Teurer Corona-Schutz

Masken von der Steuer absetzen - das sind die Möglichkeiten bei der Steuererklärung

Das Tragen von Masken gehört zum Corona-Alltag. OP- oder FFP2-Varianten sind vielerorts Pflicht - das geht ins Geld. Kann man Masken von der Steuer absetzen?

Hamm - Als die Maskenpflicht im Corona-Frühjahr 2020 eingeführt wurde, war das Tragen von Masken für die allermeisten Menschen in Deutschland neu. Inzwischen - ein knappes Jahr später - gehören Masken für einen Großteil der Bevölkerung ganz selbstverständlich dazu. Seit vor wenigen Wochen auch in NRW die Pflicht verschärft wurde, fallen die Kosten für den Mund-Nasen-Schutz allerdings mehr ins Gewicht. Denn OP- oder FFP2-Masken sind teurer und nur bedingt mehrfach verwendbar. Da stellt sich die Frage: Kann man Masken von der Steuer absetzen? (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
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Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Masken von der Steuer absetzen? Was Sie bei der Steuererklärung für 2020 beachten sollte

Viele Menschen wollen nicht einfach hinnehmen, dass die Kosten für den Mund-Nasen-Schutz als Privatsache an ihnen hängen bleiben - manche können es auch kaum. Zwar bekommen Menschen, die in der Grundsicherung sind, Berechtigungsscheine für kostenlose FFP2-Masken. Doch bei Menschen, die nicht etwa Hartz-IV beziehen und trotzdem wenig Geld zur Verfügung haben, kann der Maskenkauf ein Loch in die ohnehin knappe Kasse reißen. In der Politik gibt es Forderungen nach der steuerlichen Absetzbarkeit von Masken, endgültig geklärt ist da aber noch nichts.

Die Chancen, Masken von der Steuer abzusetzen, stehen aktuell nicht herausragend gut - ob das möglich ist, ist nicht eindeutig beantwortet. Trotz allem kann es einen Versuch wert sein. Wie Michael Wegmer, Wirtschaftsexperte von SWR1, erklärte, könnte es zwei Optionen geben, Corona-Masken von der Steuer abzusetzen.

Masken von der Steuer absetzen? Möglichkeit eins: Werbungskosten

Möglichkeit eins sei, die Masken bei der Steuererklärung als Werbungskosten abzusetzen. Das sei aber natürlich nur unter bestimmten Bedingungen denkbar - nämlich, wenn die Betroffenen die Maske bei der Arbeit tragen müssten und diese vom Arbeitgeber weder gestellt noch bezahlt werde. Und es gibt ein weiteres Problem, wie es bei SWR1 heißt. „Das würde auch nur für diejenigen etwas bringen, die bei den Werbungskosten über die Pauschale von 1.000 Euro kommen. Wer darunter liegt, kann auch keine zusätzlichen Kosten geltend machen.“

Experten des Portals steuertipps.de sind nicht besonders hoffnungsfroh, dass es klappt, selbst gekaufte Masken für den Einsatz bei der Arbeit von der Steuer abzusetzen - selbst wenn es sich um Schutzkleidung handelt. Vielmehr vermuten die Fachleute, dass die Finanzverwaltung ein Gegenargument bringen wird. Und zwar, dass die (Schutz-)Kleidung eben auch privat getragen werden könne.

Masken von der Steuer absetzen? Möglichkeit zwei: Medizinische Hilfsmittel

Eine zweite Option könnte dem SWR1-Experten zufolge sein, die Masken als medizinische Hilfsmittel in der Steuererklärung für 2020 anzugeben. In die Kategorie „medizinische Hilfsmittel“ fallen normalerweise medizinische Geräte, die die Krankenkasse nicht bezahlt, da sie keinen therapeutischen Zweck erfüllen.

Das Portal steuertipps.de geht der generellen Frage nach, wie es um privat getragene Masken steht - und wirft die Frage auf, ob es sich beim Kauf von Masken um Krankheitskosten handelt, die im Rahmen einer außergewöhnlichen Belastung von der Steuer abzusetzen wären. Das ist demnach nicht der Fall. „Denn bei Krankheitskosten muss nachgewiesen werden, dass die Aufwendungen zwangsläufig, notwendig und angemessen sind“, heißt es.

Ein solcher Nachweis durch die Verordnung des Arztes muss demnach immer vor dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ausgestellt worden sein, was im Fall von Masken in der Regel nicht gegeben sei. Ausnahmen könnte es allerdings bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen geben, wenn der Arzt ein entsprechendes Attest ausstellt.

Masken von der Steuer absetzen? Kassenbelege sollten Sie aufbewahren

Insgesamt gilt also, dass es einen Versuch wert ist, die Masken von der Steuer abzusetzen - wer das tun will, ist auf jeden Fall gut beraten, die Kassenbelege des Maskenkaufs aufzubewahren, falls das Finanzamt diese sehen will.

Das Thema Masken beschäftigt in einem weiteren Punkt: Ein Bundesland hat seine Corona-Regeln im Lockdown noch einmal verschärft und die Maskenpflicht auch auf Autos ausgeweitet.

Während die Corona-Zahlen derzeit sinken und in den Augen vieler ein Grund für Lockerungen des Lockdowns sein könnten, deutete Angela Merken an, dass die Maßnahmen eher in die Verlängerung gehen werden.

Rubriklistenbild: © Kristina Köller/wa.de

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