Gefahr durch Pflanzeninhaltsstoffe

Rückruf: Tee kann Vergiftung auslösen - besonders eine Zielgruppe ist gewarnt

Ein Tee wird zurückgerufen. Es besteht Vergiftungsgefahr. Das Produkt ist besonders bei einer Zielgruppe beliebt.

  • Ein bundesweit erhältlicher Tee wird zurückgerufen.
  • Der Rückruf* erfolgt, weil beim Konsum eine Vergiftung droht.
  • Der Tee ist vor allem bei stillenden Müttern beliebt.

Leer (Ostfriesland) - Gefahr bei Tee: Beim Verzehr eines Tee-Produkts von Bünting droht eine Vergiftung durch einen erhöhten Wert an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Das hat das Rückruf-Portal produktrueckrufe.de mitgeteilt. Der Tee ist bundesweit - alleine schon durch den Online-Handel - erhältlich. Er ist besonders bei stillenden Müttern beliebt.

Bünting AG
SitzLeer (Ostfriesland)
Gründung1806
Mitarbeiterzahl12.303 (2018)
RechtsformAktiengesellschaft

Rückruf von Tee: Bei Konsum droht Vergiftung - Produkt beliebt bei stillenden Müttern

Es handelt sich bei dem Rückruf um einen Tee des Teehandelshauses J. Bünting GmbH & Comp. mit Sitz in Leer (Ostfriesland). Betroffen sei laut einer Pressemitteilung des Unternehmens der lose Tee „Bio Anis-Fenchel-Kümmel“. Beliebt sind solche Tee-Sorten vor allem bei stillenden Müttern. Umso dramatischer ist der Grund des Rückrufs: Nach Angaben von Bünting sei in Stichproben des Tees ein erhöhter Wer an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) und Tropanalkaloiden (TA) festgestellt worden.

„Alkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die einige Pflanzenarten selbst bilden, um sich vor natürlichen Fressfeinden zu schützen“, heißt es weiter. Regelmäßiger Konsum von PA belasteten Lebensmitteln würde demnach für die Gesundheit schädlich sein. Als Beispiel werden Lebererkrankungen aufgelistet. Bei regelmäßigem Konsum von TA belasteten Lebensmitteln bestehe ebenfalls die Gefahr von gesundheitlichen Problemen. Laut Pressemitteilung sollte regelmäßiger Konsum „vermieden werden“.

Das Rückruf-Portal wird da deutlicher: Der Verzehr des Tees sei „absolut nicht mehr zu empfehlen“. Zitiert wird im Zusammenhang mit einer Vergiftung durch Pyrrolizidinalkaloiden aus Veröffentlichungen der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES): „Charakteristisch für eine Vergiftung sind Schmerzen im Oberbauch, Bauchwassersucht, Übelkeit und Erbrechen. Seltener können Gelbsucht und Fieber auftreten. Nach wenigen Wochen ist in der Regel eine Lebervergrößerung und -verhärtung feststellbar. Eine akute Vergiftung kann tödlich enden. Da Vergiftungserscheinungen auch erst Tage später auftreten können, wird die Ursache der Vergiftung selten erkannt“.

Für Tropanalkaloide gilt: „Vergiftungssymptome dieser Stoffe sind vor allem Trockenheit von Schleimhäuten (verminderter Speichelfluss, Mundtrockenheit), Hauttrockenheit und Hautröte, eventuell Pupillenerweiterung, in höheren Mengen Benommenheit, Sehstörungen, Herzklopfen, Desorientierung und Halluzinationen. Diese Wirkungen treten relativ rasch (5 bis 30 Minuten) nach der Aufnahme auf.“ Über den Rückruf berichtet auch merkur.de.* Fenchel, Anis und Kümmel sind klassische Inhaltsstoffe von Stilltees. Stillende Mütter trinken solche Tees, um die Milcproduktion zu unterstützen.

Rückruf von Tee: Bei Konsum droht Vergiftung - Produkt beliebt bei stillenden Müttern

Ob der Tee bereits aus dem Verkauf genommen wurde, geht aus der Pressemitteilung zum Rückruf von Bünting nicht hervor. Es wird versichert: „Weitere Produkte sind nicht betroffen.“ Kunden, die den Tee gekauft haben, werden gebeten, ihn gegen Erstattung des Kaufpreises - auch ohne Vorlage des Kassenbons - in der jeweiligen Einkaufsstätte zurückzugeben. Bei Fragen können Verbraucher per E-Mail unter info(at)buenting-tee.de Kontakt aufnehmen (Anm.: Telefon gibt es aber auch: 04 91 / 80 80). 

Der Tee „Bio Fenchel-Anis-Kümmel“ wird vom Teehandelshaus Bünting bundesweit zurückgerufen. Grund für den Rückruf ist die Gefahr einer Vergiftung, da erhöhte Werte von Pflanzeninhaltsstoffen festgestellt wurden.

Von dem Rückruf betroffen ist der Tee „Bio Anis-Fenchel-Kümmel“ im 100 Gramm Beutel (EAN: 4 008837 234526) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) 2023 aus folgenden Chargen:

  • L2007 10
  • L2007 11
  • L2007 12
  • L2010 04
  • L2010 05
  • L2011 09
  • L2011 10
  • L2011 11
  • L2019 04
  • L2019 05
  • L2019 06

Diese süße Versuchung kann zur Gefahr werden, worüber auch Ruhr24.de* berichtet: In ganz Deutschland wird eine Sorte Schokolade einer bestimmten Marke zurückgerufen. Kunden können sie im Geschäft zurückgegeben.

Ein aktueller Lebensmittelrückruf betrifft eine beliebte Schokolade*, die auch in den großen Supermarkt-Ketten Rewe und Edeka sowie in Filialen des Drogeriemarkts Rossmann verkauft wird. In einigen Packungen eines Uncle Ben‘s Reis* können sich Glassplitter befinden. Der Hersteller hat einen bundesweiten Rückruf angeordnet. Bei Aldi Nord sind Gewürzgurken aus dem Verkauf genommen worden. Bereits gekaufte Produkte sollten dringend zurückgegeben werden. - *wa.de, merkur.de und Ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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