Benzin und Diesel

Spritpreise 2021: Darum lohnt sich der Weg zur Tankstelle noch im alten Jahr

Spritpreise 2021: Nachdem Tanken 2020 ungewöhnlich billig war, wird sich das nach dem Jahreswechsel ändern: Eine Erhöhung der Kosten für Benzin und Diesel steht an.

Hamm - Das Jahr 2020 geht in den Endspurt. Vor Silvester ist es üblich, dass die Menschen sich noch einmal in den Supermärkten eindecken, um bestens für das Dinner am 31. Dezember vorbereitet zu sein - auch wenn es aufgrund des Coronavirus und den damit verbundenen strengen Maßnahmen ruhiger ausfallen dürfte als sonst.

UnternehmenADAC (Allgemeiner Deutsche Automobil-Club)
Mitglieder21.205.353 (Ende 2019)
Umsatz215 Millionen EUR
HauptsitzMünchen

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland wären jedoch auch gut beraten, angesichts der Spritpreise noch im alten Jahr noch an die Tankstelle zu fahren und ihren Wagen vollzutanken, denn: Das neue Jahr 2021 wird teurer für Autofahrer.

Spritpreise 2021: Erhöhung der Kosten für Benzin und Diesel an Tankstellen steht fest

Bereits in der Nacht zum 1. Januar 2021 werden die Spritpreise sehr wahrscheinlich einen kräftigen Sprung nach oben machen. Wer noch im alten Jahr tankt, kann daher einige Euro sparen. Auch langfristig ist eher nicht mehr damit zu rechnen, dass die Preise für Benzin und Diesel wieder so billig werden wie im abgelaufenen Jahr.

Zwei Effekte sind für den erwarteten Anstieg der Spritpreise in der Nacht zum 1. Januar verantwortlich: Die Mehrwertsteuer kehrt wieder auf ihr altes Niveau zurück - und die neue CO2-Bepreisung verteuert auch Treibstoffe. Zusammen macht das 10 bis 11 Cent pro Liter aus, wie sowohl der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) als auch der ADAC errechnet haben.

Allerdings: Wie viel davon am Ende beim Autofahrer ankomme, entscheide sich aber im Wettbewerb, heißt es vom MWV. Einen großen Ansturm auf die Tankstellen vor der Erhöhung der Spritpreise 2021 erwartet der jedoch ADAC nicht. Dafür sei das Verkehrsaufkommen aktuell zu gering.

Entwicklung der Spritpreise 2021 schwer vorherzusagen - ADAC erwartet tendenzielle Steigerung

So gut sich der Preissprung zum Jahresbeginn beziffern lässt, so schwierig ist die weitere Entwicklung vorherzusagen, heißt es weiter. Beim ADAC erwartet man tendenziell eine Steigerung. „Aber das muss nicht so kommen“, sagt ein Experte des Verkehrsclubs. Die Entwicklung hänge vor allem vom Ölpreis ab. Wie viel gefahren wird - und damit die Nachfrage nach Benzin und Diesel - spiele im Vergleich eine untergeordnete Rolle. Wieso Autofahrer vor Silvester noch tanken sollten, beantwortet auch Ruhr24.de*.

Die Spritpreise hängen jedoch nicht direkt am Ölpreis, betont der MWV. Sie hängen von verschiedenen Faktoren ab. Die Einkaufspreise für die Tankstellen entstünden an einem eigenen Markt und könnten durchaus von der Entwicklung der Ölpreise abweichen.

Doch wie werden sich die Ölpreise entwickeln? Experten erwarten, dass sie von der Aussicht auf eine schnelle Einführung wirksamer Corona-Impfstoffe gestützt werden. In seltener Einmütigkeit erwarten Ökonomen eine starke Konjunkturerholung. Einige sprechen bereits von einem „Nach-Corona-Boom“. Zudem dürfte auch die starke Konjunkturerholung in Asien für eine stärkere Nachfrage nach Rohöl und Auftrieb bei den Weltmarktpreisen sorgen.

Spritpreise 2021: Mineralölsteuer konstant

Schon kurz vor dem Jahresende hatte ein neues Konjunkturpaket in den USA die Ölpreise beflügelt. Im Dezember lag der Preis für das in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent zeitweise wieder über 50 Euro und damit so hoch wie seit März nicht mehr. Der starken Erholung im Herbst war allerdings ein historischer Absturz der Ölpreise vorangegangen. Im April war der Preis für Rohöl aus den USA wegen der Corona-Krise und einem Preiskrieg führender Ölstaaten sogar zeitweise in den negativen Bereich gefallen.

Wie auch immer der Ölpreis sich 2021 entwickelt: Mögliche Kapriolen werden sich nur gedämpft in den Spritpreisen 2021 wiederfinden. So ist die Mineralölsteuer, die bei Superbenzin 64,5 Cent pro Liter ausmacht, konstant. Die reinen Kosten für die Produktbeschaffung machen nach Zahlen des MWV typischerweise nur einen Bruchteil des Preises an der Zapfsäule aus. (mg/dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

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