberhalb von 2,5 Millionen Euro zur Sicherung von Unternehmensfinanzierungen bewilligt und sich an acht parallelen Bund-Länder-Großbürgschaften ab jeweils 50 Millionen Euro beteiligt, teilte das Ministerium weiter mit.

Die bisher prominenteste Bürgschaft war jene für Schalke 04. Nach Angaben des Fußball-Bundesligisten aus dem Sommer war die Bürgschaft genehmigt worden. Die Höhe wurde offiziell nicht bekannt gemacht, lag dem Vernehmen nach aber bei rund 31 Millionen Euro. Der Kaufhaus-Gigant Galeria Karstadt Kaufhof schloss in NRW zahlreiche Filialen. *msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Guo Chen/dpa

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