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Rechte und Pflichten im Discounter und Supermarkt: Check der Einkaufs-Mythen

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Von: Hannah Decke

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Täglich kaufen in Deutschland Millionen Menschen im Supermarkt oder Discounter ein. Zu den Rechten von Kunden gibt es einige Mythen. Welche stimmen?

Hamm - Muss ich Ware, die mir im Supermarkt oder Discounter runterfällt, bezahlen? Wie lange kann ich den Pfandbon einlösen und was sind „haushaltsübliche Mengen“? Um die Rechte und Pflichten von Kunden beim Einkauf ranken sich viele Mythen. Vor allem beim Thema Reklamation wissen viele nicht, was sie tun müssen und dürfen. Die Verbrauchterzentrale klärt auf.

VerbandVerbraucherzentrale Bundesverband
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung1. November 2000
SitzBerlin, Deutschland

Rechte und Pflichten im Supermarkt und Discounter: Einkaufs-Mythen im Check

Jeder kennt die Situation: Man legt ein Produkt in den Einkaufswagen, checkt noch eben das Preisschild am Regal - und an der Kasse wird plötzlich ein ganz anderer Preis angezeigt. Viele Kunden denken, dass der Preis gilt, der am Regal steht. Aber das stimmt so nicht, erklärt die Verbraucherzentrale: „Auch wenn am Regal noch ein anderer Preis stand, darf der Supermarkt an der Kasse dennoch mehr verlangen.“

Das hat einen juristischen Hintergrund, heißt es weiter. „Der Kauf findet an der Kasse statt – und dort geschieht (juristisch gesehen) auch erst die Vereinbarung über den Preis. Die Angaben im Supermarkt dagegen sind nicht verbindlich“, erläutert die Verbraucherzentrale.

Rechte und Pflichten im Supermarkt: Im Zweifel immer den Kassenbon kontrollieren

Wem der Preisunterschied schon beim Kassieren auffällt, etwa weil der Preis auf einem Display angezeigt wird, kann sofort nachhaken. Und der Kunde muss das Produkt zu dem geänderten Preis natürlich nicht kaufen. Die Verbraucherzentrale rät, spätestens nach dem Bezahlen noch im Supermarkt den Kassenbon zu kontrollieren. Denn ist der Einkauf schon bezahlt und der Kunde hat den Supermarkt verlassen, wird es rechtlich deutlich schwieriger.

Das gilt im Übrigen auch für andere Unstimmigkeiten, etwa wenn drei statt der gekauften zwei Joghurtbecher auf dem Kassenzettel aufgeführt werden. Wer den Supermarkt schon verlassen hat, kriegt Probleme, den Fehler beim Kassieren zu beweisen.

Lidl, Aldi, Rewe und alle anderen müssen wegen eines neuen Gesetzes ihre Preisschilder ändern. Für Kunden ist das etwas Gutes.

Mythen beim Einkaufen: Wenn Ihnen ein Produkt im Supermarkt hinfällt

Nicht selten passiert es, dass Kunden im Supermarkt ein Produkt hinfällt. Wird es dabei beschädigt oder geht kaputt, muss der Kunde die Ware bezahlen. „Allerdings darf der Supermarkt Sie lediglich so viel bezahlen lassen, wie die Ware ihn im Einkauf gekostet hat. Das wird meist weniger sein als der Preis, der an der Ware steht“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Eine Kundin geht in einem Supermarkt mit ihrem Einkaufswagen an einem Kühlregal vorbei.
Täglich kaufen Millionen Menschen in Deutschland im Supermarkt oder Discounter ein. Zu den Rechten von Kunden gibt es viele Mythen. © Uwe Anspach/dpa

Wenn der Kunde keine Schuld am Schaden trägt, weil die Ware zum Beispiel wackelig gestapelt ist, sollen sich Kunden wehren. „Kleinigkeiten, wie ein herunter geworfener Joghurtbecher, sind aber vielleicht gar keinen Streit darüber mit dem Supermarkt wert“, so die Verbraucherzentrale. Geht es um größere Beträge, sollte der Kunde juristische Beratung suchen.

Hat ein Kind ein Produkt im Supermarkt beschädigt oder zerstört, wird es rechtlich schwierig. Eltern haften nur, wenn sie die Aufsichtspflicht verletzt haben. Ab 7 Jahren kann es durchaus sein, dass das Kind selbst für den Schaden haftet.

Einkaufs-Mythen im Check: Das sind Ihre Rechte bei der Reklamation

Beim Thema Reklamation/Umtausch kennen viele Kunden die Rechte und Pflichten im Supermarkt nicht. Die Verbraucherzentrale stellt erst einmal klar: „Bei Käufen im stationären Handel besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht.“ Ist die Ware in Ordnung, also nicht kaputt oder defekt, muss der Supermarkt sie nicht wieder zurücknehmen. Allerdings kann der Supermarkt aus Kulanz natürlich trotzdem darauf eingehen, so die Verbraucherzentrale.

Knifflig wird es bei Lebensmitteln, die verdorben sind. Hier gilt laut Verbraucherzentrale dasselbe wie bei den unterschiedlichen Preisen oder Fehlern beim Kassieren: Fällt es den Kunden erst nach Verlassen des Supermarkts auf, wird es schwierig, zu beweisen, dass es sich genau um das Lebensmittel handelt, das auf dem Kassenbon steht - und dass es in diesem Markt gekauft wurde.

„Den Kassenbon sollten Sie aber in jedem Fall aufheben, damit Sie zumindest den Kauf eines Lebensmittels dieser Sorte in dem Supermarkt nachweisen können“, so die Verbraucherzentrale.

Einkaufs-Mythen im Check: Pfandbon und „haushaltsübliche Mengen“

Weitere Antworten der Verbraucherzentrale auf Fragen beim Einkaufen im Supermarkt und Discounter:

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